Archiv der Kategorie: Terra incognita

Ein Tag im Museum/ One day at the museum

Wir haben im Victoria & Albert Museum (kurz: V&A) fast einen ganzen Tag verbracht. Ich hatte von dem Museum gehört, hatte aber keine wirkliche Vorstellung davon. Nur eins war klar: Sie hatten eine Ausstellung über die Geschichte der Unterwäsche – da wollte ich rein! Was soll ich sagen? Es hat sich gelohnt! Die ältesten Exponate zeigten das „untendrunter“ von 1700. Von da aus ging es bis in die Moderne – von Funktionswäsche über Nacht- und Reizwäsche bishin zu Fetischkleidung. Alles war vertreten.

Das Museum an sich ist kostenfrei und ich kann es nur empfehlen. Wenn ihr Interesse an Kunst, Möbeldesign, Kleidung und Stoffen habt, schaut es euch an! Wir haben uns nicht alles ansehen können und beim nächsten London-Besuch muss ich dort auf jeden Fall noch mal rein.

Der Innenhof ist auch toll. Wir haben uns Sandwiches mitgebracht und dort zwischen Familien mit spielenden Kindern Mittag gegessen. Es gibt dort aber auch ein Café, dass einladend aussah.

Leider war das fotografieren in der Sonderausstellung nicht erlaubt, deswegen zeige ich euch ein paar zusammengestellte Handyfotos aus dem Museum.

We spent nearly a whole day at the Victoria & Albert Museum (V&A). I heard of it before but couldn’t really imagine what this museum is about but I wanted to visit a temporary exhibition: „A brief history of underwear“. It was worth a visit. Starting with what women were wearing at 1700 and then going through the centuries with all the changes, developments, fashion and of course health risks (just giving you one word: corset) and ending with modern fibres, nightwear, lingerie and also fetish. 

Not only this temporary exhibition but also the whole museum is stunning. It’s for free (which is for me as a German still one of the miracles of British museums) and you could spend hours and hours discovering art, design of furniture and fashion, clothing and fabrics. If you have the slightest interest in one of these things – visit this museum! Period! 🙂

We loved the patio in the middle of the museum too. We brought sandwiches and picnicked there between families and visitors. You’ll find there a Café too if you don’t want to bring your own food.

Unfortunately it wasn’t allowed to take photos in the temporary exhibition so I’m showing you some photos from the rest of the museum instead:

2016-10-223

Nur ein bisschen „Fangirling“/ Just a bit of fangirling

Gut, so schlimm war es nicht, aber ich schaue insbesondere zwei Serien sehr gerne und die spielen beide (häufig) in London. Dementsprechend war mein Mann so lieb, mich zu einigen Drehorten zu begleiten. Einer der Drehorte war ganz in der Nähe unseres Hotels (2 Querstraßen weiter) und so haben wir einen schönen Abendspaziergang dort hin gemacht. Die anderen Drehorte haben wir dann per U-Bahn (= Tube) erreicht.

Na, errätst du um welche beiden Serien es sich handelt? 🙂

Okay, I wasn’t behaving that crazy but I love watching esp. two TV-Shows that are set (often) in London. So my husband agreed to visit some of the film locations with me. One of them was near our hotel so we strolled over there on the first evening. We reached the other places via Tube.

So can you guess which shows I love? 🙂

2016-10-221

London Tag 2 – Ich liebe Greenwich / London Day 2 – I love Greenwich

Ich war in den letzten Wochen leider krank. Jedes Mal, wenn ich gedacht habe, dass es wieder bergauf geht, kam wieder etwas dazwischen. Heute habe ich ein bisschen Zeit und fühle mich soweit fit auch mal wieder was zu schreiben. Hier kommen also ein paar Fotos von den übrigen 3 Tagen in London:

During the last weeks I was unfortunately sick several times plus every time I felt better something else was getting in my way and I had no time or energy to write. Today I am having a bit of me-time and that’s why you’re finally getting photos of the other 3 days in London:

Wir haben einen Tag in Greenwich und Umgebung verbracht, sind bis zum Observatorium hochgestiegen und haben einfach nur den Tag und das Wetter genossen. Gefahren sind wir mit einer kleinen Schifffahrtsgesellschaft, die einen Kapitän mit einem SEHR britischem Humor an Bord hatte. – Also genau mein Ding. Er hat allen viel erklärt, auch wie es früher entlang der Themse war und das die Gentrifizierung stark voranschreitet. Wenn ihr also mal nach Greenwich herausfahrt: Nehmt keinen der großen Touristenschiffe, sondern lieber eines der kleinen Boote. Die sind viel persönlicher und gemütlicher!
Zurück ging es dann zu Fuß unter der Themse hindurch (!) und dann mit dem Zug über die Isle of Dog wieder in die Stadt.

We spent a day in Greenwich, walked up to the observatory and enjoyed the weather. We went there by boat and took a boat from a small company. It was the right decision. Our Captain had a VERY British humour (so that was right up my alley). He explained a lot of things: About the history and what’s happening now with all the gentrification. If you’re planning to go to Greenwich by boat: Please don’t take one of these large boats but one of the smaller, more lovely ones.
We went back through a tunnel under the Thames and then we took the train from the Isle of Dogs back to the City Centre.

