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[Projekt Kleiderschrank] Rückblick – Ausblick

Der nächste Beitrag zu heimischen Schafrassen liegt weiterhin in der Warteschleife.
Alle Maschenproben sind gestrickt, der Beitrag ist so weit fertig und ich habe von sehr hilfsbereiten Schäfern und Schafzüchtern Bilder zur Verfügung gestellt bekommen. – Fehlen also nur noch Fotos der Maschenproben. Dazu sollte ich in den nächsten Tagen noch kommen.

Zeit also, nach einer halben Ewigkeit mal wieder zum Thema Kleiderschrank zu resümieren und auch nach vorn zu blicken.

Rückblick

Den ursprünglichen Bedarf habe ich tatsächlich das letzte Mal im Januar 2018 aufgeschrieben. Seitdem habe ich – mal mehr, mal weniger; wie das im Leben immer so ist – daran gearbeitet und in der Zwischenzeit eine Menge gelernt. Auf der einen Seite habe ich ein Blick für Schnitte und Maße entwickelt und auf der anderen Seite habe ich auch viel über mich gelernt.

Klamotten einkaufen ist dadurch tatsächlich noch schwieriger geworden – was ich nie geglaubt hätte. Das ist aber auch der einzige Wermutstropfen in der ganzen Sache.

Meine persönlichen Ansprüche an Schnitt und Material sind stark gestiegen. Gerade gestern war ich nach langer Zeit mal wieder los um Hosen für mich zu kaufen. Diese hatte ich schnell gefunden. Also habe ich noch ein wenig rechts und links geschaut. Selbst in den Läden mit Markenklamotten fanden sich fast ausschließlich Klamotten aus Polyesther, Polyacryl und Co. Der andere große Block an Stoffen war Viscose. Beides mag ich nicht auf der Haut tragen.

Seitdem ich mich intensiver mit Garnen beschäftigte, zieht es mich sehr stark in die Richtung “zurück zur Natur”. Ein gewisser Poly-Anteil ist je nach Zweck in Ordnung, mehr als 30% finde ich allerdings schwierig.

Interessant finde ich, dass solche künstlichen Materialien seit einiger Zeit als besonders toll, da vegan beworben werden. Ja, Polyacryl ist vegan, keine Frage. Abgesehen von den Trageeigenschaften (ich sag nur: versuch mal Schweißgeruch aus so was rauszuwaschen) missfällt mir aber, dass von einer wichtigen Tatsache abgelenkt wird: Polyesther, Polyacryl und Co. werden aus Erdöl hergestellt. – Eine endliche Ressource also. Davon abgesehen ist das Ganze nicht besonders umweltverträglich. Warum genau, kannst du in diesem Artikel bei Utpoia lesen.

Aber zurück zu meinem Kleiderschrank.

Seit dem Start meines Nähkurses und dem Start dieser Aktion sind einige Kleider “eingezogen”. Ein Kleidungsstück, dass ich früher so gut wie nie getragen habe.

Beruflich ist es bei mir schwierig, Kleider und Röcke zu tragen. Ich krieche häufiger mal unter Tischen herum, wenn ich Technik auf- bzw. abbaue. Da finde ich Röcke und Kleider einfach unangenehm zu tragen. An Tagen, an denen nichts derartiges anliegt, greife ich mittlerweile aber gern darauf zurück.

Ich habe außerdem angefangen T-Shirts selber zu nähen.

Dank dem Zuspruch meiner Nähkursleiterin und auch von Hanna und Nria vom Blog Mondkunst habe ich mich an das Nähen von Jersey gewagt.

Eine Weile habe ich fast nur Jersey vernäht. Aktuell schleicht sich aber wieder Webware ein. Ich nähe seit dem Frühsommer an einem Hemdblusenkleid aus schwarzem Leinen.

Danach soll aber wieder was aus Jersey folgen. Ausgedruckt ist das Schnittmuster schon – mal schauen, wann ich starten kann.

Gestrickt habe ich natürlich auch einiges. Es sind mehrere Pullover und Jacken entstanden, Handschuhe, Socken und Tücher. Ich habe ja immer das Gefühl, dass andere viel mehr schaffen und ich bei der schieren Menge an Inspiration gar nicht mehr hinterherkomme all das zu machen, was ich gerne möchte. Rückblickend kann ich aber doch gut zufrieden sein.

Das hier ist übrigens meine Liste aus 2018:

  • Stricksocken
  • Dunkle Jeans
  • Dunkle Stoffhose
  • Wintermantel
  • Blazer, bevorzugt in einem dunklen Grau
  • Strickjacken in neutralen Farben
  • Langarmshirts
  • T-Shirts/ Tops fürs Büro
  • Handschuhe
  • Mützen

Bislang habe ich nicht alles davon umgesetzt, aber das ist ja auch ein Marathon, kein Sprint. Auf dem Weg zu DEM Kleiderschrank ist mir auf jeden Fall bewusst geworden, was ich überhaupt möchte. Im Wesentlichen sind das zwei Dinge:

  • Farbe
  • Mich nicht verstellen

In Sachen Farben bin ich sicherer geworden, was ich tragen kann und möchte. Im Wesentlichen läuft es auf ein blaustichiges Grün, Petrol und ein bisschen Gelb hinaus.

Mit “mich nicht verstellen” meine ich, dass ich nunmal nicht der Typ Bluse und Pumps bin. War ich nie, werde ich vermutlich auch nie sein. (Man soll ja niemals nie sagen, aber das ist dann doch schon unwahrscheinlich.) Ich habe aber gelernt, dass man um schick zu sein, sich nicht zwangsläufig aufbrezeln muss. Ich würde meinen Stil mittlerweile als irgendwas zwischen
Nerd-Chic und seriös-bekloppt beschreiben. Kann man sich wahrscheinlich nicht wirklich vorstellen, ohne mich gesehen zu haben.

Welches Thema mich auch beschäftigt hat, ist: Wie viel Kleidung brauche ich eigentlich? Elle Puls hat dazu kürzlich eine Podcast-Folge veröffentlicht. Sie verweist da auf eine Formel von The Vivienne Files.

