Archiv der Kategorie: DIY

FO: Braidsmaid

Letzten Winter brauchte ich einen warmen Schal, den ich zu so ziemlich allem tragen konnte. Da ich das Muster “Braidsmaid” von Martina Behm seit Erscheinen stricken wollte, lag es also nahe, dieses Muster anzuschlagen. Es strickt sich flüssig und war in Rekordzeit fertig.

Die Farbe lässt sich allerdings schlecht fotografieren. Es ist ein anthrazit – das erste Foto trifft es gut.

Fertig geworden ist das Tuch im Dezember 2017.

  • Muster/ pattern: Braidsmaid
  • Wolle/ yarn: filcolana Peruvian Highland Wool, charcoal melange
  • Nadelstärke/ needle size: 5,0 mm/ US 8

Gedanken zum Leben, dem Universum und dem ganzen Rest

Gut, so philosophisch wird es dann nicht, aber ich mag Douglas Adams nunmal.

Ich möchte dich nicht mit uralten Geschichten aus meiner Kindheit und Jugend langweilen, deswegen in Kürze: Ich war eigentlich schon immer ein Träumer und neige dazu Dinge zu zerdenken statt einfach mal zu machen.
Gerade in den letzten Jahren wurde das immer stärker. So stark, dass es mich sehr belastet hat und ich mich ein bisschen wie im Dornröschenschlaf gefühlt habe. Gerade jetzt fühlt es sich an wie verlorene Zeit.

Sicherlich gab und  gibt es verschiedene Faktoren. Einiges möchte ich auch nicht hier besprechen – nicht hier und jetzt zumindest.

Im Bereich DIY jedenfalls hat Susanne vom Podcast handgemacht bzw. dem Blog Creativemother bei mir offensichtlich den einen oder anderen Stein ins Rollen gebracht.
Nicht nur, dass sie das Projekt Kleiderschrank ins Leben gerufen hat, sie hat auch mich zu einem guten Teil dazu gebracht aktiv zu werden.

Susanne jedenfalls sprach in ihrer letzten Podcast-Folge über das Aufgeben von Hobbies. Wann man sich von Belastendem trennen sollte und ob es da überhaupt Regeln geben kann.

Das hat mich dazu gebracht, die letzten Monate zu rekapitulieren und ich kann sagen, dass ich so viel getan, gelernt und Neues ausprobiert habe, wie seit meiner Jugend nicht mehr.
Ich achte darauf, nicht zu viel anzuhäufen, dass mich belasten könnte. (Trotzdem sammelt sich das eine oder andere an. Es hält sich aber in einem überschaubaren Rahmen.)

Im Bereich DIY habe ich…

… 2017 neue Stricktechniken gelernt und mehr über Passformen und Kleidung gelernt
… selbst einen Garten geplant und zusammen mit dem besten Ehemann in die Realität geholt
… Ende 2017 meinen Kleiderschrank gesichtet, sortiert und ausgemistet
… Ende 2017 angefangen Garn zu spinnen
… Anfang 2018 angefangen Kleidung zu nähen
… 2018 mehrere Kochkurse besucht und so viele Ideen mit nach Hause genommen

Außerdem wurde mein Vertrag als Kursleiterin für ein Strickcafé verlängert und ich habe meinen Wunsch umgesetzt endlich wieder Englisch zu sprechen.

Ich werde dieses Tempo bestimmt nicht auf Dauer durchhalten und weiß, dass sich die Schwerpunkte im Leben immer mal ändern, aber jetzt und hier gefällt es mir so wie es ist.

Im Moment sprudeln Ideen und Tatendrang vor sich hin und ich weiß nicht, wie ich alles so schnell umsetzen kann wie ich möchte. Ich möchte dieses gute Gefühl so lange wie möglich erhalten und nicht in eine Art Manie abgleiten, die dann schnell wieder abflaut und das Ganze verpuffen lässt.

Deswegen habe ich mir kleine Ruheinseln eingebaut. Ich erinnere mich regelmäßig daran durchzuatmen (z.B. einmal in der Woche in der Yoga-Klasse), einfach mal ein Buch zu lesen oder völlig unproduktive Tage zu verbringen.