2016-10-22

Lagerkoller/ Cabin fever

Bei uns ist nach der ganzen Feierei (endlich) wieder Ruhe eingekehrt. Dieses Jahr war sehr stressig für uns, wie ihr sicherlich mitbekommen habt.

This year was very stressful and I was very happy when all the appointments, invitations and deadlines were over. 

Erst haben uns einige Handwerker hängen lassen, dann musste der Umzug hoppla hop gehen, dann „mal eben“ das Haus soweit fertig machen, dass wir Besuch reinlassen konnten (was meinen Mann viele Nachtschichten und mich viel Stress und schlaflose Nächte gekostet hat), dann haben wir eine Hochzeitsfeier und danach eine Einweihungsparty mit knapp 80 Gästen auf die Beine gestellt und zwischendurch und danach sind wir auf etlichen Geburtstags- und Hochzeitsfeiern eingeladen gewesen.

We had so many things to manage: All this confusion with our house (e.g. craftsmen not doing what they were supposed to) moving house our wedding party and the housewarming party with appr. 80 guests. And there were a lot of wedding and birthday invitations.

Das allermeiste davon war positiver Stress. Wir haben viele nette Menschen gesehen und kennengelernt, Atmosphäre und Essen waren toll und es waren viele schöne Tage und Abende. Nichtsdestotrotz haben wir bis zum August keine Zeit gehabt um in Ruhe anzukommen und einfach mal Zeit für uns zu haben.

So most of it was positive stress. We went to people we love and had so many great parties. What got lost was having time only for us. Finding some time to rest and just take a deep breath from all that happened recently.

Das hat sich bei mir direkt gerächt. Kaum war ein bisschen Ruhe und normales Leben in Sicht, hat mich ein fieser Magen-Darm-Virus überfallen und dazu kam noch, dass ich unglaubliche Knieschmerzen bekam und kaum noch laufen konnte.

So all of this took it’s toll. When there finally was some time to rest I got ill. First my knees started to ache like hell and then I caught a bad stomach bug.

Der Virus lies sich vertreiben und dank Schonung wurde das Knie auch wieder besser. (Leider ist es noch nicht komplett weg und die Ärzte tun aktuell nicht, als mich fleißig zum  nächsten Arzt zu überweisen *grrrrrrrrrrrrr*)

I took a break, went on sick leave and was able to recover. My knees are still not perfectly fine but I feel much better.

Langer Rede kurzer Sinn:

Long story short:

Ich musste raus! Ich konnte glücklicherweise Überstundenfrei nehmen und mein Mann durfte seinen Urlaub verlegen. Mein Vater hat sich netterweise um unsere Schweinchen gekümmert und unsere Nachbarn haben die Mülltonnen vor die Tür gestellt.Kurzentschlossen sind wir für 4 Tage nach London geflogen!

I had to get our of here! Fortunately I had collected enough overtime and my husband could take some holidays. We arranged everything from who would take care of our guinea pigs to who would put the trash bins out. Then we flew to London!

Wir sind dieses Mal nach Stanstad geflogen und dann mit dem Express-Zug nach zur Liverpool Street gefahren – was ich nur empfehlen kann.

This time we flew Stanstead and took the Express train to Liverpool Street. I really can recommend it. 

Wir konnten noch nicht in unser Hotelzimmer und haben in der Gegend um den Bahnhof ein wenig die Zeit überbrückt. Ganz in der Nähe sind die Spitalfield Markets, die wirklich schön sind. – Ein bisschen sehr hipster aber nett und relativ ruhig.

We had to wait some hours before we could go to our hotel so we strolled around near the train station. WE went to the Spitalfield Markets which I recommend. It’s a bit of a hipster-headquarter but nice and quiet.

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Kensington Gardens – Ich genieße die Aussicht.

Kensington Gardens – Enjoying the view.

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Diese Reise sollte übrigens irgendwie im Zeichen meiner beiden Lieblingsserien stehen. Doch davon später mehr.

This trip seemed to be characterized by two of my favourite TV-Shows but I’ll tell you more details later.

Urlaubsimpressionen – Teil 8: Great expectations? – Into the Lighthouse!

So schnell wie zulässig möglich verließen wir Newcastle Richtung Norden. Wir wollten in Berwick übernachten und vorher die Gegend zwischen Newcastle und der schottischen Grenze erkunden. Viel haben wir nicht erwartet, auf dem Plan stand nur eine einzige Attraktion, aber davon gleich mehr.

Je weiter man Richtung Norden kommt, desto mehr verändert sich die Landschaft. Im Süden war alles – ich nenne es mal „domestizierter“. Selten haben wir brachliegendes Land oder gar urwüchsige Natur gesehen, dafür jede Menge saftig grüne Weiden, Felder und in den Städten und Dörfern natürlich auch liebevoll gepflegte Gärten und Parkanlagen. Im Lake District haben wir dann das erste Mal so richtig Natur gesehen. Selbstverständlich gibt es dort auch Unmengen von Weiden mit unzähligen Schafen darauf (oder seltener auch mal Kühen)  aber eben auch schroffe Berghänge und Wälder mit Mooren. Zwischen Newcastle und der schottischen Grenze nun war das Gras längst nicht mehr so grün und der für diese Gegend berühmt-berüchtigte Stechginster („Gorse (bush)“) ist immer häufiger zu sehen. Die ganze Gegend wirkte irgendwie rauer aber auch natürlicher. Und sie hat uns besser gefallen als der „liebliche“ Süden.

