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Buy local! – Lokale Schafrassen – lokale Schäfereien (Teil 2.3)

Kaum haben wir es uns in den rauen Gebirgslagen der Alpen bequem gemacht, geht es schon wieder in eine ganz andere Ecke Deutschlands. Auch dieses Mal erzähle ich dir von einem Schaf, dass sich nicht sehr um Landesgrenzen kümmert. Wir begeben uns in den Osten der Republik, genauer gesagt nach Mecklenburg-Vorpommern, sowie noch etwas weiter in den Osten nach Polen:

Rauhwolliges Pommersches Landschaf

Rauhwolliges Pommersches Landschaf – Mutterschaf mit Lämmern (Quelle)

Damit geht es aus steinigen Höhen ans Wasser. Nicht nur hat Mecklenburg-Vorpommern die längste Küste Deutschlands, es gibt neben der Klimaprägenden Ostsee auch unzählige Seen und Flüsse. Ich denke, dir dürfte die Mecklenburger Seenplatte auch ein Begriff sein, um ein bekanntes Beispiel zu nennen.

Entsprechend ist sowohl hier, als auch im angrenzenden Polen, das Klima ein anderes. Wie wir bereits gelernt haben: Anderes Klima, andere Schafe.

Das Rauhwollige Pommersche Landschaf ist gut an Feuchte angepasst – ob von oben oder unten. Es hat ein harsches, Wind und Wetter trotzendes Haarkleid, wird als mittelgroß und robust beschrieben.
Mittelgroß bedeutet, dass die Mutterschafe etwa 45 – 60 kg wiegen und die Böcke etwa 60 – 70 kg. Pro Schur kommen an Wolle 4-5 kg bei Mutterschafen und sogar 6-7 kg bei Böcken zusammen. (Quelle)
Die Farbe der Wolle kann von grau bis schwarz-blau reichen. Dabei kommen die Lämmer schwarz auf die Welt und hellen mit der Zeit auf.
Ich habe übrigens einen Strang der Wolle in einem dunklen graubraun verstrickt. – Näheres dazu weiter unten.

Laut einer Messreihe, die von 2002 bis 2006 durchgeführt wurde, liegt die Wolle durchschnittlich bei 34,74 Micron (Quelle), wobei die einzelnen gemessenen Werte durchaus stark auseinandergehen ( 27,9 – 40,61 Micron). Nur noch mal zum Vergleich: Bei einem Merinoschaf haben wir etwa 18-24 Micron.

Geschichtlich handelt es sich um eine alte Rasse – es gibt ausführlichere Erwähnungen in der Fachliteratur des 18. Jahrhunderts. So soll das Rauhwollige Pommersche Landschaf wohl auf das Zaupelschaf und das Hannoversche Schaf zurückgehen. Zaupelschafe waren eine im Mittelalter weit verbreitete Schafrasse, wobei wohl nicht so ganz klar ist, ob man hier wirklich von einer Rasse sprechen kann. Diese Schafe waren über ganz Europa verbreitet. “Zaupel” bedeutete so etwas wie “liederlich” oder “fruchtbar”, so dass hier eventuell auch einfach lokale Schläge von robusten und fruchbaren Schafen gemeint sein könnten?! (Ich spekuliere hier, wenn du genaueres weißt, melde dich bitte bei mir.)
Über das Hannoversche Schaf lässt sich hingegen nicht so wirklich was finden. Es scheint eine Kreuzung aus Zaupelschaf und Heidschnucke gewesen sein.
Wenn du mehr über die Historie des Rauhwolligen Pommerschen Landschafs lesen möchtest, lege ich dir diesen Artikel ans Herz. Frau Höller hat viele Informationen zusammengetragen und diesen wirklich tollen Artikel verfasst.

Rauhwolliges Pommernschaf – Böcke (Quelle)

Wie oben bereits geschrieben, hat das Vlies dieser Schafe einen Micronwert von durchschnittlich 34,74. Damit ist klar, dass es auch vom Rauhwolligen Pommersche Landschaf keine schmuseweiche Kuschelwolle gibt. Empfohlen wird die Verwendung traditionell für Oberbekleidung – dem schließe ich mich an.

Das Garn fühlt sich auf dem Strang zwar rau, aber luftig an. Vor dem Waschen ist die Struktur glatt mit einigen Grannenhaaren, die aber nicht weiter auffallen. Das Garn, das ich verwendet habe, ist deutlich mit Lanolin (oder Spinnölen?) versetzt, was aber der Griffigkeit keinen Abbruch tut. Dabei ist eben diese Griffigkeit keinesfalls unangenehm, höchstens ungewohnt.

Maschenprobe ungewaschen; 25 cm breit, 30,5 cm lang

Mein erster Gedanke beim Verstricken war: “Das fühlt sich genau so an, wie das Fell meines Hundes.” – Ich hatte vor Jahren einen Airedale Terrier, also einen rauhaarigen Terrier. ich glaube, dass das ein guter Vergleich ist: Rau mit dennoch einer so glatten Struktur, dass das Anfassen nicht unangenehm ist. Durch die im Garn vorhandene Luft wird sich im fertigen Strickstück sicherlich eine sehr gute Isolierung ergeben. – Das spricht für die oben genannte, traditionelle Verwendung.

Ich kann mir sehr gut eine rustikale Jacke daraus vorstellen, die ich wohl auch bei Nieselregen tragen würde. Vielleicht werde ich eine Jacke für den Garten stricken: Eine Jacke, damit ich sie bei anstrengender Arbeit in kühler Witterung offen tragen kann, in die ich mich in Ruhepausen aber schön einmuckeln kann.

Im Zuge eines wirklich netten Telefonats mit Herrn Klucken (von dessen Homepage auch die Fotos stammen) hat mir dieser bestätigt, dass man damit gute wetterfeste Kleidung herstellen kann. Zudem soll die Wolle gut zum Filzen sein. – Obacht also beim Waschen!

