Ich kauf nix – Fazit Juni – Juli 2020

Herzlich Willkommen zu “Schöner Scheitern mit dem Bäumchen”.

Ich war der festen Überzeugung, dass ich den (fertigen) Artikel für Juni längst veröffentlicht habe. Wie du siehst: War wohl nix. Deswegen fasse ich die letzten zwei Monate zusammen und du musst dieses Mal nicht mit einem langen, sondern einem ultra-langem Beitrag leben. – Sorry!

Zunächst ein kleines mentales Fazit: Langsam nimmt das “normale” Leben wieder Fahrt auf. Langsam und vorsichtig, aber erkennbar:
Mein Strickcafé bei der örtlichen Familienbildungsstätte hat wieder stattgefunden, ein KAL dort ebenfalls und der Nähkurs startete auch wieder durch. In den Sommerferien ist alles an festen Terminen ja sowieso reduziert, so dass fast ein Gefühl von Normalität aufgekommen ist. Leider steigen jetzt zum Ende der Ferien die Corona-Fälle wieder an und ich denke nicht, dass wir noch lange mit diesem “alles halb so schlimm”-Gefühl leben werden.

Ansonsten: Gesundheitlich war ich im Juni im wahrsten Sinne angeknackst. Ich habe mir im unteren Rücken irgendwas geklemmt (warscheinlich das ISG), was zu einer kompletten Muskelverhärtung drumherum geführt hat. Erst nach ein paar Tagen konnte ich wieder halbwegs normal sitzen. Dafür habe ich in tagelang ordentlich Meter gemacht und war viel in den Feldern hinter unserem Haus unterwegs. Schlussendlich führte das dann zu einer Überlastung des Kniegelenks. So musste ich nach den Tagen voller Herumgerenne eine lange Pause auf der Couch einlegen. Eine komplette Vollbremsund quasi. War kein guter Monat.

Der Juli brachte dagegen Sommerferien pur: Größtenteils Sonne, viel Arbeit und dafür wenig private Termine und Verpflichtungen.

Die Lage in der Welt hingegen hat keine Sommerpause geboten. 2020 wird nicht langweilig…

Ich komme lieber zu meinen Zielen; da gibt es wenigstens ein paar gute Sachen:

Tee

Ich habe eine Packung schwarzen Tee im Beutel gekauft, da ich der festen Meinung war, eine Packung aufgebraucht zu haben. Ich hätte lieber vor dem Einkauf nachgeschaut, denn die Packung Zuhause ist noch fast voll. Da ich meinen Vorrat im Büro aber wieder auffüllen musste, ist das nur halb so schlimm.

Mittlerweile ist die nachgekaufte Packung auch angefangen. Der Juli brauchte viele Momente zum innehalten und durchatmen.

Lesen

Im Mai habe ich “Alan Bradley – I am half-sick of Shadows” angefangen und im Juni beendet.

Vorgarten 2020

Dann hatte ich ja ein Buch bei Frau Pratolina gewonnen und dies nun endlich gelesen: “Tjards Wendebourg – Der Kies muss weg”. Was soll ich groß dazu sagen? Der Autor spricht mir aus der Seele. Diese fiesen Schotterwüsten, die leider viele als Vorgärten haben, missfallen mir nicht nur. Nein, es gibt auch objektive Gründe, warum diese Art der Gartengestaltung nicht gut ist. Wendebourg führt dies in dem Büchlein gut und mit Beispielen aus.

Aktuell liest mein Mann noch das Buch und ich überlege, ob ich das Buch anschließend weiterziehen lassen soll. Vielleicht kommt es in einen öffentlichen Bücherschrank? – Mal schauen.

Außerdem habe ich ein weiteres Buch angefangen: “Kate Moore – The Radium Girls”. Es ist gut geschrieben und liest sich flüssig. Thematisch nimmt es mich aber sehr mit und deswegen kann ich es nur für eine relativ kurze Zeit am Stück lesen. Im Juli hatte ich dann akute Lese-Unlust und nur ein paar Seiten weitergelesen.

Gekauft habe ich seit Juni Monat nur Zeitschriften, keine Bücher.
Macht entsprechend -2 Bücher.

Stricken

Da musste ich erst einmal bei ravelry nachschauen. Gefühlt habe ich mal wieder nichts beendet.