Nach dieser Formel komme ich für die kalte Jahreszeit (also usselige Herbsttage, Winter und doofe Frühlingstage) auf 49,5 Kleidungsstücke und für die warme Jahreszeit auf 40,43. Insgesamt sollte mein Kleiderschrank also aus ~ 91 Kleidungsstücken bestehen. Ohne nachzuzählen gehe ich davon aus, dass ich deutlich mehr habe. Dazu gehören allerdings auch Sachen, wie Kleider, die ich zu einer Hochzeit anziehen kann, oder eine weiße Bluse, die ich trage, wenn es gefordert wird. (Ich habe z.B. mal bei einer Veranstaltung geholfen, bei der alle eine weiße Bluse bzw. ein weißes Hemd und eine schwarze Hose tragen sollten.) Trotzdem sehe ich auf jeden Fall in Sachen Garderobe noch Luft nach oben.

Damit komme ich also zum

Ausblick

Ich fasse mich in Form einer Liste kurz. – Einiges übernehme ich von der alten Liste, es gibt aber auch neue Ziele:

  • Nähen: Dunkle Stoffhose
  • Nähen: Blazer (anthrazit, oder allgemein: dunkler Grauton)
  • Nähen: Tunika(-blusen)
  • Nähen/ Stricken: T-Shirts/ Tops fürs Büro
  • Nähen/ Stricken: Leggins
  • Nähen/ Stricken: Röcke
  • Stricken/ Nähen: Pullover (Fair Isle oder Norwegermuster – genäht Basic-Modelle)
  • Stricken: Jacken oder Cardigans (neutrale Farben oder “meine” Farben)
  • Stricken: Socken (nicht vorrangig, aber wenn dann gerne in knalligen Farben)
  • Stricken: Mützen

Ganz auf Kaufbekleidung verzichten möchte ich nicht. Gerade Jeans finde ich selbstgenäht schwierig. Zum einen braucht man dazu eine Maschine, die vernünftig durch mehrere Lagen Jeans näht und zum anderen sehen Jeans ohne Waschung schnell seltsam aus. Auf meiner “weiterhin kaufen”-Liste steht also:

  • Jeans
  • Winterjacke
  • Sportbekleidung
  • Unterwäsche
  • Nerdshirts

Ende der Sommerpause Rückblick und Ausblick

Der Herbst ist da – und ich auch wieder. Wenn du mir auf Instagram folgst, war ich ja nicht in der Versenkung verschwunden, aber dieser Blog lag brach.

Es gab viel zu tun. Meine Arbeitskollegin und Bürogenossin hatte die gesamten Sommerferien über Urlaub. Diesen habe ich ihr natürlich von Herzen gegönnt. An der Tatsache, dass ich zwischendurch an meine Grenzen gestoßen bin, ändert das allerdings auch nichts. Wir haben darüber gesprochen. Sie hatte von vornherein den Urlaub auch für nächstes Jahr so geplant, ich werde für mich allerdings ändern, dass ich zeitnah nach ihrer Rückkehr noch ein paar freie Tage einschiebe.

Neben der Arbeit und trotz der Temperaturen von teilweise über 40°C, habe ich einiges getan und erlebt. Damit du keinen Roman lesen musst und auch damit du keine wehen Finger vom scrollen bekommst, fasse ich mich kurz. Das eine oder andere werde ich sicherlich auch noch in einen eigenen Beitrag packen.

Ende Juni waren wir spontan beim Tag der offenen Tür bei einer Sockenstrickerei “umme Ecke”, sprich in einem der Nachbarstädte. Nie im Leben hätte ich erwartet, dass der Marktführer in Sachen Trachtenstrümpfe im Münsterland liegt! Es war auf jeden Fall interessant, sich anzuschauen, wie so was maschinell vonstatten geht.

Dann habe ich meine erste Solarfärbung angesetzt. Kurz und knapp: Igitt, hat das gestunken! – Die Farben sind auch anders geworden als erwartet, aber ich bin zufrieden. Das nächste Mal färbe ich aber einfach im Topf. Mit Pflanzenfarben geht das ja auch.

Gestrickt habe ich auch einiges. So habe ich Anfang Juli meinen zweiten Nuvem angeschlagen und erst vor etwa einer Woche beendet.
Außerdem habe ich mein Crazy Stripes Tee beendet und mag jetzt erstmal keine verkürzten Reihen sehen.
In Sachen Socken habe ich etwas den Überblick verloren, ich habe aber mindestens vier Paar gestrickt – zwei davon für mich.

Bei der Tour de Fleece wollte ich auch mitfahren, aber nach den ersten 100g hat mich die Lust verlassen. Es war einfach nur zu warm und ich wollte mich so wenig wie möglich bewegen. Vielleicht versuche ich es nächstes Jahr noch mal.

Mitte August dann war ich auf dem Wollfestival in Düsseldorf. Bei nicht funktionierender Klimaanlage habe ich hemmungslos eingekauft und bin mit meiner Auswahl immer noch sehr zufrieden. Kurz danach kam auch noch eine große Lieferung Baumwollgarn an. Ich hänge dem Trend ja irgendwie immer etwas hinterher und ich habe mich auch lange gewehrt – und verloren. Deswegen stricke ich jetzt nebenher ein paar Bakerstwine Topflappen.

Und heute? Der Himmel ist blau, mein Mann ist beim Klimastreik (wäre gern auch mitgegangen, aber irgendwer muss ja das Büro hüten) und ich komme gerade eben von der Arbeit nach Hause. Ein langes Wochenende liegt vor mir und ich werde gleich eine Maschine Wäsche anwerfen und in der Zwischenzeit ein bisschen laufen gehen. Spontan hat mich gerade die Bloglust getroffen und bevor ich aufbreche, beende ich hiermit die Sommerpause.

Ich habe einen weiteren Beitrag über heimische Schafe so gut wie fertig. Kontakt zu wirklich netten Schafzüchtern hatte ich auch schon – Fotos wird es also auch geben. Vorher muss ich aber noch einiges bei der Arbeit fertigstellen und in die Wege leiten. Und dann wollen ja auch noch Maschenproben gestrickt und gewaschen werden.

Dann möchte ich in der nächsten Zeit noch was zum Projekt Kleiderschrank erzählen und zur Abwechslung mal übers Nähen schreiben.

Zu guter Letzt habe ich noch einen Tipp für dich. Barbara vom Blog 60° Nord veranstaltet immer im Herbst ein Handarbeitsbingo. Dieses ist schon am 1. September gestartet, aber vielleicht hast du noch Lust einzusteigen – ich werde es hiermit tun:

Bis bald!

Buy local! – Lokale Schafrassen – lokale Schäfereien (Teil 2.3)

Kaum haben wir es uns in den rauen Gebirgslagen der Alpen bequem gemacht, geht es schon wieder in eine ganz andere Ecke Deutschlands. Auch dieses Mal erzähle ich dir von einem Schaf, dass sich nicht sehr um Landesgrenzen kümmert. Wir begeben uns in den Osten der Republik, genauer gesagt nach Mecklenburg-Vorpommern, sowie noch etwas weiter in den Osten nach Polen:

Rauhwolliges Pommersches Landschaf

Rauhwolliges Pommersches Landschaf – Mutterschaf mit Lämmern (Quelle)

Damit geht es aus steinigen Höhen ans Wasser. Nicht nur hat Mecklenburg-Vorpommern die längste Küste Deutschlands, es gibt neben der Klimaprägenden Ostsee auch unzählige Seen und Flüsse. Ich denke, dir dürfte die Mecklenburger Seenplatte auch ein Begriff sein, um ein bekanntes Beispiel zu nennen.

Entsprechend ist sowohl hier, als auch im angrenzenden Polen, das Klima ein anderes. Wie wir bereits gelernt haben: Anderes Klima, andere Schafe.

Das Rauhwollige Pommersche Landschaf ist gut an Feuchte angepasst – ob von oben oder unten. Es hat ein harsches, Wind und Wetter trotzendes Haarkleid, wird als mittelgroß und robust beschrieben.
Mittelgroß bedeutet, dass die Mutterschafe etwa 45 – 60 kg wiegen und die Böcke etwa 60 – 70 kg. Pro Schur kommen an Wolle 4-5 kg bei Mutterschafen und sogar 6-7 kg bei Böcken zusammen. (Quelle)
Die Farbe der Wolle kann von grau bis schwarz-blau reichen. Dabei kommen die Lämmer schwarz auf die Welt und hellen mit der Zeit auf.
Ich habe übrigens einen Strang der Wolle in einem dunklen graubraun verstrickt. – Näheres dazu weiter unten.

Laut einer Messreihe, die von 2002 bis 2006 durchgeführt wurde, liegt die Wolle durchschnittlich bei 34,74 Micron (Quelle), wobei die einzelnen gemessenen Werte durchaus stark auseinandergehen ( 27,9 – 40,61 Micron). Nur noch mal zum Vergleich: Bei einem Merinoschaf haben wir etwa 18-24 Micron.

Geschichtlich handelt es sich um eine alte Rasse – es gibt ausführlichere Erwähnungen in der Fachliteratur des 18. Jahrhunderts. So soll das Rauhwollige Pommersche Landschaf wohl auf das Zaupelschaf und das Hannoversche Schaf zurückgehen. Zaupelschafe waren eine im Mittelalter weit verbreitete Schafrasse, wobei wohl nicht so ganz klar ist, ob man hier wirklich von einer Rasse sprechen kann. Diese Schafe waren über ganz Europa verbreitet. “Zaupel” bedeutete so etwas wie “liederlich” oder “fruchtbar”, so dass hier eventuell auch einfach lokale Schläge von robusten und fruchbaren Schafen gemeint sein könnten?! (Ich spekuliere hier, wenn du genaueres weißt, melde dich bitte bei mir.)
Über das Hannoversche Schaf lässt sich hingegen nicht so wirklich was finden. Es scheint eine Kreuzung aus Zaupelschaf und Heidschnucke gewesen sein.
Wenn du mehr über die Historie des Rauhwolligen Pommerschen Landschafs lesen möchtest, lege ich dir diesen Artikel ans Herz. Frau Höller hat viele Informationen zusammengetragen und diesen wirklich tollen Artikel verfasst.

Rauhwolliges Pommernschaf – Böcke (Quelle)

Wie oben bereits geschrieben, hat das Vlies dieser Schafe einen Micronwert von durchschnittlich 34,74. Damit ist klar, dass es auch vom Rauhwolligen Pommersche Landschaf keine schmuseweiche Kuschelwolle gibt. Empfohlen wird die Verwendung traditionell für Oberbekleidung – dem schließe ich mich an.

Das Garn fühlt sich auf dem Strang zwar rau, aber luftig an. Vor dem Waschen ist die Struktur glatt mit einigen Grannenhaaren, die aber nicht weiter auffallen. Das Garn, das ich verwendet habe, ist deutlich mit Lanolin (oder Spinnölen?) versetzt, was aber der Griffigkeit keinen Abbruch tut. Dabei ist eben diese Griffigkeit keinesfalls unangenehm, höchstens ungewohnt.

Maschenprobe ungewaschen; 25 cm breit, 30,5 cm lang

Mein erster Gedanke beim Verstricken war: “Das fühlt sich genau so an, wie das Fell meines Hundes.” – Ich hatte vor Jahren einen Airedale Terrier, also einen rauhaarigen Terrier. ich glaube, dass das ein guter Vergleich ist: Rau mit dennoch einer so glatten Struktur, dass das Anfassen nicht unangenehm ist. Durch die im Garn vorhandene Luft wird sich im fertigen Strickstück sicherlich eine sehr gute Isolierung ergeben. – Das spricht für die oben genannte, traditionelle Verwendung.

Ich kann mir sehr gut eine rustikale Jacke daraus vorstellen, die ich wohl auch bei Nieselregen tragen würde. Vielleicht werde ich eine Jacke für den Garten stricken: Eine Jacke, damit ich sie bei anstrengender Arbeit in kühler Witterung offen tragen kann, in die ich mich in Ruhepausen aber schön einmuckeln kann.

Im Zuge eines wirklich netten Telefonats mit Herrn Klucken (von dessen Homepage auch die Fotos stammen) hat mir dieser bestätigt, dass man damit gute wetterfeste Kleidung herstellen kann. Zudem soll die Wolle gut zum Filzen sein. – Obacht also beim Waschen!

Mein Probeläppchen habe ich allerdings wie alle Wollsachen gewaschen, die bei mir in die Handwäsche gehen: Heißes Wasser mit Wollwaschmittel (oder alternativ Spüli) – gut einweichen lassen und dann nicht bewegen, bis das Wasser kalt ist. Dann mehrfach mit klarem, kalten Wasser nachspülen.

Gefilzt ist dabei nix. Das Strickstück ist nach dem Trockenen ein kleines bisschen pieksiger geworden, aber auch etwas weicher. Die Grannen stehen halt etwas mehr heraus. Eventuell legt sich das bei weiteren Wäschen.
Im Allgemeinen hat sich das Strickbild geglättet. Zöpfe halte ich für vergebene Liebesmühe, dafür ist das Maschenbild nicht klar genug. Gleiches gilt für rechts-links-Muster. Das Lochmuster kommt weiterhin gut heraus. Hier stellt sich mir aber die Stil-Frage. Sieht so rustikales Garn gut mit einem doch eher filigranen Lochmuster aus?
Wahrscheinlich würde ich hier eine einfarbige, glatt rechts gestrickte Jacke bevorzugen, oder das Garn mit einer helleren Wolle kombinieren.
Farblich ist alles ein bisschen gräulicher geworden. Die starke Abweichung auf den beiden Fotos liegt allerdings an der unterschiedlichen Belichtung. In Echt hat sich die Farbe nur minimal verändert.

Maschenprobe gewaschen: 26 cm breit, 31 cm lang

Natürlich habe ich von dieser Wolle auch wieder ein Kardenband, dass ich verspinnen und dann gesondert darüber berichten werde.

World Wide Knit In Public-Day (WWKIP) & Handarbeitstreff Dülmen

Im Moment genieße ich meinen Urlaub und nutze die Zeit ehrlich gesagt lieber offline. Der eine oder andere Artikel ist aber dennoch in Vorbereitung. Im Moment teste ich wieder Garn von einer Schafrasse über die es dann demnächst mehr zu lesen gibt.

Jetzt möchte ich dich aber noch auf etwas aufmerksam machen:

Am Samstag, den 8. Juni ist nämlich wieder der Word Wide Knit In Public-Day, oder kurz WWKIP.

Du findest auf der Seite des WWKIP mehr Infos. Hier trotzdem eine kurze Zusammenfassung:

Im Jahr 2005 hat Danielle Landes die Idee, handarbeitende Menschen in die Öffentlichkeit zu holen, umgesetzt. Seitdem wird jedes Jahr an einem Wochenende im Juni dieser Tag ausgerufen. Mittlerweile melden sich weltweit viele Gruppen über die Seite des WWKIP an. Dazu kommen noch etliche Gruppen, die sich nicht offiziell anmelden, den Tag aber für einen Stricktreff nutzen.

Vor einigen Jahren habe ich mal an einem WWKIP in Bochum teilgenommen. Leider hat es sich danach nicht mehr ergeben – bis zu diesem Jahr.

Am Samstag, den 8. Juni findet nämlich ein Treffen statt, dass von Lanaphilia (vom gleichnamigen Wollshop) organisiert wird. Nähere Infos findest du entweder auf der Seite vom WWKIP, als Event bei Facebook und auf ravelry ebenfalls als Event.

Ich werde an dem Tag zusammen mit ein paar Mädels vom Handarbeitstreff Dülmen teilnehmen und hoffe sowohl auf gutes Wetter, als auch auf viele nette Menschen, die vorbeischauen. Vielleicht kommst du ja aus der Nähe und hast Zeit und Lust mitzumachen?

Apropos Handarbeitstreff Dülmen: Ich mache an dieser Stelle schamlos Werbung für unseren Stricktreff. Wir treffen uns immer am 2. Freitag in einer Bäckerei in Dülmen. Hier der aktuelle Flyer für dich:

Wenn du Fragen dazu hast, melde dich gerne!

Jetzt gehe ich aber wieder die Sonne genießen – natürlich zusammen mit meinem aktuellen Strickprojekt und einer schönen Tasse Tee.

Bis bald!

Wochenrückblick 12

Der letzte Wochenrückblick ist ja schon wieder “ein bisschen” her. Mich hat der Beitrag über das Coburger Fuchsschaf dann doch mehr beschäftigt als ich erwartet hatte. Der nächste Beitrag ist übrigens auch schon in Arbeit.
Wenn du mir auf Instagram folgst, hast du vielleicht auch schon gesehen, dass ich einiges an Material zum Ausprobieren bekommen habe. Das will natürlich auch noch verarbeitet werden.
Neben all den anderen Dingen, die ich noch so tue wird das vermutlich auch noch etwas dauern.

Hinzu kam dann, dass der März schneller da war als erwartet. – Und der März ist immer übervoll mit Terminen. Es waren alles schöne Termine, aber dennoch anstrengend. Deswegen flog der März nur so vorbei.
Nach all den Verabredungen, Geburtstagen und Messen bin ich deswegen froh, dass bald die Osterferien vor der Tür stehen. In denen habe ich bei der Arbeit wenigstens etwas Muße liegengebliebene Aufgaben nachzuholen. – Außer, es kommt mal wieder ein spontanes Projekt um die Ecke, dass natürlich supermegahyperwichtig ist.

Kreativ

Da muss ich jetzt wirklich überlegen, was ich alles so in letzter Zeit geschafft habe. Die letzten Wochen sind irgendwie verschwommen – gar nicht gut, ich weiß.

Ich fange einfach mit dem Nähen an, da ist nämlich am Wenigsten passiert:

Das Kleid ist fertig! Ich habe es auch schon getragen, fühle mich darin aber aktuell eher unwohl. Leider. Da es etwas kürzer ist als gedacht, mag ich mich darin gerade nicht leiden. Eigentlich ist es auch schon zu warm für dieses Kleidungsstück. Ich hoffe daher, dass ich im nächsten Herbst etwas leichter sein werde.
Stoff für die Jogginghosen habe ich mittlerweile auch gefunden. Es ist ein schwarzer Sweatstoff geworden.
Bei einer Jogginghose fehlen noch Bündchen und Saum. Außerdem müssen noch die Gummis eingezogen werden.
Die zweite Hose ist zugeschnitten und will noch vernäht werden.
Danach habe ich noch keine konkreten Pläne, mir ist aber seit ein paar Wochen eher frühlingshaft zumute. Vermutlich werde ich ein paar T-Shirts nähen. Letztes Jahr fehlten mir nämlich passende T-Shirts. Bei der Hitze konnte ich mich allerdings auch nicht aufraffen welche zu nähen.

Dann habe ich fleißig gesponnen.

Einen dunkellila Merino-Kammzug. Ich hadere noch mit mir, ob ich diesen Navajo-verzwirne oder lieber mit einem andersfarbeigem Faden zwei- oder dreifädig zwirne.
Einfarbig ließe sich das Ganze natürlich gut mit helleren Farben kombinieren.
Auf der anderen Seite sind es knapp 100g. Verzwirnt mit anderen Fäden würde da ein hübsches Tuch bei herumkommen. Dann müsste ich die Kontrastfäden allerdings noch spinnen.
Eigentlich würde ich ja dann doch schon gerne mit den Kardenbändern der Schafrassen anfangen…

Gestrickt habe ich – wenigstens gefühlt – nur Socken.

Beendet habe ich die im Februar angefangenen Socken nach dem Muster ‘brainless’ (ravelry-Link). Ich fand das Muster etwas umständlich beschrieben und habe das Ganze dann irgendwann beiseite gelegt und mehr oder weniger frei Schnauze gestrickt. Ist ganz hübsch geworden und die Socken lassen sich sehr gut tragen.
Dann habe ich den Strickrock beendet, aber noch nicht getragen. Ich muss bei der Arbeit häufiger Sachen durch die Gegend schleppen oder unter Tischen herumkriechen. Da mag ich Röcke und Kleider nicht immer so tragen. Wenn es ruhiger wird wage ich es mal.
Außerdem habe ich einen Trillian gestrickt. Opal hat nämlich auch Sockenwolle mit Glitzer drin! Eigentlich bin ich ja nicht so der Glitzertyp aber in Verbindung mit dem eher unbunten Farbverlauf fühle ich mich damit sehr wohl. Ich habe den Lochmuster-Rand etwas verbreitert und etwas über 100g Wolle verbraucht.
An der Temperaturdecke habe ich auch weitergestrickt, bin aber etwas ins Hintertreffen geraten. Das hole ich bei Gelegenheit aber wieder nach. Bisher habe ich alle Montage bis Freitage rechts gestrickt und alle Wochenenden und Feiertage links. Das gibt eine ganz hübsche Struktur, aber das Gestrick zieht sich auch zusammen. Ich überlege, ob ich mit dem neuen Quartal auch eine neue “Kennzeichnung” machen soll, weiß aber noch nicht, was mir da gefallen würde.
Das Newgrange-Tuch liegt etwas verwaist in der Gegend herum. Wenn man das System einmal verstanden hat, sind die Kreise nicht sooo schwer zu stricken. Trotzdem muss man sich konzentrieren und darauf habe ich momentan keine Lust.
Zu guter Letzt habe ich heute noch ein weiteres Paar Socken beendet. Sie sind quietschgrün und ich habe das Muster Slip Stitch Lines (ravelry-Link) verwendet. Dadurch sehen sie ein bisschen aus, wie ein Krokodil, finde ich.

In Sachen Handarbeit standen im März zwei große Messen an, bei denen ich war:

Zuerst die Creativa in Dortmund. Dort nimmt Wolle nur einen eher kleinen Teil ein. Stoffe habe ich leider auch keine gefunden, die unbedingt mitmussten. Ich habe aber einiges an Blumenzwiebeln mitgenommen und ein bisschen Kleinkram. Anschließend waren die Strickfreundin, mit der ich dort war, und ich noch zu Tinkus Strickparadies gefahren und haben uns dort mit Wolle eingedeckt. Wolle kann man ja nie genug haben…

Gestern dann war ich – dank der lieben Caia von Lanaphilia – das erste mal auf der H+H Cologne. Hierbei handelt es sich um eine Fachmesse – zu kaufen gibt es dort also nicht wirklich etwas. Man kann sich stattdessen Neuheiten der verschiedenen Firmen anschauen, Kontakte knüpfen, bekannte Größen der “Szene” treffen und einfach netzwerken. Ich bin immer noch völlig platt von all den Eindrücken und habe heute erstmal einen Post-Messe-Kater gehabt. ich werde später mal mehr davon berichten und – wenn alles klappt – wird es die eine oder andere Überraschung hier auf dem Blog geben.

Arbeit

Weiterhin sehr stressig.

Meine “alte” Chefin ist nun weg und mit der neuen Chefin spielt sich langsam alles ein.

Sport + Gesundheit

Das wird hier wieder ein kurzer Eintrag:

Mich hat es aus den Schuhen gehauen. Ich war eine ganze Woche krankgeschrieben und bin zwischen Couch und Bett hin- und hergewandert. Danach wurde es wieder besser, aber nach der Messe gestern mit der ganzen trockenen Luft und der Klimaanlage schniefe ich heute wieder vor mich hin.
Davon abgesehen schmerzen meine Knie heute sehr. Ich hoffe, dass sich das schnell wieder bessert.

Sport war dementsprechend in der letzten Zeit nicht drin. Ich bin ein paar mal spazieren gegangen und das wars.

Medien

Den Monatsabschluss der gehörten Podcasts reiche ich nach. Vielleicht beende ich heute nämlich noch eine Episode – mal schauen.

An Serien habe ich fast nichts bahnbrechend neues geschaut. Viele Wiederholungen, viel Trash-TV (Queer Eye – muss ich mehr sagen?)
Eine Empfehlung habe ich dann aber doch: Eine schwedisch-dänische Krimiserie mit ungewähnlichen Charakteren und wirklich wundervoll erzählten Handlungssträngen: Die Brücke.
Falls du irgendwas für Krimis übrig hast – schau sie dir an. Auf Netflix sind 3 – oder waren es schon 4? Staffeln verfügbar.

Ausblick

Neuer Monat, neues Glück. – Hoffentlich.

Buy local! – Lokale Schafrassen – lokale Schäfereien (Teil 2.1)

Coburger Fuchsschaf

Das bekannteste Schaf unter den deutschen Schafrassen (wenn man sich für Wolle, die von einer Schafrasse stammt, interessiert) ist das Coburger Fuchsschaf. Laut der GEH (Gesellschaft zur Erhaltung gefährdeter Haustierrassen e. V.) gibt es für diese Schafrasse eine Vorwarnstufe auf der Roten Liste. Die Micronzahl wird mit 33-36 angegeben. Quelle
Hier wiederum werden 26-33 Micron angegeben.

Die Lämmer haben ein, wie ich finde, wundervolles rotbraunes Fell, das sich dann bei den erwachsenen Tieren in eine hell-rötliche Wolle verwandelt. Köpfe und Extremitäten der ausgewachsenen Schafe bleiben etwas dunkler. Die Wolle wird auch als “Goldenes Vlies” bezeichnet.

Meistens wird die Wolle für Teppiche verwendet, man kommt aber auch – abseits vom Mainstream – recht einfach an Garn und auch Spinnfasern.

Das Garn hat einen warmen Beigeton mit einem rötlich-goldenen Unterton. Ich habe keinen Anbieter gefunden, der die Wolle bereits gefärbt verkauft, dafür ist der Naturton wohl zu sehr nachgefragt.
In einigen Foren und auf Blogs habe ich Hinweise gefunden, dass das Garn selber gefärbt wurde, allerdings habe ich keine Fotos gefunden.

Quelle: Kleines Wollwerk

Verstrickt habe ich Coburger Fuchs auch schon – ebenfalls ungefärbt: Es ist ein relativ harsches Garn, dass sich aber gut verstricken lies. Generell bekomme ich leicht Probleme mit dem Zeigefinger, über den das Garn läuft, da ich sehr fest stricke. Dadurch schneidet das Garn mit der Zeit ein – Details erspare ich dir.
Jedenfalls war es für mich kein Problem Coburger Fuchs zu verstricken, stundenlange Strick-Sessions würde ich damit aber nicht einlegen. Allerdings ist es auch möglich, dass es an der Kombination von Struktur und Dicke des Garns lag.

Das Gestrick fühlt sich rau, aber ganz angenehm an. Es stehen nur wenige einzelne Fasern ab, aber natürlich handelt es sich um ein Naturgarn, ohne Superwash-Ausrüstung. Der Faden ist, wie oben bereits beschrieben, beige mit einem rötlichen Unterton und bei näherem Hinsehen sieht man, dass das Garn “lebt”, also ganz leicht unterschiedliche Schattierungen hat. Im Gesamtbild wirkt die Farbe aber harmonisch und ruhig.

Ich habe das Coburger Fuchs-Garn für eine zweifarbige Jacke verwendet. Es hat auch nach dem Waschen die Form gut gehalten. Weicher ist es durch die Wäsche nicht wirklich geworden, auch ist es nicht “aufgeflufft”.

Das Tragegefühl ist sehr wärmend, aber für mich persönlich zu rau um direkt auf der Haut getragen zu werden.

Es gibt eine Vermarktungs-Kooperative, über die man Garne und auch fertige Strickstücke erwerben kann. Passenderweise nennt sich diese “Das goldene Vlies“. Natürlich gibt es weitere Bezugsquellen, diese lassen sich wirklich einfach und schnell über eine entsprechende Suchmaschine finden.

Für den Sommer plane ich die Wolle probeweise zu färben und werde davon dann natürlich berichten. Außerdem werde ich bis dahin Fasern vom Coburger Fuchs verspinnen.

Wochenrückblick 10

Dieses Mal gibt’s den Rückblick erst heute, statt Sonntag, da ich gestern einen längeren Artikel veröffentlicht habe, der mir am Herzen liegt.
Ich würde mich daher sehr freuen, wenn du diesen Beitrag ebenfalls liest – und vielleicht auch kommentierst.

Kreativ

Ich scheine die Zeit, die im Nähkurs zur Verfügung steht, grundsätzlich zu unterschätzen. So wollte ich schon im Januar mit meinem Ottobre-Kleid fertig sein. Bei jedem weiteren Kurs dachte ich dann “heute wirst du fertig!” – und jetzt rate mal…
Immerhin fehlen jetzt nur noch Ärmel, Seitennaht, Säume und Halsbündchen. Nur noch. Mal schauen, wann ich wirklich fertig bin.

Danach möchte ich gern zwei einfache Jogginghosen nähen, brauche aber noch Stoff dafür.
Ich hatte gehofft, dass ich beim Stoff-Containerverkauf in Münster fündig werde. Dort habe ich jede Menge andere Stoffe gefunden, aber eben keinen schwarzen, dicken Sweatstoff.
Wann sind eigentlich Jogginghosen aus diesem dicken, kuscheligen Sweat, bei dem sich nicht alles abzeichnet, außer Mode gekommen? Selbst teure Hosen scheinen nur noch aus so einem fludderigen Stöffchen zu bestehen, bei dem der Unterschied zwischen angezogen und nackig nur die Stoff-Farbe zu sein scheint!
Voll doof. Na, wenigstens kann ich das Problem selbst beheben. Sofern ich passenden, bezahlbaren Stoff finde, natürlich.

Da ich diesen Monat fleißig für meine Fibreshare-Partnerin eingekauft habe, bleibt leider auch kein Stoff-Budget mehr übrig. Mal schauen, ob ich doch noch irgendwo ein paar Euros abzwacken kann. Ich brauche die Hosen nämlich wirklich dringend.

Die Socken für Papa sind übrigens gestern fertig geworden und ich habe an meinen aktuellen Mitnahme-Socken gestrickt. Bin hier fast mit der Ferse fertig.

Dann habe ich noch den Stickrock soweit fertig bekommen. Jetzt fehlt nur noch das Vernähen des Bündchens mit Maschenstich. Darauf habe ich aktuell aber so gar keine Lust. Deswegen liegt der Rock noch mahnend in meiner Strickecke.

An der Temperaturdecke habe ich noch nicht weitergestrickt. Ich bin jetzt gute 2 Wochen im Rückstand. Mir geht allerdings gerade das graue Garn aus, das für den Temperaturbereich
1 – 10°C vorgesehen ist und wie schon erwähnt, ist das Budget mehr als ausgereizt.

Arbeit

Wir stecken noch mitten in der Einarbeitung, aber so langsam lichtet es sich. – Wenigstens im Hinblick auf die noch zu besprechenden Themen. Fragen in der Umsetzung werden mit Sicherheit noch das restliche Jahr zu besprechen/ zu klären sein.

Einen Krankenschein habe ich übrigens nicht genommen, dafür habe ich die Rückstände fast komplett aufgearbeitet.

Krank bin ich immer noch. Jetzt sitzt die Nase zu und der Hals schmerzt immer noch. Meh.

Sport + Gesundheit

Meine Yoga-Lehrerin war auch krank. Entsprechend war ich mal wieder zu faul um Zuhause Yoga zu machen. Dafür war ich ein paar Mal flott spazieren, was mir sehr gut getan hat. das Wetter am Sonntag musste ich natürlich auch dafür ausnutzen. Sonne und die ersten Vögel, die gezwitschert haben – besser gehts doch fast nicht!

Gesundheitlich bin ich – wie oben schon erwähnt – immer noch angeschlagen. Ich weiß, ich sollte mir Ruhe gönnen, nur mein Pflichtgefühl steht da im Weg. Immerhin bin ich letzte Woche früher gegangen und habe mich einen halben Tag ins Bett gelegt. Jetzt pendel ich zwischen “da ist was fieses im Anmarsch” und “geht schon” hin und her.

Medien

Die üblichen Verdächtigen in Sachen Podcast waren wieder dabei. Mir fällt gerade ein, dass ich ja eine Liste über die Podcasts, die ich höre, machen wollte. Hm, vielleicht nächste Woche.

Star Trek haben wir noch nicht weitergeschaut, dafür haben wir uns die Abende mit “Doomsday Preppers” vertrieben. Was ich von denen halte, kann ich so in Kürze gar nicht in Worte fassen.

Freitag hatten mein Mann und ich übrigens endlich mal wieder ein Date: Wir waren lecker Burger essen und dann im Kino. Da wir beide nicht so die Schnulzen-Gucker sind, haben wir “Alita – Battle Angel” geschaut. Mangas lese ich nicht und dementsprechend kann ich nichts zur Umsetzung der Buchvorlage sagen. Mir hat der Film aber Spaß gemacht, auch wenn zwischendurch so “war klar, dass das jetzt passiert”-Momente dabei waren. Optisch auf jeden Fall ein Highlight und auch die Choreografien der Kampfszenen haben mir sehr gefallen.

Ausblick

Diese Woche ist anstrengend: Fortbildung und Veranstaltungen vorbereiten. Eine der Veranstaltungen findet extern statt, wir müssen also alles (vom Beamer bis zu Kaffeetassen) mitschleppen. Das wird anstrengend.

Buy local! – Aber wie? (Teil 1)

Achtung, das wird ein langer Text. – Ich freue mich, wenn du ihn trotzdem (oder gerade deswegen?) liest.

Das Internet ist eine tolle Erfindung. Trotz Datenklau, Trollen und Fake-News überwiegen für mich die Vorteile:

Es ist so einfach geworden über seinen eigenen Tellerrand zu blicken. Der Austausch über Stadt- und Ländergrenzen hinweg ist so selbstverständlich, wie der Austausch über den Gartenzaun hinweg. Man lernt andere Sichtweisen und Meinungen kennen und natürlich auch andere Menschen.

Natürlich führt das auch zu einem anderen Kaufverhalten: Man kann auf das Warenangebot der (nahezu) ganzen Welt zurückgreifen. Das gilt auch für unsere Hobbies:
Projektbeutel in Indien bestellen? Kein Thema!
Es gibt da einen neuen Indie-Dyer in Kanada? Ein paar Klicks und schon ist traumhaftes Garn zu dir auf dem Weg.

Nur: Wo Licht ist, ist auch Schatten. Das weißt du sicherlich.
Mulesing in Australien und Neuseeland, Pakete schleppen zu Hungerlöhnen und hohe CO2-Emissionen sind nur ein paar gängige Stichworte.

Wie bei so vielem stellt sich mir die Frage hier nach der Ausgewogenheit. Ich verwende “internationale Wolle” und möchte auch kleine Unternehmen unterstützen, egal wo sie herkommen.
Aber warum immer so weit schauen? Es sollte doch auch vor der eigenen Haustür Möglichkeiten geben.

Die gibt es auch, nur sind sie nicht immer so offensichtlich. Wenn ich nun vor Ort, bzw. lokal kaufen möchte, gilt es zunächst zu definieren, was das für dich überhaupt ist. Ich würde beispielsweise durchaus einen Anbieter aus den Niederlanden als lokal ansehen, einfach weil ich in relativer Grenznähe wohne.

Da ich nicht wissen kann, wo du herkommst, beschränke ich mir vorerst auf deutsche Anbieter. (Vermutlich weite ich das Ganze zu einem späteren Zeitpunkt aus.)

Dann gibt es weitere Möglichkeiten, lokale Anbieter zu definieren:

  • Es wird lokal gearbeitet, also z.B. gefärbt.
  • Es wird lokal hergestelltes Garn verwendet, also etwa importierte Wolle in einer Spinnerei in der Nähe verarbeitet. Das beinhaltet natürlich auch diverse große Hersteller von Industriegarnen.
  • Das Rohmaterial stammt von heimischen Tieren.
  • Kombinationen der o.g. Möglichkeiten.

Im ersten Schritt möchte ich auf ein vielleicht eher kontroverses Thema eingehen: Garne von heimischen Tieren, im speziellen Schafen. (Kontrovers, weil die Wolle von deutschen Schafen/ Schafrassen oft als zu kratzig empfunden wird. – Näheres weiter unten.)

Also:
Wie kann ich also auch lokale Anbieter unterstützen?
Gibt es hier überhaupt Hersteller vor Ort?

Nun, zunächst einmal: Lokale Hersteller sind in Deutschland nicht so leicht zu finden. Im Gegensatz zu Großbritannien, die weltweit die meisten Schafrassen haben, ist Deutschland in dem Punkt mehr oder weniger ein Entwicklungsland. Natürlich gibt es lokale Rassen. Bis in die 1950er Jahre wurden Schafe hierzulande auch sehr stark auf ihre Wolleigenschaften gezüchtet. (vgl. Wikipedia “Hausschaf“), danach wurde die Schafwolle durch Baumwolle und moderne (Kunst-)Fasern zurückgedrängt.

Heute werden Schafe hauptsächlich als Landschaftspfleger eingesetzt. Berühmt ist dafür beispielsweise die Heidschnucke, die verhindert, dass die hiesigen Heidelandschaften verwalden und damit ein Ökosystem vernichtet wird.

In einem alten Zeitungsartikel der Westfälischen Nachrichten, den ich leider nicht mehr wiederfinde, beklagte sich ein Schäfer darüber, dass sich die Haltung kaum noch lohne. So eine Herde macht eben viel Arbeit, aber die Vermarktung liefe schleppend. Scheren sei oft ein notwendiges Übel, Geld für Wolle erhalte man dafür so gut wie keins. Die Wolle wird daher oft kompostiert bzw. als Dünger untergegraben.
(Für unseren Garten habe ich übrigens interessehalber letztens Dünger mit Schafwolle von einem namhaften Düngerhersteller gekauft.)
Ist es da nicht also an der Zeit, sich vor der eigenen Haustür umzuschauen? Man muss ja nicht vollkommen auf Lokales umsteigen – dafür gibt es in der Welt einfach auch zu viele andere schöne Garne, aber vielleicht nicht alles zu importieren, wäre doch was, finde ich.

Wenn man als Laie an Schafwolle denkt (sofern ein Laie das überhaupt tut), kommen einem wahrscheinlich 2 Dinge in den Sinn:

  1. Kratziges, hartes, fast untragbares Zeug das man nur anzieht, wenns nix anderes gibt – also nach Möglichkeit gar nicht.
  2. Merinowolle.

Klar, gibt es heute immer noch die kratzige, harte Wolle. In erster Linie ist Wolle nunmal dazu da, das Schaf vor Wettereinflüssen zu schützen. Auch wenn die Durschschnittstemperatur dank Klimawandel auch hier weiter ansteigt, kann es doch in einem Großteil des Jahres ungemütlich werden. Also bildet das Schaf eben entsprechende Wolle: Unempfindlich und wärmend.

Das mündet dann eben in eine durchschnittlich höhere Micron-Zahl. Schaut man sich die bekanntesten Schafrassen z.B. hier an, so finden sich unter den deutschen Rassen kaum welche mit einer kleinen Micron-Zahl, also weicher Wolle.

Kommt das Merino-Schaf mit einem Wert von 18-24 Micron (fein) daher, finden sich unter den Rassen aus dem deutschsprachigen Raum nur diese Rassen mit einer Wertung von “relativ fein”:

  • Coburger Fuchsschaf (26-33 Micron)
  • Leineschaf (25-34 Micron)
  • Ostfriesisches Milchschaf (25-33 Micron)
  • Schwarzköpfiges Fleischschaf (27-32 Micron)

Quelle: Purewool

Die Woll-Feinheit der hiesigen Rassen beginnt also üblicherweise knapp darüber, wo die des Merino endet.

Also kann man hier kein kuschelweiches, schmusiges Garn erwarten.

Aber: Untragbar ist es ebenfalls nicht und meistens auch von einem “Stacheldraht-Gefühl” weit entfernt.

Selbstverständlich gibt es immer Menschen, die rauhere Fasern nicht vertragen. Glaub mir, ich kann ein Lied davon singen. Ich habe 2009 angefangen zu stricken und so ca. 2010/2011 angefangen mich selbst zu desensibilisieren. Denn bis dahin konnte ich nichtmal das schmusigste Merinogarn verstricken oder gar anziehen. Einzelheiten zu dem, was da mit meiner Haut passiert ist, erspare ich dir lieber.
Nach und nach habe ich mich dann gesteigert. Immer mal wieder ausprobiert und testweise verstrickt. Heute trage ich beispielsweise Garne wie Holst Supersoft auf der Haut.

Wenn du also mutig bist, gehe gern mit mir auf eine kleine Reise durch die deutschsprachige Woll-Welt.
Dabei entdecke ich selbst auch eine Menge Neues.

Geplant habe ich bisher diese Themen in jeweils einen Beitrag zu verwandeln:

  1. Lokale Schafrassen – lokale Schäfereien
  2. Rassen aus der ganzen Welt – lokale Schäfereien
  3. Andere Fasern tierischen Ursprungs lokal beziehen
  4. Über den Tellerrand – wie sieht’s bei unseren Nachbarn aus?

Wenn du Quellen kennst (z.B. Schäfer*innen, Online-Shops) oder Informationen zu diesem Thema hast (z.B. weiterführende Links, Literaturhinweise), melde dich gern bei mir.
Vielleicht hältst du auch Schafe oder andere Tiere, die Fasern für Garne produzieren. Daran habe ich ebenfalls Interesse.
Du kannst mich hier erreichen:

  • E-Mail: das_baeumchen@gmx.net
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