Mein Probeläppchen habe ich allerdings wie alle Wollsachen gewaschen, die bei mir in die Handwäsche gehen: Heißes Wasser mit Wollwaschmittel (oder alternativ Spüli) – gut einweichen lassen und dann nicht bewegen, bis das Wasser kalt ist. Dann mehrfach mit klarem, kalten Wasser nachspülen.

Gefilzt ist dabei nix. Das Strickstück ist nach dem Trockenen ein kleines bisschen pieksiger geworden, aber auch etwas weicher. Die Grannen stehen halt etwas mehr heraus. Eventuell legt sich das bei weiteren Wäschen.
Im Allgemeinen hat sich das Strickbild geglättet. Zöpfe halte ich für vergebene Liebesmühe, dafür ist das Maschenbild nicht klar genug. Gleiches gilt für rechts-links-Muster. Das Lochmuster kommt weiterhin gut heraus. Hier stellt sich mir aber die Stil-Frage. Sieht so rustikales Garn gut mit einem doch eher filigranen Lochmuster aus?
Wahrscheinlich würde ich hier eine einfarbige, glatt rechts gestrickte Jacke bevorzugen, oder das Garn mit einer helleren Wolle kombinieren.
Farblich ist alles ein bisschen gräulicher geworden. Die starke Abweichung auf den beiden Fotos liegt allerdings an der unterschiedlichen Belichtung. In Echt hat sich die Farbe nur minimal verändert.

Maschenprobe gewaschen: 26 cm breit, 31 cm lang

Natürlich habe ich von dieser Wolle auch wieder ein Kardenband, dass ich verspinnen und dann gesondert darüber berichten werde.

World Wide Knit In Public-Day (WWKIP) & Handarbeitstreff Dülmen

Im Moment genieße ich meinen Urlaub und nutze die Zeit ehrlich gesagt lieber offline. Der eine oder andere Artikel ist aber dennoch in Vorbereitung. Im Moment teste ich wieder Garn von einer Schafrasse über die es dann demnächst mehr zu lesen gibt.

Jetzt möchte ich dich aber noch auf etwas aufmerksam machen:

Am Samstag, den 8. Juni ist nämlich wieder der Word Wide Knit In Public-Day, oder kurz WWKIP.

Du findest auf der Seite des WWKIP mehr Infos. Hier trotzdem eine kurze Zusammenfassung:

Im Jahr 2005 hat Danielle Landes die Idee, handarbeitende Menschen in die Öffentlichkeit zu holen, umgesetzt. Seitdem wird jedes Jahr an einem Wochenende im Juni dieser Tag ausgerufen. Mittlerweile melden sich weltweit viele Gruppen über die Seite des WWKIP an. Dazu kommen noch etliche Gruppen, die sich nicht offiziell anmelden, den Tag aber für einen Stricktreff nutzen.

Vor einigen Jahren habe ich mal an einem WWKIP in Bochum teilgenommen. Leider hat es sich danach nicht mehr ergeben – bis zu diesem Jahr.

Am Samstag, den 8. Juni findet nämlich ein Treffen statt, dass von Lanaphilia (vom gleichnamigen Wollshop) organisiert wird. Nähere Infos findest du entweder auf der Seite vom WWKIP, als Event bei Facebook und auf ravelry ebenfalls als Event.

Ich werde an dem Tag zusammen mit ein paar Mädels vom Handarbeitstreff Dülmen teilnehmen und hoffe sowohl auf gutes Wetter, als auch auf viele nette Menschen, die vorbeischauen. Vielleicht kommst du ja aus der Nähe und hast Zeit und Lust mitzumachen?

Apropos Handarbeitstreff Dülmen: Ich mache an dieser Stelle schamlos Werbung für unseren Stricktreff. Wir treffen uns immer am 2. Freitag in einer Bäckerei in Dülmen. Hier der aktuelle Flyer für dich:

Wenn du Fragen dazu hast, melde dich gerne!

Jetzt gehe ich aber wieder die Sonne genießen – natürlich zusammen mit meinem aktuellen Strickprojekt und einer schönen Tasse Tee.

Bis bald!

Buchrezension: Neil Gaiman – American Gods

Bevor es diesen Blog in seiner jetzigen Form gab, habe ich verschiedenste Rezensionen veröffentlicht. Leider sind die Texte bei einem Systemabsturz gelöscht worden und ich hatte natürlich keine Sicherung gemacht. Wie dem auch sei. Es gibt einen Neustart.
Ich rezensiere, was mir über den Weg läuft. Bücher, Hörbücher, Hörspiele, Spiele, etc.pp.
Natürlich gilt auch hier der Hinweis, den du an der Seite findest: Ich bezahle alles selber. Sollte das irgendwann nicht der Fall sein, weise ich dich darauf hin.

Heute also ein episches Werk der Gegenwartsliteratur: American Gods.

Aus der literarischen Vorlage wird aktuell eine Serie gemacht, die du über amazon prime anschauen kannst.

Von dieser Geschichte gibt es mittlerweile verschiedene Versionen. Ich habe diese gelesen:

Autor: Neil Gaiman
Titel: American Gods – The war had begun and nobody saw it. (10th Anniversary Edition)
Verlag: William Morrow
Erscheinungsjahr: August 2016
Seiten: 750

Über den Autor

Neil Gaiman hat in seinem Leben schon einiges geschrieben. Seine Werke sind hauptsächlich im Bereich Horror, (Dark) Fantasy und Science Fiction angesiedelt und haben eine ganz eigene Bildsprache.
Oft sind die Geschichten des 1960 geborenen Briten düster und voller Sex und Gewalt. Sicherlich also nichts für jeden. Vielleicht kann man seinen Stil als eine Art (noch) dunklere Version von Tim Burton beschreiben.
Sehr bekannt wurde seine Serie “Sandman Chronicles”, die ich selber auch gern lese. Hierbei handelt es sich um Graphic Novels, in denen gefühlt alle Vorräte an schwarzer Farbe von DC-Comics dran glauben mussten. (Und der Verlag hat davon eine ganze Menge. Immerhin erscheinen dort auch so Formate wie “Batman” oder “Watchmen”)
Seit 2011 ist er mit der Sängerin Amanda Palmer (“The Dresden Dolls” bzw. seit Jahren solo unterwegs) verheiratet und lebt mit ihr und dem gemeinsamen Sohn in den USA.