Aus all diesen Gründen und Dingen und Geschehnissen werde ich auch weiterhin nicht regelmäßig bloggen.
Denn bloggen ist schön, es macht mir Spaß. Ein selbstgenähtes T-Shirt anzuziehen macht aber noch mehr Spaß.

Trotzdem bemühe ich mich um Beiträge verschiedenster Art. – Wenn dich etwas besonders interessiert über das ich schreiben soll, dann melde dich gern bei mir.

(Ich habe es übrigens gewagt und ein paar Sachen vorgeschrieben.)

FO: Oh Christmas Tree (Still Light Tunic)

Ein weiterer Nachtrag zu einem schon längst vollendetem Strickprojekt:

Dank der vergleichweise dicken Wolle, habe ich die Still Light Tunic bereits im Oktober 2017 fertiggestellt und seitdem fleißig getragen. – Gut, jetzt ist es natürlich zu warm, aber sobald es etwas kälter wird, passt die Tunkia bzw. das Kleid hervorragend zu Leggins, langärmeligem Oberteil und Stiefeln.

Das Garn hängt sich mit der Zeit etwas aus und ich sollte mal den Kragen stabilisieren. Davon abgesehen ist die Tunika wirklich toll und ich bin ganz verliebt. Sollte ich mal wieder auf der Suche nach einem Langzeit-Stricktreffprojekt sein, werde ich die Tunika nochmal stricken. Dann aber vielleicht aus dünnerer Wolle. Mal sehen.

Ein Tragefoto habe ich leider nicht mehr hinbekommen, aber hier wenigstens zwei auf dem Kleiderbügel:

  • Muster/ pattern: Still Light Tunic
  • Wolle/ yarn: Finkhof Merino Wolle dünn, dunkelgrün
  • Nadelstärke/ needle size: 4,5 mm/ US 7

FO: Woll-Abo März

Ich hatte dir schon davon erzählt, dass ich bei diesem Projekt direkt wusste, dass ich es stricken MUSS. Menschen, die mich kennen lernen erfahren recht schnell, dass ich rechts und links nicht auf Anhieb auseinanderhalten kann. Gerade beim Autofahren führt das dazu, dass man völlig unbekannte Ecken kennenlernt…

Während des Strickens habe ich gemerkt, dass ich bei mehreren Farben noch sehr an meiner Fadenspannung arbeiten muss. Deswegen habe ich – durchs Ribbeln – mindestens drei Handschuhe gestrickt. Der erst sah nämlich schön aus – war aber so fest, dass er sich nicht anziehen lies ohne die Blutzufuhr abzuschnüren…

Mit dem Ergebnis jetzt bin ich aber sehr zufrieden und freue mich darauf, die Stulpen im nächsten Herbst (der trotzdem noch lange auf sich warten lassen kann) anzuziehen.

  • Muster/ pattern: No, your other left
  • Wolle/ yarn: Schoppel-Wolle Zauberball, 2244 Zauberwald und Zwerger Garn Opal 4-fach, 5193 Mittelgrau
  • Nadelstärke/ needle size: 2,5 mm/ 1 1/2

WIP: Cookie Monster meets Lace

Nachdem hier gestern ein Unwetter durchgezogen ist, ist es mit dem Sommerwetter ersteinmal wieder vorbei.

Früher oder später sollte der Sommer aber wiederkommen und da möchte ich natürlich gerüstet sein. Ganz in Einklang mit meinen diesjährigen Handarbeitszielen stricke ich daher an einem Sommertop in einem wunderbaren Krümelmonster-blau:

Der Lace-Teil befindet sich am Rückenteil, das Vorderteil ist glatt rechts gestrickt. Nach anfänglichen Schwierigkeiten kann ich das Lacemuster (4 Reihen) nun auswendig. Eigentlich ist das Muster eingängig, aber irgendwie wollte es zuerst nicht so recht in meinen Kopf.

Ich stricke das Shirt zweifädig aus ITO-Garnen, die ITO Kinu aus 100% Bouretteseide habe ich schon mehrfach verstrickt. Wenn man kein glattes Garn erwartet, sondern mit den Unregelmäßigkeiten einer Bouretteseide leben kann, ist es ein schönes Garn, dass sich gut verstrickt und auch gut trägt.
Das Garn ITO Shio verstricke ich zum ersten Mal. Es besteht aus 100% Merinowolle. Leider habe ich keine weiteren Informationen über potentielles Mulesing. Wenn du etwas weißt, lass es mich gern wissen.