Ich stricke nämlich seit einer gefühlten Ewigkeit an einem Sommertop aus der Sandnes Garn Tynn Line, aus der ich auch den Edie gestrickt habe.
Eigentlich wollten dieses Garn und ich ja vorerst getrennte Wege gehen. Dann war mir aber nach einem Sommeroberteil und kein anderes Sommergarn im Stash zu finden. Immerhin habe ich mittlerweile die Ärmel abgetrennt und etwa 5 cm vom Körper gestrickt.
Irgendwer hielt es ja für eine gute Idee, in das Oberteil noch einen Lace-Teil mit überzogenen Maschen einzubauen…
Bei einem Garn dass sich gefühlt bei jeder zehnten Masche aufspleißt – echt eine super Idee. Aber gut, jetzt muss ich da eben durch. Selbstgewähltes Elend und so.

Dafür habe ich im Juni und Juli folgendes beendet:

MKAL Maylik

Der MKAL “Maylik” ist ein hübsches Tuch geworden, dass leider etwas klein ist. Aber bei nur einem Strang Garn hätte ich das wissen müssen. Ich hoffe noch darauf, dass es eine größere Version des Tuches geben wird. Das Garn habe ich übrigens bis auf den letzten Meter verbraucht und musste beim Abketten noch ein wenig tricksen. Das sind dann also -100g, bzw. -366m im Stash.

Copilot

Aus einem Strang handgefärbtem Merino-Single ist dann der einfache Cowl “Copilot” geworden, der sich wunderbar und ohne groß nachzudenken auf der Couch stricken lies. Eigentlich hätte ich dafür gar keine Anleitung benötigt, aber ich wollte so wirklich gar nicht großartig nachdenken. Hier habe ich auch den kompletten Strang verbraucht: -100g, bzw. -420m.

Waiting for Rain – tolles Tuch, doofes Foto

Im Juli habe ich endlich das Tuch “Waiting for Rain” gestrickt. Das Muster hat sich schon lange auf meiner To Do-Liste befunden. Wenn man das Prinzip einmal verstanden hat, ist das Muster nicht gerade blind zu stricken, aber doch recht einfach.

Waiting for Rain

“Waiting for Rain” ist größer geworden als erwartet. Deswegen gibt es nur ein schlechtes Foto vom Spannen und einem etwas schönerem Bild auf dem das Tuch aber nicht in seiner ganzen Schönheit zu sehen ist. Zu einem schöneren Bild hat es noch nicht gereicht. Das Garn habe ich selbst gefärbt und bin mit dem ersten Versuch sehr zufrieden.
Aus dem Stash verschwindet dieses Mal kein Garn, denn die paar ungefärbten Stränge, die in einer Kiste lagerten habe ich nicht miterfasst.

Woodlark Shawl

Direkt danach habe ich ein weiteres Tuch angefangen, mit dem ich schon länger geliebäugelt habe.

Allerdings habe ich im Juli dafür dann Wolle gekauft und das nicht einmal so wenig. Bestellt habe ich beim Finkhof. Natürlich konnte ich mich nicht beherrschen und habe mehr Garn bestellt, als für das Tuch gebraucht wird.
Ich verarbeite und trage Finkhof-Garne so gerne, dass ich den Rest bestimmt auch in absehbarer Zeit verarbeitet haben werde.
Das Tuch heißt übrigens “Woodlark Shawl” und ist ein Colourwork-Tuch, dass gesteekt wird.

Eine liebe Freundin hat mir nachträglich zum Geburtstag nicht nur eine geniale (Projekt-)Tasche geschenkt, sondern dazu auch noch ein Knäuel Sockenwolle aus dem Opal-Abo. (+100g/ 420m)

Ein weiteres Plus im Stash macht dann noch ein Verlegenheitskauf in einem kleinen Handarbeitsgeschäft in Winterswijk: 2 Knäuel Drops Fabel (+2x50g = 100g/
+2x205m = 410m).

Ebenfalls im Juli ist dann auch meine Bestellung bei John Arbon Textiles angekommen. Ich hatte deren neues Heft zusammen mit Garn und Fasern im April (glaube ich – auf jeden Fall eher Anfang des Jahres) bestellt. Durch Corona hat sich der Druck des Heftes verzögert, sodass die Lieferung erst im Sommer ankam. Ich bin von Garn und Fasern sehr angetan und freue mich auch schon auf die Verarbeitung.

Macht also im Summe einen Rest von 16,91 kg bei einer Lauflänge von 51,68 km und damit ein deutliches Plus.

Spinnen

Die Rolags sind versponnen, verzwirnt und gewaschen.

Dann kam mir mein Rücken in die Quere und ich habe mich im Juni nicht mehr ans Spinnrad setzen können.

Gewaschene Rohwolle vom Jakobschaf

Von dem Cousin einer Arbeitskollegin habe ich ein ganzes Vlies Jakobschaf geschenkt bekommen und von einer Freundin noch einen großen Sack (gewaschenes) Texel.

Kardiertes Texel

Die liebe Lanaphilia hat mir ihre Kardiermaschine geliehen und so habe ich bisher immerhin die Hälfte des Texel kardiert und auch schon eine halbe Spule angesponnen. Trotzdem natürlich ein Tropfen auf dem heißen Stein.

Aber immerhin habe ich da ein paar hübsche Wölkchen vom Kardierer geholt, oder?

Fasern aus der Bestellung bei John Arbon Textiles

Die oben schon genannte Bestellung von John Arbon Textiles fällt bei der Menge schon fast gar nicht mehr ins Gewicht. Aber natürlich vergrößert sich mein Stash dadurch trotzdem um einiges. Ich habe mich sehr gefreut, als ich alles ausgepackt habe. Die Farben sind einfach toll und ich bin schon sehr gespannt, wie die Fasern versponnen aussehen werden.

Mehr Plus geht quasi schon gar nicht mehr im Stash. Da ich die Rohwolle nicht gewogen habe, kann ich keine genaue Angabe machen. Ich schätze aber, dass es alles in allem ein Zuwachs von 4-5 kg sind. Ich glaube, das hole ich dieses Jahr nicht mehr raus.

Nähen

Yeah! Ich habe den Stoff von dem ich im Mai erzählt habe zu einem Kimono Tee vernäht, sowie ein weiteres Kimono Tee genäht und ein weiteres Teil angefangen. – Immerhin ein Vorrat, der schrumpft.

Gekauft habe ich nichts.

Anleitungen

Zwei der Anleitungen, die ich verstrickt habe, waren kostenfrei und ich hatte sie auch vorher nicht in meinen Favoriten. Die Anleitung für den “Waiting for Rain” hatte ich schon vor einiger Zeit gekauft und nun endlich gestrickt. Dafür habe ich die Anleitung für den “Woodlark Shawl” gekauft.

In meiner Library auf Ravelry habe ich insgesamt sieben neue Strickanleitungen gespeichert. Drei davon habe ich gekauft, der Rest war kostenfrei.

Das Kimono-Tee, dass ich genäht habe, habe ich auch schon häufiger genäht.

Insgesamt ergibt das also +7 Anleitungen.

Sonstige Ausgaben

Nach langen Überlegungen habe ich mir ein Zeitschriften-Abo gegönnt. Bislang sind zwei Ausgaben der Gartenzeitschrift angekommen und ich bin weiterhin sehr angetan davon.

Außerdem brauchte ich ein paar Basic-Klamotten: Ich habe zwei T-Shirts, vier Capri-Leggins und ein Top, alles in fröhlichem Schwarz, sowie zwei Kleider im Sommerschlussverkauf gekauft. Wenn ich schon nicht selber nähe, kaufe ich wenigstens Qualitätsware, dachte ich mir. Ich will hoffen, dass die Klamotten das halten, was der Preis verspricht. Jetzt möchte ich aber wieder verstärkt nähen – sobald mich die Sonne wieder in meinem Zimmerchen unterm Dach arbeiten lässt.

Eine absolut ungeplante Ausgabe, waren Putzmittel. Ich habe mich zu einer Putzparty per Messenger überreden lassen und zwei Produkte bestellt. Eins habe ich bisher ausprobiert und bin semi-begeistert. Mal schauen, ob mich das Ganze noch überzeugen kann.

Natürlich konnte ich es auch dieses Mal nicht lassen und habe Geld im Gartenmarkt gelassen. Einen Teil der Pflanzen habe ich verschenkt oder werde ich noch verschenken. Das meiste Geld ist jedoch für Blumenerde und neue Übertöpfe draufgegangen. Dafür habe ich einen großen Teil unserer Zimmerpflanzen umgetopft und seitdem sehen sie wesentlich besser aus.

Fazit

Alles in Allem also ein paar sehr durchwachsene Monate. Ich habe mich häufiger spontan umentschieden und einiges ist mir auch einfach “zugelaufen”; sprich: ich konnte nicht “nein” sagen. Bisher gilt aber: Ich mag meinen Stash. Es ist egal, welchen ich mir anschaue – alles darin ist super und ich freue mich darauf, es zu verarbeiten.

Einzig die Gesamtmenge setzt mich unter Druck aber vielleicht sollte ich es auch als Möglichkeit sehen, an diesem Thema zu arbeiten und zu versuchen, mich davon eben nicht mehr unter Druck setzen zu lassen.

Ich wünsche dir jedenfalls noch ein paar schöne Sommertage und danke dir, dass du bis hierhin durchgehalten hast.

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