Inhaltsangabe

Shadow sitzt im Gefängnis. Er wird vorzeitig entlassen und hat nur noch ein paar Tage, die er überstehen muss. Dann kann er endlich wieder zu seiner geliebten Ehefrau Laura zurückkehren. Aber irgendwas ist seltsam. Es liegt so eine merkwürdige Stimmung in der Luft, als wenn in Kürze ein Sturm losbrechen wird.
Und dann wird er zum Gefängnisdirektor gerufen: Seine Frau ist gestorben und er wird deswegen ein paar weitere Tage früher entlassen.

Auf dem Heimweg gerät er an den seltsamen Mr. Wednesday, der ihn offensichtlich kennt. Shadow ist ihm jedoch noch nie begegnet. Mr. Wednesday ist gut mit Worten – merkwürdig gut. Eigentlich ist gerade alles zu seltsam für Shadow; trotzdem lässt er sich von Mr. Wednesday rekrutieren. Als Bodyguard, Chauffeur, Mädchen für alles. Denn es scheint so, als ob er ihn sowieso nicht mehr loswird.
Auch der Tod seiner Frau birgt einige Seltsamheiten. – Und nicht nur der Tod an sich, sondern auch das Leben danach.
Für Shadow beginnt so ein skuriller Roadtrip voll mit Göttern, wandelnden Toten und jede Menge Sex, Drugs und irgendwie auch ein bisschen Rock’n’Roll.

Meinung

Dies ist nicht das erste Buch, dass ich von Neil Gaiman gelesen habe. Ich mag seinen Schreibstil, der sofort Bilder vor meinem inneren Auge entstehen lässt, ohne durch zu viele Details zu langweilen.

Er versteht es meisterhaft den Leser im Dunkeln tappen zu lassen. Man begleitet den ahnungslosen Shadow auf seiner Reise und bekommt ungefähr so viele Bruchstücke mit, wie dieser. Dazwischen mischen sich Traumsequenzen, die Leser und Hauptperson gleichermaßen ratlos zurücklassen. Definitiv eine Geschichte, auf die man sich einlassen muss. Man muss darauf vertrauen, dass am Ende alle Fäden zusammenpassen.

Der Titel “American Gods” ist Programm: Es finden sich Anspielungen und Hinweise auf Götter und Mythengestalten aus Pantheons der ganzen Welt. Dies beginnt bei bekannten Gottheiten und endet bei Gottheiten, die auch jemand, der sich damit beschäftigt hat, durchaus nachschlagen muss. Alles in Allem hat Gaiman generell ein Faible für übernatürliche Wesen in all ihren Facetten.

Die eine oder andere Logiklücke habe ich in dem Buch entdeckt, konnte aber trotzdem gut darüber hinweg lesen. Die Geschichte erzeugt beim Lesen tatsächlich eine Atmosphäre wie kurz vor einem Sturm. Ständig das Gefühl, dass es gleich losgeht, Ständig das Gefühl, irgendwas lauert da kurz außer Sichtweite.

Zu der aktuellen amazon-Serie gibt es eine Reihe Gemeinsamkeiten aber auch viele Abweichungen. Ich habe mir das Buch jedenfalls nicht durch die Serie kaputtgemacht – oder andersherum. Liegt sicherlich auch daran, dass Gaiman an der Serienproduktion beteiligt ist. Natürlich haben mir Details im Buch besser gefallen als in der Serie oder umgekehrt. Alles in allem ist die Adaption aber sehr gelungen.

Fazit

Das lässt sich kurz zusammenfassen: Ein echter Gaiman. Man muss sich auf scheinbar zusammenhanglose Sequenzen einlassen, die oft erst in der Retrospektive einen Sinn ergeben. Außerdem macht es das Lesen schöner wenn man sich mit verschiedenen Götterwelten auskennt. Dann erkennt man oft Charaktere schon beim ersten Auftritt.
Definitiv kein Buch für Kinder und Erwachsene, die sonst eher bei der “leichten Literatur” zu finden sind.

Buy local! – Lokale Schafrassen – lokale Schäfereien (Teil 2.2)

Aus den Mittelgebirgen Deutschlands, aus dem das Coburger Fuchsschaf wohl ursprünglich stammt, geht es weiter in den Süden. Genauer gesagt in die Alpen. Dort gibt es einige Bergschaf-Rassen. Ich möchte dir dieses Mal etwas über diese Schafrasse erzählen:

Alpines Steinschaf

Diese Schafrasse stammt aus den Alpen (vornehmlich den Ostalpen). Trotz einiger Vermischungen über die Zeit konnte eine Studie aus dem Jahr 2000 dank genetischer Untersuchungen feststellen, dass das Alpine Steinschaf auf das neolithische Torfschaf zurückgeht.
Nur um kurz die zeitliche Dimension zu verdeutlichen: Das Neolithikum heißt auf deutsch “Jungsteinzeit” und umfasst den ungefähren Zeitraum von ca. 11.500 v. Chr. bis ca. 5.500 v. Chr.
Außerdem konnte nachgewiesen werden, dass andere Bergschafrassen mit dem Steinschaf weniger nah verwandt sind. (Quelle)
Kurz gesagt ist diese Rasse uralt.