  • Muster/ pattern: Mia
  • Wolle/ yarn:  ITO Kinu, 392 Capri Blue und ITO Shio, 580 Capri Blue
  • Nadelstärke/ needle size: 3 mm/ 1 1/2

Damit wandert das Shirt zu Auf den Nadeln {Juni}.

FO: Woll-Abo Februar

Gefühlt bestand meine Gedankenwelt der letzten Wochen nur aus Arbeit und Garten. In Sachen Arbeit konnte ich in den letzten Tagen durchatmen und es geht erst ab nächster Woche wieder so richtig rund. Der Garten ist für dieses Jahr fertig angelegt und bepflanzt. Es sind zwar schon wieder Massen an Beikräutern da, aber die dürfen da jetzt einfach noch ein bisschen stehenbleiben. Da es heute das erste Mal seit Wochen wieder regnet, nutze ich das Wetter und fröne einem weiteren neuen Hobby: Nähen.

Davon erzähle ich dir auf jeden Fall auch noch. Jetzt hole ich aber erstmal nach, dir nach und nach zu zeigen, was ich bisher gestrickt habe. Ich war nämlich vergleichsweise produktiv in diesem Jahr.

Nur – so viel sei verraten – hänge ich beim Woll-Abo hinterher. Ich stricke aktuell noch an meinem April-Projekt (~ 60% fertig!) und habe die Tüte für Mai noch gar nicht geöffnet. Im nächsten Jahr werden sicherlich auch 6 Projekte ausreichen.

Hier kommt erstmal das Februar-Projekt:

Fazit: Gut zwischendurch zu stricken, allerdings etwas eng geworden. Ich vermute, dass es einfach meinem sehr festem Stricken geschuldet ist. Trotzdem sehr gut tragbar.

  • Muster/ pattern: Gansey Wristers
  • Wolle/ yarn: filcolana arwetta Classic, Farbe: 191
  • Nadelstärke/ needle size: 2,5 mm/ 1 1/2

Anleitung zum Einfangen eines Muskelkaters

Im April habe ich dir ja schon Neues aus unserem Garten berichtet. Seitdem hat sich wieder einiges getan. Nach dem Bau des Hochbeetes haben wir noch weitere Beete und ein Tomatenhaus angelegt. Außerdem habe ich jede Menge Pflanzen gesetzt. Die letzten habe ich heute Morgen “eingebuddelt”.

Unsere Bodenverhältnisse hier sind leider etwas schwierig, so dass ich nun nur noch hoffen kann, dass auch alles wächst. Natürlich ist noch nicht alles zugewachsen, so dass ich leider aktuell viel an Beikräutern aus den Beeten heraushole. Spätestens in ein paar Jahren sollte sich das aber reduziert haben. – Wenn alles nach Plan läuft natürlich.

Für dieses Jahr sind wir jedenfalls mit den “Großprojekten” fertig, nun heißt es nur noch pflegen und genießen.

(Die Nachbarn habe ich – wie immer – etwas “anonymisiert”.)

Links ist unser Nutzgarten. Ganz unten das Hochbeet, über das ich schon geschrieben habe. Dahinter ein großes Gemüsebeet, dass von zwei kleineren Kräuterbeeten eingerahmt wird. Ganz hinten dann das Tomatenhaus.

Hinten und auf der rechten Seite stehen dann hauptsächlich Zierpflanzen, wobei ich mich hier von Alyss Fowler habe inspirieren lassen und einiges wild durcheinandergepflanzt. So stehen auch Kräuter und Erbsen dazwischen.

Wie du siehst, haben wir eines mehr als genug im Garten: Sonne.
Auf der einen Seite ist das natürlich schön, alles hell und freundlich. Auf der anderen Seite macht es die Nutzung des Gartens für die Zeit zwischen Mittag und spätem Nachmittag aber unmöglich. Außerdem trocknet die Erde wahnsinnig schnell aus.
Nirgendwo hat ein Nachbar einen Baum gepflanzt, der wenigstens perspektivisch die Sonne ein wenig abmildert – und unser Garten ist dafür etwas klein.
So bleibt nur, uns etwas anderes in Sachen Sonnenschutz zu überlegen und ansonsten darauf zu hoffen, dass alles langsam aber sicher zuwächst.