Ich hatte in der Gruppe für britische Stricker(innen) auf ravelry einen Tipp bekommen, der mein bibliophiles Herz höher schlagen lies: In Alnwick gibt es einen der größten 2nd Hand-Buchläden in Großbritannien! Natürlich mussten wir da hin. Ich hatte mir auch brav die auf der Homepage angegebene Adresse aufgeschrieben und bei unserem Start in Newcastle in unser Navi eingetippt. Irgendwie kannte das Teil aber die Straße nicht, nur eine sehr ähnlich klingende… Naja, wird schon passen. Und ausgeschildert ist es bestimmt auch.

Einige Stunden voll mit frustrierender Herumgondelei hatten wir uns dann endgültig verfranst und schon gar kein Nerv mehr auf Bücher. Wir sind dann irgendwann einfach nur noch geradeaus gefahren und landeten direkt an der Steilküste. War das schön dort! Das Licht! Die Wolken! Der Wind! – Okay, wir mussten uns die Aussicht mit mehreren tausend Möwen teilen, aber die gehören einfach mit zum Meer, oder? Da die Brutkolonie nah genug zum Fotografieren war und weit genug weg um nicht von den Hinterlassenschaften der Möwen getroffen zu werden war alles super. Wir machten einen kleinen Spaziergang und genossen die Landschaft.

Mit wesentlich besserer Laune starteten wir dann einen zweiten Versuch. Dieses Mal versuchte ich mein Glück über die Sehenswürdigkeiten-Suche im Navi und was soll ich sagen? Die erste Attraktion, die mir angezeigt wurde, war der Buchladen! Ohne weitere Verzögerungen oder Probleme fanden wir die Adresse, quetschten den Corsa in die letzte freie Parklücke und dann gings los.

Leider wurde das Gebäude renoviert und wir konnten den Haupteingang nicht benutzen, aber der Ersatz-Eingang führte in die Kinderbuchabteilung, was auch in Ordnung war. Der Laden befindet sich in einem alten, viktorianischen Bahnhofsgebäude und ist einfach nur der Wahnsinn. Sollte es euch in diese Gegend verschlagen, (was ich nur empfehlen kann) und solltet ihr Bücher mögen: Fahrt hin, durchstöbert die Regale, schaut euch die Modelleisenbahn an, die über euren Köpfen fährt, wundert euch, über welche Themen es Bücher gibt (z. B. eins über die Regimentsmaskottchen der britischen Armee) und esst ein leckeres Stück Karottenkuchen mit supersüßem Frosting und trinkt dazu entweder einen Kaffee/ Cappucino/… oder eine Rosenlimonade. Und natürlich: Schaut euch das grandiose Gemälde an, ihr könnt es gar nicht übersehen wenn ihr es schafft eure Blicke von den Regalen zu lösen und ihr ein wenig nach oben schaut. 🙂

Selbstverständlich habe ich einige Bücher dort erworben (aber leider noch nicht angefangen zu lesen), sowie eine Tasse, die ich mir vorher schon über deren Homepage angeschaut hatte.

Es war etwas schwer dort wieder wegzufahren, aber irgendwann mussten wir ja unser Domizil beziehen. Außerdem stand noch Alnwick Castle auf unserer Liste für diesen Tag. Dort wurde wohl die erste Flugübung aus Harry Potter gedreht. 3,50 GBP + 30 GBP Eintritt empfanden wir dann aber doch als zu viel und sind so lieber weitergefahren. Da wir nun mehr Zeit als gedacht hatten, haben wir uns einfach ein wenig treiben lassen, sind ohne Navi, nur mit einer groben Übersichtskarte durch die Gegend gefahren.

Gelandet sind wir schließlich in Seahouses. Eine kleine Stadt, die voll und ganz auf Tourismus ausgerichtet ist. Von dort aus werden Bootstouren zu den Farne Islands organisiert, auf denen man große Brutkolonien verschiedenster Seevögel findet. Eine Vogelart, die dort zu beobachten ist, sind Papageitaucher oder auf Englisch „Puffins“. Wir hätten gern eine Tour gemacht, aber die kürzeste hätte 3 Stunden gedauert und wir waren für die windige See zu dünn angezogen. Wir wollen aber auf jeden Fall zurückkommen – und das nicht nur für die Puffins. Auch der Rest der Gegend hat uns sehr gut gefallen und es gibt dort noch viel zu sehen.

Nach dem einzigen schlechten Essen während des gesamten Urlaubes (Unglaublich, wie geschmacksneutral man Pommes und Cheeseburger hinbekommen kann…) fuhren wir dann weiter Richtung Bamburgh. Die kleine Stadt wird von einer riesigen normannischen Burg dominiert, das wir uns direkt ansehen mussten.