Diese kleinen bis mittelgroßen Schafe sind hart im Nehmen. Wie der Name vermuten lässt, kommen sie in Hochgebirgslagen zurecht, in denen Kühe und auch andere Schafrassen längst das Handtuch werfen.
Entsprechend ist das Vlies wohl sehr fettig; dadurch werden Wind und Regen abgehalten. – Wie ein natürlicher Regenmantel eben.

Die Wolle kommt in allen Farben daher, auch Scheckungen sind möglich. Was ich besonders hübsch finde: Es gibt auch graue Steinschafe. Dies ist eine Farbe, die eher selten vorkommt.
Pro Jahr liefert ein Tier 2,5-3,5 kg Wolle.

Die Textur des Vlieses wird wie folgt beschrieben: Lange Grannenhaare und feine Unterwolle. Weitere Einzelheiten konnte ich bisher nicht herausfinden – wenn du dich also besser auskennst, melde dich gern bei mir.

Über Kollektion der Vielfalt habe ich unter anderem ein Knäuel vom Alpinen Steinschaf erstanden. Das Garn wird ansonsten auch über die Arbeitsgemeinschaft Alpines Steinschaf vertrieben.
Bei Natürliche Wolle habe ich ebenfalls Wolle dieser Schafrasse gefunden – habe mit diesem Shop aber keine Erfahrungswerte.

Im Knäuel fühlt sich das dreifädige Garn trocken und griffig an. Wenn ich das Knäuel drücke, knistert die Wolle ein bisschen. Mein erster Eindruck ist, dass es etwas weicher ist, als der Coburger Fuchs.

Die Farbe der Wolle ist ein helles Wollweiß mit einzelnen dunklen Grannenhaaren, die aber nur bei näherer Betrachtung auffallen.

Das Garn ließ sich gut verstricken. Beim Waschen (Handwäsche – wie ich Wolle wasche, erkläre ich später in einem gesonderten Beitrag.) kamen die Grannenhaare richtig heraus, viele davon habe ich auch ausgespült, die anderen haben sich wie ein kleiner Teppich auf das Gestrick gelegt. Man sieht sie aber nur, wenn man genau hinschaut.
Es ist mit dem Waschen etwas gewachsen und das Maschenbild ist ein ganz kleines bisschen verwaschener geworden. Dennoch ergibt es weiterhin ein recht klares Maschenbild. Für kleinteilige rechts-links-Muster würde ich es nicht verwenden und auch für Lochmuster nur bedingt. Zöpfe sehen aber meiner Meinung nach weiterhin gut aus.

Sehr viel weicher geworden ist das Gestrick durch das Waschen übrigens nicht. Ich schätze, dass dies an den Grannenhaaren liegt, die ein bisschen pieksig sind. Ich werde auf jeden Fall noch testen, wie es sich mit den Grannenhaaren nach weiteren Wäschen verhält. Gefilzt ist übrigens nichts.

Fazit: Garn vom Alpinen Steinschaf ist für rustikale Oberbekleidung (“Landmode”) geeignet. Ich könnte mir gut eine dicke Winterjacke oder einen Pullover daraus vorstellen. Durch das klare Maschenbild beim glatt rechten Gestrick, denke ich, dass es auch gut geeignet ist um mit mehreren Farben zu stricken.

Außerdem habe ich noch kardierte Wolle mitbestellt, die ich dann bei Gelegenheit verspinnen werde. Bis ich darüber berichten kann, wird es aber noch dauern.

Übrigens: Mit dem Kauf dieser Wolle unterstützt du den Erhalt des Alpinen Steinschafs.
2013 gab es nur noch 68 Böcke und 693 Muttertiere. Quelle
2017 dann hat sich der Bestand auf 75 Böcke und 850 Muttertiere erhöht. Quelle
Damit ist dem Alpinen Steinschaf ein Spitzenplatz unter den bedrohten Haustierrassen sicher. – Leider.

Durch den sehr kleinen Bestand ist Strickgarn relativ schwer zu bekommen. Außer den oben genannten Quellen habe ich noch eine gefunden, die mich (positiv) überrascht hat: Nature’s Luxury hat ein naturgraues Garn im Sortiment, dass zu 100% vom Alpinen Steinschaf kommt.

Anmerkung

Ich habe überlegt, ob ich dazu etwas schreiben soll, wie du siehst, habe ich mich aber nun dafür entschieden: Ich hätte dir sehr gerne Fotos der Schafrasse gezeigt und auch noch die eine oder andere Information mit in diesen Beitrag gepackt.
Dieser Beitrag ist seit Anfang April 2019 bis auf einige Kleinigkeiten fertig. Ich habe die Interessengemeinschaft Alpines Steinschaf mehrfach freundlich angeschrieben und auch Züchter der Rasse. Leider kam überhaupt keine Reaktion, nicht mal ein “sorry, aber wir haben kein Interesse/ gerade keine Zeit”.
Auch wenn ich verstehen kann, dass E-Mails durchaus untergehen können und gerade auch viel zu tun ist, finde ich das doch gelinde gesagt sehr schade und ehrlicherweise wenig professionell.

Wenn du Alpine Steinschafe hältst und ein bisschen was über diese Rasse erzählen möchtest, freue ich mich sehr auf eine Nachricht von dir.
Gerne per E-Mail an yggdrasilsblog [at] gmail.com, als Kommentar auf dieser Seite oder per Nachricht auf Ravelry oder Instagram.

Wochenrückblick 14

Ich wünsche dir Frohe Ostern und hoffe, dass du entspannte Feiertage verleben kannst. Zu solchen Gelegenheiten möchte man ja gern allen gerecht werden und endet dann in einem gestressten Zustand, der so nicht gewollt war. Jedenfalls geht es mir oft so. Dieses Jahr ziehen mein Mann und ich uns daher fast vollständig heraus.