Wenn du einen Tipp in Sachen Sträucher hast, die gut auf Lehmboden wachsen und nicht zu ausladend werden, schreib mir gerne.

Jetzt spinnt se auch noch…

Ich denke alle Witze übers Spinnen sind bereits gemacht worden. Deswegen überspringe ich diesen Part und erzähle dir einfach davon, wie ich dazu gekommen bin:

Mit dem Verarbeiten von Garn kam bei mir Interesse auf, wie so etwas eigentlich hergestellt wird.
Auf der ‘Creativa’ konnte ich das Ganze bei der Handspinngilde kurz auf einer Handspindel ausprobieren. Es kam ein Stück der unter Spinnern gut bekannten “schwangeren Regenwürmer” heraus, also ein ungleichmäßig dickes Stück Garn.
Leider hatte niemand der Leute dort noch Zeit für mich, so dass ich beschloss es Zuhause selber zu versuchen. Ich bestellte mir zwei Anfängerspindeln und etwas Wolle. Wie ich später erfahren habe, sind diese Anfängerspindeln aber oft schlecht austariert und so kam es, wie es kommen musste: Sie frustrierten mich und wurden dementsprechend nicht mehr benutzt.

Wie so ein Rad funktioniert, wollte ich dann aber trotzdem noch mal testen, vor allen Dingen als ich gelesen hatte, dass vielen das Spinnen auf dem Rad leichter fällt als auf einer Spindel. Aber wo? Es handelt sich ja nunmal nicht um ein Allerweltshobby.

Fast forward  auf Sommer letzten Jahres:

Wir waren auf einem Mittelalterfest in Warendorf und im Heerlager saß jemand und sponn auf einem Rad. Nachdem ich ein bisschen herumgedruckst hatte, sprach mich die Dame an, und meinte, wir dürften ruhig näher kommen. (Manchmal bin ich ja einfach wahnsinnig schüchtern.)
Wir führten ein wirklich nettes Gespräch und es stellte sich heraus, dass sie auch auf ravelry unterwegs und Admin der Gruppe “Spinnernetz” ist. Der Satz “Wäre doch gelacht, wenn wir niemanden aus deiner Nähe finden würden, bei dem du das mal ausprobieren kannst!” ist mir deutlich im Gedächtnis geblieben.
(Für dein freundliches “Anschubsen” ganz lieben Dank, bakerqueen!)

Es dürfte für dich keine Überraschung sein, dass bakerqueen recht behalten sollte. So fuhr ich ebenfalls letztes Jahr tiefer ins Münsterland hinein um bei wollsuechtig herzlich aufgenommen zu werden und einen wunderbaren Nachmittag zu verbringen. (An dich auch herzlichen Dank dafür!) Ich durfte auf ihrem Spinnrad von Walther die ersten Gehversuche unternehmen und war seither Feuer und Flamme.

Nur: So ein Spinnrad ist schon teuer und die Auswahl ist wahnsinnig groß! Also: Woher nehmen?

Und da kommt wieder der Zufall ins Spiel: Bei einer Strickrunde erzählte ich davon. Eine Freundin hatte seit Jahren ein Spinnrad unbenutzt in der Wohnung stehen und wollte den Staubfänger eigentlich schon länger abgeben. Und so bin ich seit Ende letzten Jahres stolze Besitzerin eines Kromski Fantasia. Ein bisschen entstauben, ein bisschen ölen und schon konnte ich loslegen.


Netterweise habe ich auch noch einen ordentlich großen Kammzug Merinowolle dazubekommen und habe direkt losgelegt.

Die ersten Stränge sind fertig gesponnen, verzwirnt, gewaschen und mottenfrei verstaut. Sobald ich den Rest ebenfalls versponnen habe, möchte ich einen Teil davon färben und dann alles zu einer Decke für die Couch verstricken.

Noch  sehen sie unspektakulär aus: