Urlaubsimpressionen – Teil 4: Goodbye London (Luke Jackson)

Vom Bahnhof Marylebone aus ging es Richtung Norden, zu unserem Kontrastprogramm: Warwick.

Eine Stadt mit etwa 30.000 Einwohnern (im Vergleich dazu: London hat etwa 8,3 Millionen Einwohner in der Stadt und im Einzugsgebiet etwa 11,9 Millionen), die über einen schönen alten Ortskern verfügt und eine Burg, die “kreativerweise” Warwick Castle heißt. Zunächst hatten wir vor, uns die Burg anzuschauen, aber sie wurde vor einiger Zeit von der Firma “Madame Tussaud’s” gekauft und in eine Art Burgen-Disneyland verwandelt. Mit Kindern würde es sicherlich Spaß machen, dort hinzugehen, aber wir haben uns dagegen entschieden und lieber die Stadt selber erkundet.

Die Zugstrecken in Großbritannien sind auf Initiative von Margaret Thatcher privatisiert worden, so wie es hier auch teilweise der Fall ist. Man kann zwar über ein zentrales Portal im Internet die Fahrscheine buchen, je nach Region fährt man aber mit einer anderen Bahngesellschaft. Vor dem Urlaub habe ich viel negatives über das Bahnfahren in UK gelesen. Wir haben unsere Fahrscheine aber weit im Voraus gebucht (= günstiger) und sind außerhalb der Stoßzeiten (= pünktlicher + entspannter) gefahren und können nichts negatives berichten. Die Wagons waren sauber, das Gepäck konnten wir problemlos unterbringen, die Angestellten waren – wie üblich – höflich und die anderen Fahrgäste ebenfalls zurückhaltend.

In Warwick angekommen, war uns dennoch nach Gepäck loswerden, Duschen und Umziehen zu Mute. Doch zunächst mussten wir vom Bahnhof (der ganze 2 Gleise hatte!) aus zu dem Pub laufen, in dem wir ein Zimmer gebucht hatten. Das hieß gute 20 Minuten bei brennender Sonne und bergauf mit dem ganzen Gepäck über oft unebenen Boden laufen. So waren wir wirklich heilfroh, als das “Rose & Crown” in Sicht kam. Wir checkten ein und stellten fest, dass die Bedienung, die uns unser Zimmer zeigte, aus Norddeutschland stammte! Sie sagte uns auch sofort, dass es am Abend Live-Musik geben sollte. Wir richteten uns in dem sehr großzügigen und renovierten Zimmer ein, machten uns frisch (wie man so schön sagt) und brachen zu einem Rundgang in der Stadt auf.

Die Stadt ist wirklich sehr schön und es gibt eine Menge alter Gebäude. J.R.R. Tolkien (der in dieser Stadt geheiratet hat) soll hier einige Inspiration für sein Meisterwerk “Herr der Ringe” gefunden haben. So soll Edoras an die Altstadt angelehnt sein und Minas Tirith hat das Castle als Vorbild. Außerdem gibt es das Buch “Guy of Warwick” in dem es einige Parallelen zum Herrn der Ringe geben soll. – Wenn dies Tatsachen entspricht, kann ich nur sagen: Ich kann es verstehen. Es ist eine wirklich schöne alte Stadt mit verwinkelten Gässchen neben modernen Straßen. Wir landeten in “The Mill Garden”, einem privaten, aber (wie in England sehr oft anzutreffenden) öffentlich zugänglichen Garten. Gegen einen Betrag in Höhe von 2 GBP pro Person, die laut Tafel an gemeinnützige Organisationen gespendet werden, besichtigten wir dann einen richtigen englischen Garten.

Collage Mill Garden WarwickIst er nicht schön? Man hatte einen direkten Blick auf das Castle und auf eine alte, verfallene Brücke. Der Garten hatte seinen Namen daher, dass auf dem Gelände früher eine Straße zur örtlichen Mühle geführt hat. Straße und Mühle sind aber schon lange nicht mehr vorhanden, aber dafür dieser hübsche Garten.

Der Rest der Stadt ist auch sehr hübsch, das konnten wir dann noch am Rest des Tages und am Folgetag (dem einzigen übrigens mit wirklich schlechtem Wetter) überprüfen. Wir machten eine kleine Museumstour und schauten uns das Stadtmuseum von Warwick an. Neben einigen netten Ausstellungsstücken zum Thema Natur und Historie der Region war auch dieser Wandteppich ausgestellt. Davon wurden insgesamt 4 Stück hergestellt – für jede Himmelsrichtung einer. Ein Riesending, wie ihr seht.

06Warwick

Das Besondere ist aber, dass es sich um eine Landkarte handelt. Hier mal ein Ausschnitt.

07WarwickIch möchte gar nicht wissen, wie lange es gedauert hat um so einen Wandbehang herzustellen!

Weiter ging es zum Lord Lancaster Hospital. Ein Gebäude, das nie als Krankenhaus benutzt wurde, sondern erst als Gildehaus für Handwerker verschiedenster Zünfte und dann als “Altersruhesitz” für Veteranen. Das Regiment der “The Queen’s own Hussars” erhält dieses Gebäude bis heute zusammen mit dem aktuellen Lord Lancaster und betreibt ein Regimentsmuseum.

Auch hier gibt es ein paar gesammelte Impressionen:

Collage Lord Lancaster Hospital Warwick

Vor dem Regen haben wir uns dann noch in das älteste Gebäude der Stadt verzogen – eine süße Teestube in der wir leckeren Tee mit Apple Pie und Clotted Cream genossen.

Die Live-Musik am Abend zuvor war übrigens sehr gut, die Stimmung ausgelassen, das Bier kühl und das Abendessen sehr lecker. Wenn es euch mal nach Warwick verschlagen sollte, kann ich euch das “Rose & Crown” direkt am Marktplatz nur empfehlen. Und damit beende ich den Bericht über Warwick mit mehr Bildern:
Collage Warwick

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