Die Sammlung anzuschauen und den Blick über die umliegenden Dörfer und die See zu genießen hat mehrere Stunden in Anspruch genommen. Hauptsächlich wurden dort uralte Dinge aus dem Fundus des dortigen Adligen, darunter auch viele geschichtlich und geldmäßig wertvolle Dinge. Natürlich hat die Queen auch dort schon mal gegessen und ein Dokument mit ihrer Unterschrift hinterlassen, wie an so vielen Orten in diesem Land. Als Außenstehende kann ich diesen „Kult“ nicht wirklich nachvollziehen und manchmal wirkte das Alles auf mich schon befremdlich und seltsam. Es gehört aber zu diesem Land, der Kultur dazu und ist für mich interessant ohne es wirklich zu verstehen.

Mein Schatz war auf jeden Fall angetan von der Burg und wollte auch schon direkt einziehen, da es endlich mal ein „angemessener Wohnsitz“ sei. Meine Bedenken, dass die Heizkosten vermutlich wahnsinnig hoch seien, wurden mit dem Argument weggefegt, dass ich dann endlich meine Bibliothek bekommen könne. 😉

Da unser Parkticket abgelaufen war, ging es eher widerwillig zurück zum Auto und weiter über die Dörfer inklusive einiger Irrfahrten nach Berwick. Da das Bed & Breakfast an der Main Street liegen sollte, dachten wir, dass wir es recht leicht ohne Navi finden würden. Pustekuchen! Die Straße fanden wir, aber nicht das Bed & Breakfast.

Nachdem der Schatz schon leicht in Panik geraten war, uns schon im Auto schlafen sah und was davon sagte, dass man Internetbuchungen wohl doch nicht trauen könne und das ja auch Betrug sein könnte (immerhin war dies die einzige Unterkunft, die den gesamten Betrag direkt bei der Buchung von der Kreditkarte abgebucht hatte) hatte ich – ebenfalls leicht nervös – die Buchungsbestätigung noch mal genau studiert. Das Rätsels Lösung war folgende: Ich hatte nach Unterkünften in Berwick gesucht, angezeigt war mir aber wohl eine in Lowick, die ich dann („Oh, schön günstig!“) gebucht hatte. Daher haben wir uns Berwick leider nicht mehr anschauen können und sind wieder ein Stück zurückgefahren.

Lowick besteht aus gefühlten 10 Häusern, einem Briefkasten und 2 (!) Pubs. Eins der Häuser ist das wirklich liebevoll renovierte Bed & Breakfast, dass von einem älteren Ehepaar geführt wird. Man muss schon Nippes (ich sag nur: Hundeporzellanfiguren) mögen, aber es ist herzlich und schön und überhaupt. Die Zimmer sind nicht nur neu, sondern auch picobello sauber und es gab sogar ein kleines Betthupferl auf den Kissen. Es gab einem ein bisschen das Gefühl von Weihnachten nach Hause zu den (Groß-)Eltern zu fahren, wie aus einem kitschigen Familienfilm. Wirklich schade, dass wir hier nur eine Nacht gebucht hatten. Wir haben aber den Inhabern versprochen wiederzukommen und dann auch länger zu bleiben. – Wir wollen ja mindestens noch mal raus zu den Papageitauchern fahren. 🙂

Nach einer Nacht, die randvoll mit erholsamem Schlaf gefüllt war, wurden wir zum Frühstück wirklich königlich bekocht. Die beiden Inhaber waren dann aber doch enttäuscht, dass wir nur so wenig aßen. (Wenig! Ha, von wegen. 😉 ) Im Nachhinein kann ich ruhigen Gewissens sagen: Hätten wir nur Newcastle übersprungen und wären direkt nach Lowick gefahren! Aber nachher ist man immer schlauer, nicht wahr?

Ein paar Bilder von der Gegend gibt es natürlich auch wieder:

 

Collage Alnwick

Urlaubsimpressionen – Teil 7: Mehr Schein als Sein

Da waren wir also in Newcastle-upon-Tyne. Unser Hotel sah protzig aus, nicht zuletzt wegen der Säulen am Eingang und dem Rolls Royce Phantom vor der Tür. Die Dame an der Rezeption blieb zwar typisch britisch-höflich, aber das wir da mit unseren Jeans und Pulli nicht zwischen den Business-Leute passten, fiel sofort ins Auge. Das Ambiente war gediegen und wir machten, dass wir auf unser Zimmer kamen. Nach dem ersten „Wow-Moment“ kam dann aber die Ernüchterung. Das Hotel war so, wie der größte Teil der Stadt: Irgendwann wars mal schön, aber wenn man nichts pflegt und mal renoviert, dann sieht es nach all den Jahren… ranzig aus.

Als wir unsere Urlaubsfotos das erste Mal durchgeschaut haben, waren wir überrascht, wie gut alles doch auf den Fotos von Newcastle ausgesehen hatte. In der Tat sieht man nicht die abgeblätterten Ecken, die Kaugummis, die überall klebten, den Müll der oft herumlag und man riecht auch nicht die vielen Menschen, die sich in allen möglichen Ecken und Winkeln erleichtert hatten. Für uns war es okay, sich die Stadt mal angeschaut zu haben, zumal wir ein wirklich tolles Restaurant gefunden haben, aber noch mal müssen wir nicht dort hin. Positiv sei zu vermerken, dass sich etwas tut. An vielen Ecken wird gebaut und renoviert und der Bereich um die Universität und auch Blackfriars sind echte Oasen der Wohltat in der Stadt. Bezeichnend fanden wir auch, dass in dem Prospekt in unserem Hotelzimmer als größte Attraktion der Stadt das riesige Einkaufszentrum genannt wurde. Und wirklich: Wir haben fast einen ganzen Tag dort zugebracht, aber mehr aus der Not heraus, weil wir sonst schon so ziemlich alles abgeklappert hatten.

Schade eigentlich, aber eine Übernachtung hätten wir uns da mindestens sparen können.

Eine positive Überraschung war der Bereich um Blackfriars, eines alten Klosters, von dem aber nur noch einige Fundamente und ein Wirtschaftsgebäude stehen. Der Innenhof war geradezu idyllisch und man konnte vergessen, dass man sich in einer Großstadt befindet.

Falls es euch also mal irgendwann dorthin verschlagen sollte: Schaut euch das Kloster an und geht unbedingt im Restaurant essen. – Wenn ihr überlegen solltet extra dort hinzufahren: Tut es nicht.

Und wie immer noch ein paar Impressionen. Wie gesagt, auf den Fotos sieht es ganz schön aus, das Wetter hat sicherlich auch einen großen Teil dazu beigetragen.

Collage Newcastle

Urlaubsimpressionen – Teil 6: Wird das Auto sterben?

Nach einer letzten Nacht im Lake District und einem gewohnt sehr britischem Frühstück wollten wir unsere nächste Station anfahren: Newcastle-upon-Tyne. Ein Problem gab es da allerdings: Ich hatte vergessen, was wir tanken mussten. Diesel oder Unleaded – das war hier die Frage. Der Schatz meinte, es müsse „unleaded“ sein, also Benzin, aber sicher war er sich nicht. Die (wirklich sehr nette) Inhaberin des Bed & Breakfasts, Pat, konnte uns auch leider nicht weiterhelfen, gab uns aber den Tipp in einer Werkstatt vorbeizufahren. Ich habe dann aber doch beim Autovermieter angerufen und der konnte mir auch sofort weiterhelfen. Nachdem wir – wie vermutet – „unleaded“ getankt hatten, deckten wir uns mit Proviant ein und dann ging es aus dem Lake District heraus. Wir hatten vorher die Landkarte studiert und zwei Wege als die wahrscheinlichsten herausgesucht, beide führten über den Motorway, also die britische Autobahn. Trotzdem verließen wir uns dann doch auf unser Navi. Das führte uns aber natürlich nicht über die einfachen Wege, sondern mitten durch übers Land… So haben wir eine Menge von der Landschaft zwischen dem Lake District (Nord-Westen) und Newcastle (Nord-Osten) gesehen, aber vor Allem haben wir Blut und Wasser geschwitzt.

Das Auto hat den Weg über ganz schön geächzt, ging es doch Berghoch über Serpentinen und ein Corsa ist nun mal eher ein Stadtauto.

Mein Schatz hat einige Male geflucht, vor Allem wenn einem in ~ 180°-Kehren bergauf auch noch ein LKW oder ein Bus entgegenkam. Eine Situation, die wir mehrfach hatten. Außerdem hat er ein neues Wort erfunden: Straßenbauer-Tourette. 😀 Und das sieht so aus:

11NorthumberlandAuf der Straße davor uns danach waren etliche Kilometer nur geradeaus zu fahren…

Wir waren sehr froh, als wir in einem Stück in Newcastle ankamen, das Auto noch funktionierte und wir auch direkt unser Hotel fanden. Doch davon gibt es später mehr…

Urlaubsimpressionen – Teil 5: Seen sehen

Nach der Metropole und der „Kleinstadt“ sollte es jetzt aufs Land gehen – in den Lake District. Dieser liegt im Nordwesten Englands direkt an der schottischen Grenze und ist eine der Top-Adressen für Briten um Urlaub zu machen. Demnach ist es dort zwar ländlich, aber alles andere als ruhig. Wir waren jedoch in der Vorsaison da und haben nur einen kleinen Vorgeschmack auf die Menschenmassen bekommen, da wir über ein verlängertes Wochenende dort waren.

Doch zunächst mussten wir irgendwie dort hinkommen. Dazu haben wir unser Fortbewegungsmittel gewechselt. Doch eins nach dem Anderen. Erst einmal fuhren wir mit dem Zug von Warwick über Birmingham nach Manchester. Nun galt es unser neues Fortbewegungsmittel aufzustöbern. Die Wegbeschreibung war nämlich… nicht ganz eindeutig. Aber schließlich haben wir dann doch das wenig einladende Gelände gefunden und nach einigem Hin und Her konnte mein Schatz sich auf die „falsche“ Seite setzen und losfahren:

08 Lake DistrictIs er nicht schnuckelig, der Vauxhall Corsa? 🙂

Glücklicherweise kamen wir außerhalb der Hauptverkehrszeiten an, so dass es auf den Straßen relativ leer war. Unser Navi hat uns dann auch zügig auf den richtigen Motorway geführt und mein Schatz konnte das fahren auf der „falschen“ Seite in aller Ruhe verinnerlichen. Eigentlich wollten wir auf dem Weg noch die eine oder andere Pause machen, aber wir waren so schnell im Lake District, dass wir dann doch lieber erst direkt zu unserem Bed & Breakfast in Keswick weitergefahren sind.  In Keswick angekommen parkten wir, drehten eine kleine Runde durch die Innenstadt und aßen Fish & Chips (die leider nicht besonders gut waren…). Nach dem Einchecken in das wirklich niedliche Bed & Breakfast hatten wir nicht mehr wirklich den Elan noch großartig uns was anzuschauen und sind sehr früh eingeschlafen.

Passend zu meinem Geburtstag wurden wir von strahlendem Sonnenschein geweckt. Nach einem mal wieder typisch britischem Frühstück sind wir in Richtung Küste aufgebrochen. Den Tag über besichtigten wir dann Maryport und Whitehaven, kleine Städte direkt an der Küste. Leider war gerade Ebbe, so dass wir nicht viel Wasser gesehen haben, aber ein kleiner Strandspaziergang war trotzdem möglich. Da wir noch so viel Zeit hatten, sind wir dann noch in den „The Lake District Wildlife Park“ gefahren. Ein sehr schöner und teilweise auch weitläufiger Zoo. Viele Gehege sind neue und damit sehr geräumig, es stehen nur zwischendrin noch einige alte, etwas beengte Gehege. Da aber kräftig gebaut wurde, sollten diese auch bald Geschichte sein.

Abends wollten wir dann Essen gehen. Irgendwie konnte ich mich aber nicht entscheiden, eigentlich wollten wir ins „Dog & Gun“ aber dort war es – wie sonst auch überall – proppenvoll. Nach einigem Hin und Her sind wir dann im Restaurant des Hotels „The Kings Arms“ gelandet. Wir haben lecker gegessen und den Abend dann mit einem Stadtbummel gemütlich ausklingen lassen.

Der nächste Tag stand wieder im Zeichen der Kultur. Wir fuhren nach Carlisle und haben uns nicht nur die dortige Burg „Carlisle Castle“ angeschaut, sondern auch noch das Tullie House (ein Museum mit Galerie) die Carlisle Cathedral und die Innenstadt.

In der Burg gibt es (mal wieder) ein Regimentsmuseum, dieses Mal das der „Kings own Royal Border Regiment“, außerdem kann man einen Teil der alten Gebäude besichtigen. Selbstverständlich gibt es hier eine Ausstellung zu den Kriegen der Schotten (Bonnie Prince Charlie) gegen die Engländer (Duke of Cumberland) und der Schlacht zu Culloden (bei der die Schotten vernichtend geschlagen wurden) . Außerdem konnte man sich noch die Kellergewölbe anschauen, die teilweise als Gefängnis/ Kerker benutzt wurden. Ein Raum ist mir ganz besonders im Gedächtnis geblieben. Dort findet man in einigen Steinen große Löcher von mehreren Zentimetern Tiefe. Ein Schild wies darauf hin, dass hier Gefangene auf ihre Hinrichtung gewartet haben, teilweise mehrere Wochen lang. Es gab kein Fenster, also war es hier unter der Erde stockfinster. Die Menschen überlebten nur, indem sie Kondenswasser von den Steinen leckten! Wie viele Menschenzungen braucht es um Riesenlöcher in massiven Stein zu lecken? Mit dem Gedanken an all die todgeweihten Menschen, tritt man mit einem seltsamen Gefühl wieder in den strahlenden Sonnenschein.

09 Lake DistrictNach einer kleinen Pause ging es dann durch eine Unterführung (die in Großbritannien „Subway“ heißen im Gegensatz zu der U-Bahn, die man „Underground“ nennt) zum Tullie House. Dies ist ein Museum, in dem die Geschichte der Region gezeigt wird, von den Römern (die Ausstellung dazu ist übrigens grandios, ich habe sowieso selten so gelungene Ausstellungen gesehen, wie in Großbritannien) bis zur jüngeren Vergangenheit. Außerdem gibt es eine wahnsinnig große Galerie mit lokalen KünstlerInnen aller Epochen. In einem Raum waren Bilder ausgestellt, die man auch kaufen konnte. Leider hätte ich nicht gewusst, wie wir ein Bild heil nach Hause bekommen sollten, dabei gab es dort zwei, drei Bilder, die mir wirklich gut gefallen haben. Im gesamten Museum war das Fotografieren verboten.

Wieder zurück in die Sonne machten wir uns auf Richtung Innenstadt und kamen an der örtlichen Kathedrale vorbei. Der Eintritt ist kostenfrei, möchte man aber fotografieren wird man gebeten eine Ein-Tages-Lizenz für 1 GBP zu kaufen. Die Kirche ist berühmt für seinen Sternenhimmel. Bevor ich diesen lang und breit beschreibe, zeige ich euch doch einfach mal ein Foto:

10 Lake District

Schön, oder? Wenn man genau hingesehen hat, konnte man erkennen, dass der „Himmel“ aus einzelnen Brettern bestand.

Ihr werdet sicher verstehen, dass wir von diesem Tag wie erschlagen zurückkamen und uns nur noch (unter einigen Schwierigkeiten) Sandwiches organisierten um dann in unserem Zimmer zu essen und im Handumdrehen einzuschlafen.

Nachdem wir uns am Vortag die Füße plattgelaufen hatten, wollten wir diesen Tag ruhiger angehen lassen. Also sind wir in Keswick geblieben und gemütlich spazieren gegangen. Leider ist mir unterwegs das Blasenpflaster halb abgegangen und ich habe mir direkt eine große Blase gelaufen. Also sind wir zwischendurch wieder zurück zum Bed & Breakfast gelaufen. Abends waren wir dann indisch essen. Wir gehen hier in Deutschland auch ab und an mal indisch essen, aber das indische Essen hier und in Großbritannien ist nicht zu vergleichen. In Großbritannien ist es um Längen besser – aber meist auch pikanter/ schärfer gewürzt.

An unserem letzten Tag im Lake District haben wir den südlichen Teil erkundet. Der nördliche Teil ist ein wenig rauer, die Berge schroffer (ob sie unbedingt höher sind, weiß ich gar nicht) und die Besucher sind hauptsächlich Hundebesitzer, Wanderer und Aktiv-Urlauber (Mountainbiking…). Im Süden haben wir sehr viele ältere Menschen und solche, die es ruhiger angehen lassen wollen, gesehen, so eher die Ausflugsdampfer-Gesellschaft. Wir fuhren nach Windermere und parkten auf dem ersten Parkplatz, den wir gefunden haben – im Nachhinein ein großer Fehler. Denn nachdem wir bereits einige Minuten gelaufen waren, fanden wir das Hinweisschild „See 1 1/2 Meilen“. Am See angekommen verkündete der Schatz (der am Vortag Geburtstag hatte): „Wir sind jetzt alt, wir dürfen auch Schiff fahren!“ Also haben wir eine Ausflugsdampfer-Tour über den halben See gemacht. 🙂

Die Fahrt war ziemlich windig aber schön und tat unseren mittlerweile schmerzenden Füßen gut. Das Problem war nur, dass wir lediglich für 4 Stunden ein Parkticket gelöst hatten und man überall von dem harten Durchgreifen bei Parksündern hört. Dementsprechend nervös war ich, als wir vom Schiff wieder herunterkamen und das Ticket fast abgelaufen war. Das Problem an der Sache war: Die ca. 2 Meilen, die wir vorher bergab gelaufen waren, mussten wir jetzt wieder bergauf laufen… Durchgeschwitzt und völlig fertig kamen wir am Auto an, nur um festzustellen, dass alles okay war und weit und breit niemand irgendwas kontrollierte… An eine Weiterfahrt war natürlich nicht zu denken und so sind wir wieder zurückgefahren und haben uns erst einmal eine Dusche und frische Klamotten gegönnt.

Gegen Abend wollten wir noch einmal versuchen in einem der gut besuchten Pubs etwas zu essen. – Es war Sonntag Abend und die vorher so überfüllte Stadt war leer. Wir haben vielleicht 10 andere Menschen gesehen, wenn überhaupt. Was ein krasser Gegensatz! Natürlich haben wir direkt einen Platz in einem Pub bekommen und dort wirklich sehr gut gegessen. Überhaupt war das Essen in unserem Urlaub tadellos. Selbst die fertigen Sandwiches konnte man sehr gut essen, sie werden tagesfrisch angeboten, es ist für jeden Geschmack etwas dabei und man kann sie auf keinen Fall mit den lieblos zusammengeklatschten Dingern vergleichen, die hier angeboten werden. Überhaupt gibt es so ziemlich überall eine gute Auswahl an Essen, ob „gutbürgerliches“ Pub Food (das häufig regional und/ oder Bio ist), Snacks oder „richtiges“ Essen im Restaurant. Es gibt selbst Systemgastronomie abseits der Fastfood-Tempel, die man hier aus Deutschland kennt und die bieten gesundes und leckeres Essen an. Da kann sich die Essenskultur in Deutschland mehr als nur eine Scheibe von abschneiden.

Collage Lake District

Urlaubsimpressionen – Teil 4: Goodbye London (Luke Jackson)

Vom Bahnhof Marylebone aus ging es Richtung Norden, zu unserem Kontrastprogramm: Warwick.

Eine Stadt mit etwa 30.000 Einwohnern (im Vergleich dazu: London hat etwa 8,3 Millionen Einwohner in der Stadt und im Einzugsgebiet etwa 11,9 Millionen), die über einen schönen alten Ortskern verfügt und eine Burg, die „kreativerweise“ Warwick Castle heißt. Zunächst hatten wir vor, uns die Burg anzuschauen, aber sie wurde vor einiger Zeit von der Firma „Madame Tussaud’s“ gekauft und in eine Art Burgen-Disneyland verwandelt. Mit Kindern würde es sicherlich Spaß machen, dort hinzugehen, aber wir haben uns dagegen entschieden und lieber die Stadt selber erkundet.

Die Zugstrecken in Großbritannien sind auf Initiative von Margaret Thatcher privatisiert worden, so wie es hier auch teilweise der Fall ist. Man kann zwar über ein zentrales Portal im Internet die Fahrscheine buchen, je nach Region fährt man aber mit einer anderen Bahngesellschaft. Vor dem Urlaub habe ich viel negatives über das Bahnfahren in UK gelesen. Wir haben unsere Fahrscheine aber weit im Voraus gebucht (= günstiger) und sind außerhalb der Stoßzeiten (= pünktlicher + entspannter) gefahren und können nichts negatives berichten. Die Wagons waren sauber, das Gepäck konnten wir problemlos unterbringen, die Angestellten waren – wie üblich – höflich und die anderen Fahrgäste ebenfalls zurückhaltend.

In Warwick angekommen, war uns dennoch nach Gepäck loswerden, Duschen und Umziehen zu Mute. Doch zunächst mussten wir vom Bahnhof (der ganze 2 Gleise hatte!) aus zu dem Pub laufen, in dem wir ein Zimmer gebucht hatten. Das hieß gute 20 Minuten bei brennender Sonne und bergauf mit dem ganzen Gepäck über oft unebenen Boden laufen. So waren wir wirklich heilfroh, als das „Rose & Crown“ in Sicht kam. Wir checkten ein und stellten fest, dass die Bedienung, die uns unser Zimmer zeigte, aus Norddeutschland stammte! Sie sagte uns auch sofort, dass es am Abend Live-Musik geben sollte. Wir richteten uns in dem sehr großzügigen und renovierten Zimmer ein, machten uns frisch (wie man so schön sagt) und brachen zu einem Rundgang in der Stadt auf.

Die Stadt ist wirklich sehr schön und es gibt eine Menge alter Gebäude. J.R.R. Tolkien (der in dieser Stadt geheiratet hat) soll hier einige Inspiration für sein Meisterwerk „Herr der Ringe“ gefunden haben. So soll Edoras an die Altstadt angelehnt sein und Minas Tirith hat das Castle als Vorbild. Außerdem gibt es das Buch „Guy of Warwick“ in dem es einige Parallelen zum Herrn der Ringe geben soll. – Wenn dies Tatsachen entspricht, kann ich nur sagen: Ich kann es verstehen. Es ist eine wirklich schöne alte Stadt mit verwinkelten Gässchen neben modernen Straßen. Wir landeten in „The Mill Garden“, einem privaten, aber (wie in England sehr oft anzutreffenden) öffentlich zugänglichen Garten. Gegen einen Betrag in Höhe von 2 GBP pro Person, die laut Tafel an gemeinnützige Organisationen gespendet werden, besichtigten wir dann einen richtigen englischen Garten.

Collage Mill Garden WarwickIst er nicht schön? Man hatte einen direkten Blick auf das Castle und auf eine alte, verfallene Brücke. Der Garten hatte seinen Namen daher, dass auf dem Gelände früher eine Straße zur örtlichen Mühle geführt hat. Straße und Mühle sind aber schon lange nicht mehr vorhanden, aber dafür dieser hübsche Garten.

Der Rest der Stadt ist auch sehr hübsch, das konnten wir dann noch am Rest des Tages und am Folgetag (dem einzigen übrigens mit wirklich schlechtem Wetter) überprüfen. Wir machten eine kleine Museumstour und schauten uns das Stadtmuseum von Warwick an. Neben einigen netten Ausstellungsstücken zum Thema Natur und Historie der Region war auch dieser Wandteppich ausgestellt. Davon wurden insgesamt 4 Stück hergestellt – für jede Himmelsrichtung einer. Ein Riesending, wie ihr seht.

06Warwick

Das Besondere ist aber, dass es sich um eine Landkarte handelt. Hier mal ein Ausschnitt.

07WarwickIch möchte gar nicht wissen, wie lange es gedauert hat um so einen Wandbehang herzustellen!

Weiter ging es zum Lord Lancaster Hospital. Ein Gebäude, das nie als Krankenhaus benutzt wurde, sondern erst als Gildehaus für Handwerker verschiedenster Zünfte und dann als „Altersruhesitz“ für Veteranen. Das Regiment der „The Queen’s own Hussars“ erhält dieses Gebäude bis heute zusammen mit dem aktuellen Lord Lancaster und betreibt ein Regimentsmuseum.

Auch hier gibt es ein paar gesammelte Impressionen:

Collage Lord Lancaster Hospital Warwick

Vor dem Regen haben wir uns dann noch in das älteste Gebäude der Stadt verzogen – eine süße Teestube in der wir leckeren Tee mit Apple Pie und Clotted Cream genossen.

Die Live-Musik am Abend zuvor war übrigens sehr gut, die Stimmung ausgelassen, das Bier kühl und das Abendessen sehr lecker. Wenn es euch mal nach Warwick verschlagen sollte, kann ich euch das „Rose & Crown“ direkt am Marktplatz nur empfehlen. Und damit beende ich den Bericht über Warwick mit mehr Bildern:
Collage Warwick