Stattdessen war diese Woche gleichzeitig entspannt und produktiv:

Kreativ

Ich habe endlich ein Logo! Hurra!

Mein Nähkurs pausiert aktuell wegen der Ferien. Ich hatte in der letzten Stunde ein Raglan-Shirt zugeschnitten und wollte es am Donnerstag “mal eben” fertignähen. Du ahnst es bestimmt – “mal eben” klappt halt selten. Nach dem 3. Versuch das Halsbündchen einzunähen habe ich aufgegeben.
Ich habe keine Ahnung warum, aber Halsbündchen und ich stehen häufiger auf dem Kriegsfuß.
Da muss die Kursleiterin mir beim nächsten Mal aus der Patsche helfen.

Dafür habe ich dann gestern die beiden Jogginghosen fertiggenäht. Eine davon habe ich heute auch an. Es gibt sicher noch Verbsserungsbedarf, aber von dem Stoff ist ja auch noch was übrig.

Bisher habe ich meinen Vorsatz, in der nächsten Zeit keine Socken mehr zu stricken, auch durchgehalten. Auf der H+H habe ich von Frau Jetztkochtsieauchnoch ein Anleitungsheft von Addi bekommen, in dem hauptsächlich Sockenanleitungen drin sind. Da gefällt mir die eine oder andere Anleitung ja schon sehr… Ich versuche aber standhaft zu bleiben. Sommerklamotten gehen jetzt vor.

Apropos Sommerklamotten. Letzte Woche hatte ich ja geschrieben, dass ich Garn für eine Sommerjacke wickeln wollte. Inzwischen habe ich den Featherweight Cardigan angefangen und bin fast mit dem Körper fertig. Da der Cardigan mit 4er Nadeln gestrickt wird, komme ich trotz der dünnen Wolle (530m/ 100g) gut vorwärts. Vielleicht starte ich heute oder morgen mit dem Bündchen.

Hier das aktuellste Bild, das ich habe – mittlerweile ist der Cardigan ein ganzes Stück gewachsen:

Grandiose Farbe, oder?

An der Temperaturdecke habe ich nichts weiter gestrickt. Bisher habe ich Wochentage rechts gestrickt und Wochenenden und Feiertage links. Irgendwie ist mir für die warmen Jahreszeiten nach einem anderen Muster, aber es müsste ja eins sein, das nur über eine Reihe geht. Bisher ist mir noch nichts über den Weg gelaufen, das mit gefallen hätte. Hast du vielleicht einen Vorschlag?

Übrigens ist der nächste Beitrag zu den heimischen Schafrassen schon seit einer gefühlten Ewigkeit fertig, die Schafzuchtgemeinschaft, antwortet mir aber leider nicht. Ich fürchte, ich muss Fotos von jemand anderem organisieren. Hoffentlich finde ich jemanden, der da interessierter ist. Finde ich echt schade, so was. Ich werde noch bis Mittwoch warten und dann wohl weiter auf die Suche gehen.

Gesponnen habe ich diese Woche auch wieder und zwar Coburger Fuchs. In dem Kardenband sind ganz viele kleine Filzknubbel drin, die ich nicht so mag. Keine Ahnung, ob das Absicht ist. Ich verspinne die jetzt jedenfalls mit und bin gespannt, wie das fertige Garn damit aussieht.

Arbeit

Dank der Osterferien haben wir momentan keine Veranstaltungen und es scheinen auch etliche Kolleg*innen im Urlaub zu sein. Dementsprechend habe ich einige liegengebliebene Sachen weggearbeitet. (Ablage! Wääähhhh!)

Außerdem hatte ich Mittwoch und Donnerstag Urlaub und das war auch dringend notwendig!

Sport + Gesundheit

Der einzige Sport, den ich gemacht habe, fällt unter die nächste Kategorie. Hat jedenfalls dafür gesorgt, dass die Oberschenkel-Rückseite ordentlich gedeht wurde. (Jupp, richtig: Ich habe Muskelkater.)

Yoga ist leider ausgefallen.

Garten + Grünzeug

Überall wachsen die Pflanzen! Ich mag diese Jahreszeit. Der Garten wird so langsam wieder grün. – Leider auch die Pflanzen, die ich nicht im Garten haben möchte. Also habe ich die letzten Tage damit verbracht Eimer um Eimer mit diversem Kraut aus den Beeten zu holen. Freitag und heute wird Pause gemacht, dafür gehts dann morgen früh noch mal rein. Abgesehen vom Muskelkater tut die Arbeit aber seltsamerweise echt gut. Ich höre dabei Podcasts, mache zwischendurch ein Päuschen und quatsche auch mal mit den Nachbarn. Anstrengend, aber meditativ das Ganze. Trotzdem bin ich froh, wenn sich die Arbeit lichtet.

Letztes Jahr bei der Trockenheit ist die Clematis leider eingegangen. – Dachte ich. Als ich losgegangen bin um sie rauszuziehen, leuchteten mir allerdings wieder grüne Blätter und frische Ranken entgegen!
Inzwischen ist sie ganz schön geschossen:

Medien

Ich lese seit mittlerweile Februar an Neil Gaiman’s “American Gods”. Ich mag das Buch. Es liest sich gut und ich will es endlich beenden um die 2. Staffel der gleichnamigen Serie anzufangen. Diese Woche habe ich mich dann auch endlich wieder zum Lesen aufraffen können. Früher hätte ich so ein Buch locker in drei, vier Tagen durchgelesen. Gut, ich lese auf Englisch etwas langsamer als auf Deutsch aber, das ich so lange für ein gutes Buch brauche, sagt mir eindeutig, das mit meiner Konzentrationsfähigkeit was nicht mehr stimmt. Ich werde meine Social Media-Aktivitäten also wieder einschränken. Es posten immer alle so tolle Sachen und ich merke, dass es mich stresst immer auch alles sehen zu wollen. Deswegen wird jetzt wieder begrenzt.

Durch die freie Zeit und die Gartenarbeit habe ich einiges an Podcasts gehört. Hier werde ich wohl auch wieder etwas herunterschrauben und stattdessen lieber lesen. Die aktuelle Folge von Wollinspirationen werde ich aber heute trotzdem noch hören.

Ausblick

Das Wetter soll Mitte der Woche wieder schlechter werden. Ich hoffe ja auf Regen – unser Regenfass ist schon wieder fast leer und die Pflanzen freuen sich auch. Bis dahin nutze ich das gute Wetter aber auf jeden Fall noch und werde die Sonne genießen. – Da ich sehr empfindlich bin, beschränkt sich das Genießen allerdings meist auf ein Kapitel draußen lesen. Aber besser als nichts, oder?

Nach den Feiertagen gehts dann natürlich wieder Arbeiten und ich hoffe einfach, dass die nächste Woche so ruhig wird, wie es in der letzten Woche der Fall war.

Wochenrückblick 13

Heute ohne Umschweife:

Kreativ

Die Jogginghosen habe ich nicht weitergenäht. Dafür habe ich im letzten Termin des Nähkurses vor der “Osterpause” ein Raglan-Shirt ausgeschnitten. Das will nun auch noch genäht werden. Ich hoffe, dass ich nächste Woche dazu kommen werde.

Dafür habe ich heute auf der Terasse gesessen und das Merino-Garn verzwirnt. Ich habe mich fürs Navajo-Zwirnen entschieden. Dabei wird der Faden mit sich selbst verzwirnt und es entsteht damit ein dreifädiges Garn. Leider habe ich einige Stellen wohl nicht gescheit gesponnen, so das mir häufiger der Faden gerissen ist. An den meisten Stellen habe ich das Ganze gut und unauffällig geflickt bekommen, aber an anderen Stellen sieht es nicht so schön aus. Ich hoffe, dass ich das beim Stricken irgendwie kaschieren kann.

Zur H+H Cologne hatte ich für die Zugfahrt Socken angefangen (zur Abwechslung… seufz) und heute beendet. Jetzt gibts wirklich vorerst keine Socken mehr!

Dafür habe ich ein paar Reihen an der Temperaturdecke weitergestrickt. Ich merke allerdings, dass mir die dicken Nadeln (6er) auf die Handgelenke gehen.

Morgen werde ich daher endlich wieder was anderes anschlagen. Ich habe mich für eine Strickjacke entschieden. Das Garn liegt auch schon hier, muss nur noch gewickelt werden. Auch für ein Muster habe ich mich schon entschieden. Mehr erzähle ich dir, wenn ich die Jacke angeschlagen habe.

Arbeit

Meine Chefin ist aus ihrem Urlaub wieder da. Ich bin froh, dass ich wieder Unterstützung habe. Sie ist so nett und teilt sich die Begleitung der Veranstaltungen mit mir, so dass ich nicht so viele Überstunden machen muss.

Ich warte aktuell auf die März-Abrechnung und hoffe, dass ich mir dann ein paar Überstunden nehmen kann. Falls nicht, sind wenigstens die Chancen groß, dass die Osterferien etwas ruhiger werden.

Sport + Gesundheit

Ich habe es mal wieder zum Yoga geschafft. Der neue Kurs hat angefangen und die Yoga-Lehrerin hat angekündigt, dass wir uns dieses Mal auf die Bauchmuskulatur konzentrieren werden. Nach der ersten Stunde hatte ich schon das erste “Erfolgserlebnis”: Ich habe festgestellt, dass ich tatsächlich eine Bauchmuskulatur habe. Sie tat nämlich zwei Tage lang weh.

Weiteren Sport habe ich nicht gemacht. Dafür waren wir Samstag im Garten. Ich denke, dafür ist eine eigene Kategorie sinnvoll:

Garten + Grünzeug

Ich habe einige Zimmerpflanzen und die vorgezogenen Sämlinge umgetopft und die Beete, die mein Mann vom Unkraut befreit hat, bepflanzt.

Ich habe mich jetzt doch für noch mehr Lavendel entschieden. Im Moment möchte ich einfach nur, dass die Pflanzen schneller und dichter wachsen als die anderen Kräuter. Überall da, wo keine Stauden oder Zwiebelpflanzen gesetzt sind, werde ich eine Blumenmischung aussäen. Ich will hoffen, dass mein Plan aufgeht.

Medien

Im März habe ich so viele Podcast-Episoden gehört, wie schon lange nicht mehr. Ich habe ehrlich gesagt nicht mal eine Ahnung, wann ich das getan habe. Es sind genau 200 Stück. Bin ein wenig über mich selbst erschrocken.

In Sachen Serien gibt es nichts Neues. Wir schauen weiterhin “Die Brücke” und freitags “Star Trek: Discovery”. Wenn wir mit “Die Brücke” durch sind, wollen wir die endlich (!) erschienene 2. Staffel von “American Gods” schauen.

Mit dem Buch bin ich ja immer noch nicht fertig, habe aber immerhin heute anderthalb Kapitel gelesen. Ich hoffe, dass ich das Buch im April endlich beende.

Ausblick

Übernächste Woche ist schon Ostern! Ich habe das Gefühl, dass mir die Zeit zwischen den Fingern zerrinnt.

Auf der anderen Seite hoffe ich, dass die nächste Woche schnell vorbei und die Karwoche schnell da ist. Ich habe nämlich 2 Tage davor frei. Die brauche ich aktuell dringend.

Wochenrückblick 12

Der letzte Wochenrückblick ist ja schon wieder “ein bisschen” her. Mich hat der Beitrag über das Coburger Fuchsschaf dann doch mehr beschäftigt als ich erwartet hatte. Der nächste Beitrag ist übrigens auch schon in Arbeit.
Wenn du mir auf Instagram folgst, hast du vielleicht auch schon gesehen, dass ich einiges an Material zum Ausprobieren bekommen habe. Das will natürlich auch noch verarbeitet werden.
Neben all den anderen Dingen, die ich noch so tue wird das vermutlich auch noch etwas dauern.

Hinzu kam dann, dass der März schneller da war als erwartet. – Und der März ist immer übervoll mit Terminen. Es waren alles schöne Termine, aber dennoch anstrengend. Deswegen flog der März nur so vorbei.
Nach all den Verabredungen, Geburtstagen und Messen bin ich deswegen froh, dass bald die Osterferien vor der Tür stehen. In denen habe ich bei der Arbeit wenigstens etwas Muße liegengebliebene Aufgaben nachzuholen. – Außer, es kommt mal wieder ein spontanes Projekt um die Ecke, dass natürlich supermegahyperwichtig ist.

Kreativ

Da muss ich jetzt wirklich überlegen, was ich alles so in letzter Zeit geschafft habe. Die letzten Wochen sind irgendwie verschwommen – gar nicht gut, ich weiß.

Ich fange einfach mit dem Nähen an, da ist nämlich am Wenigsten passiert:

Das Kleid ist fertig! Ich habe es auch schon getragen, fühle mich darin aber aktuell eher unwohl. Leider. Da es etwas kürzer ist als gedacht, mag ich mich darin gerade nicht leiden. Eigentlich ist es auch schon zu warm für dieses Kleidungsstück. Ich hoffe daher, dass ich im nächsten Herbst etwas leichter sein werde.
Stoff für die Jogginghosen habe ich mittlerweile auch gefunden. Es ist ein schwarzer Sweatstoff geworden.
Bei einer Jogginghose fehlen noch Bündchen und Saum. Außerdem müssen noch die Gummis eingezogen werden.
Die zweite Hose ist zugeschnitten und will noch vernäht werden.
Danach habe ich noch keine konkreten Pläne, mir ist aber seit ein paar Wochen eher frühlingshaft zumute. Vermutlich werde ich ein paar T-Shirts nähen. Letztes Jahr fehlten mir nämlich passende T-Shirts. Bei der Hitze konnte ich mich allerdings auch nicht aufraffen welche zu nähen.

Dann habe ich fleißig gesponnen.

Einen dunkellila Merino-Kammzug. Ich hadere noch mit mir, ob ich diesen Navajo-verzwirne oder lieber mit einem andersfarbeigem Faden zwei- oder dreifädig zwirne.
Einfarbig ließe sich das Ganze natürlich gut mit helleren Farben kombinieren.
Auf der anderen Seite sind es knapp 100g. Verzwirnt mit anderen Fäden würde da ein hübsches Tuch bei herumkommen. Dann müsste ich die Kontrastfäden allerdings noch spinnen.
Eigentlich würde ich ja dann doch schon gerne mit den Kardenbändern der Schafrassen anfangen…

Gestrickt habe ich – wenigstens gefühlt – nur Socken.

Beendet habe ich die im Februar angefangenen Socken nach dem Muster ‘brainless’ (ravelry-Link). Ich fand das Muster etwas umständlich beschrieben und habe das Ganze dann irgendwann beiseite gelegt und mehr oder weniger frei Schnauze gestrickt. Ist ganz hübsch geworden und die Socken lassen sich sehr gut tragen.
Dann habe ich den Strickrock beendet, aber noch nicht getragen. Ich muss bei der Arbeit häufiger Sachen durch die Gegend schleppen oder unter Tischen herumkriechen. Da mag ich Röcke und Kleider nicht immer so tragen. Wenn es ruhiger wird wage ich es mal.
Außerdem habe ich einen Trillian gestrickt. Opal hat nämlich auch Sockenwolle mit Glitzer drin! Eigentlich bin ich ja nicht so der Glitzertyp aber in Verbindung mit dem eher unbunten Farbverlauf fühle ich mich damit sehr wohl. Ich habe den Lochmuster-Rand etwas verbreitert und etwas über 100g Wolle verbraucht.
An der Temperaturdecke habe ich auch weitergestrickt, bin aber etwas ins Hintertreffen geraten. Das hole ich bei Gelegenheit aber wieder nach. Bisher habe ich alle Montage bis Freitage rechts gestrickt und alle Wochenenden und Feiertage links. Das gibt eine ganz hübsche Struktur, aber das Gestrick zieht sich auch zusammen. Ich überlege, ob ich mit dem neuen Quartal auch eine neue “Kennzeichnung” machen soll, weiß aber noch nicht, was mir da gefallen würde.
Das Newgrange-Tuch liegt etwas verwaist in der Gegend herum. Wenn man das System einmal verstanden hat, sind die Kreise nicht sooo schwer zu stricken. Trotzdem muss man sich konzentrieren und darauf habe ich momentan keine Lust.
Zu guter Letzt habe ich heute noch ein weiteres Paar Socken beendet. Sie sind quietschgrün und ich habe das Muster Slip Stitch Lines (ravelry-Link) verwendet. Dadurch sehen sie ein bisschen aus, wie ein Krokodil, finde ich.

In Sachen Handarbeit standen im März zwei große Messen an, bei denen ich war:

Zuerst die Creativa in Dortmund. Dort nimmt Wolle nur einen eher kleinen Teil ein. Stoffe habe ich leider auch keine gefunden, die unbedingt mitmussten. Ich habe aber einiges an Blumenzwiebeln mitgenommen und ein bisschen Kleinkram. Anschließend waren die Strickfreundin, mit der ich dort war, und ich noch zu Tinkus Strickparadies gefahren und haben uns dort mit Wolle eingedeckt. Wolle kann man ja nie genug haben…

Gestern dann war ich – dank der lieben Caia von Lanaphilia – das erste mal auf der H+H Cologne. Hierbei handelt es sich um eine Fachmesse – zu kaufen gibt es dort also nicht wirklich etwas. Man kann sich stattdessen Neuheiten der verschiedenen Firmen anschauen, Kontakte knüpfen, bekannte Größen der “Szene” treffen und einfach netzwerken. Ich bin immer noch völlig platt von all den Eindrücken und habe heute erstmal einen Post-Messe-Kater gehabt. ich werde später mal mehr davon berichten und – wenn alles klappt – wird es die eine oder andere Überraschung hier auf dem Blog geben.

Arbeit

Weiterhin sehr stressig.

Meine “alte” Chefin ist nun weg und mit der neuen Chefin spielt sich langsam alles ein.

Sport + Gesundheit

Das wird hier wieder ein kurzer Eintrag:

Mich hat es aus den Schuhen gehauen. Ich war eine ganze Woche krankgeschrieben und bin zwischen Couch und Bett hin- und hergewandert. Danach wurde es wieder besser, aber nach der Messe gestern mit der ganzen trockenen Luft und der Klimaanlage schniefe ich heute wieder vor mich hin.
Davon abgesehen schmerzen meine Knie heute sehr. Ich hoffe, dass sich das schnell wieder bessert.

Sport war dementsprechend in der letzten Zeit nicht drin. Ich bin ein paar mal spazieren gegangen und das wars.

Medien

Den Monatsabschluss der gehörten Podcasts reiche ich nach. Vielleicht beende ich heute nämlich noch eine Episode – mal schauen.

An Serien habe ich fast nichts bahnbrechend neues geschaut. Viele Wiederholungen, viel Trash-TV (Queer Eye – muss ich mehr sagen?)
Eine Empfehlung habe ich dann aber doch: Eine schwedisch-dänische Krimiserie mit ungewähnlichen Charakteren und wirklich wundervoll erzählten Handlungssträngen: Die Brücke.
Falls du irgendwas für Krimis übrig hast – schau sie dir an. Auf Netflix sind 3 – oder waren es schon 4? Staffeln verfügbar.

Ausblick

Neuer Monat, neues Glück. – Hoffentlich.

Buy local! – Lokale Schafrassen – lokale Schäfereien (Teil 2.1)

Coburger Fuchsschaf

Das bekannteste Schaf unter den deutschen Schafrassen (wenn man sich für Wolle, die von einer Schafrasse stammt, interessiert) ist das Coburger Fuchsschaf. Laut der GEH (Gesellschaft zur Erhaltung gefährdeter Haustierrassen e. V.) gibt es für diese Schafrasse eine Vorwarnstufe auf der Roten Liste. Die Micronzahl wird mit 33-36 angegeben. Quelle
Hier wiederum werden 26-33 Micron angegeben.

Die Lämmer haben ein, wie ich finde, wundervolles rotbraunes Fell, das sich dann bei den erwachsenen Tieren in eine hell-rötliche Wolle verwandelt. Köpfe und Extremitäten der ausgewachsenen Schafe bleiben etwas dunkler. Die Wolle wird auch als “Goldenes Vlies” bezeichnet.

Meistens wird die Wolle für Teppiche verwendet, man kommt aber auch – abseits vom Mainstream – recht einfach an Garn und auch Spinnfasern.

Das Garn hat einen warmen Beigeton mit einem rötlich-goldenen Unterton. Ich habe keinen Anbieter gefunden, der die Wolle bereits gefärbt verkauft, dafür ist der Naturton wohl zu sehr nachgefragt.
In einigen Foren und auf Blogs habe ich Hinweise gefunden, dass das Garn selber gefärbt wurde, allerdings habe ich keine Fotos gefunden.

Quelle: Kleines Wollwerk

Verstrickt habe ich Coburger Fuchs auch schon – ebenfalls ungefärbt: Es ist ein relativ harsches Garn, dass sich aber gut verstricken lies. Generell bekomme ich leicht Probleme mit dem Zeigefinger, über den das Garn läuft, da ich sehr fest stricke. Dadurch schneidet das Garn mit der Zeit ein – Details erspare ich dir.
Jedenfalls war es für mich kein Problem Coburger Fuchs zu verstricken, stundenlange Strick-Sessions würde ich damit aber nicht einlegen. Allerdings ist es auch möglich, dass es an der Kombination von Struktur und Dicke des Garns lag.

Das Gestrick fühlt sich rau, aber ganz angenehm an. Es stehen nur wenige einzelne Fasern ab, aber natürlich handelt es sich um ein Naturgarn, ohne Superwash-Ausrüstung. Der Faden ist, wie oben bereits beschrieben, beige mit einem rötlichen Unterton und bei näherem Hinsehen sieht man, dass das Garn “lebt”, also ganz leicht unterschiedliche Schattierungen hat. Im Gesamtbild wirkt die Farbe aber harmonisch und ruhig.

Ich habe das Coburger Fuchs-Garn für eine zweifarbige Jacke verwendet. Es hat auch nach dem Waschen die Form gut gehalten. Weicher ist es durch die Wäsche nicht wirklich geworden, auch ist es nicht “aufgeflufft”.

Das Tragegefühl ist sehr wärmend, aber für mich persönlich zu rau um direkt auf der Haut getragen zu werden.

Es gibt eine Vermarktungs-Kooperative, über die man Garne und auch fertige Strickstücke erwerben kann. Passenderweise nennt sich diese “Das goldene Vlies“. Natürlich gibt es weitere Bezugsquellen, diese lassen sich wirklich einfach und schnell über eine entsprechende Suchmaschine finden.

Für den Sommer plane ich die Wolle probeweise zu färben und werde davon dann natürlich berichten. Außerdem werde ich bis dahin Fasern vom Coburger Fuchs verspinnen.