Ich kauf nix – Fazit August – September

Hach, und schon wieder rennt die Zeit davon.

Arbeitsmäßig war und ist so viel zu tun, dass ich meistens nur ein wenig auf Instagram herumdümpel und ganz vergesse, hier auch zu schreiben.

Heute und morgen werde ich definitiv nicht stricken – ich habe wohl in den letzten Tagen etwas damit übertrieben und die Gartenarbeit heute hat meiner Hand dann auch noch den Rest gegeben. Tippen geht gerade noch – wie du siehst.

Deswegen schnell zum Rückblick der letzten beiden Monate, auch wenn der September noch nicht vorbei ist:

Tee

Im August war mir nicht so nach Tee. Ich habe von verschiedenen Kräutertee-Sorten Sodbrennen bekommen und daher eine Weile ausgesetzt. Ab und an eine Tasse schwarzer Tee mit Milch und Honig war ok, mehr aber auch nicht.

Ende September, als es mit den Temperaturen herunterging, habe ich dann vorsichtig wieder angefangen. Bisher vertrage ich die ausgwählten Mischungen gut.

Entsprechend hat sich hier kaum etwas reduziert, dafür habe ich eine Packung Tee nachgekauft, die im örtlichen Laden ausgelistet wird.

Lesen

Ich habe weiter versucht “Radium Girls” von Kate Moore zu lesen. Die Sprache ist eingängig und das Buch ist gut zu lesen. Thematisch zieht mich das aber immer noch so herunter, dass ich komplett die Lust am Lesen verloren habe. Nachdem ich doch immer mal wieder versucht habe, ein paar Seiten zu lesen, habe ich nun vor ein paar Tagen beschlossen, dass Buch erstmal wieder ins Regal zu stellen.

Dafür habe ich heute “Untenrum frei” von Margarete Stokowski angefangen. Mittlerweile ja schon fast eine Art Klassiker in Sachen Feminismus. Ich habe bislang das Vorwort und das erste Kapitel gelesen. Viel kann ich zu diesem Buch daher noch nicht sagen.

Obwohl ich von meinem Geburtstag vor ein paar Monaten noch einen Gutschein hier liegen habe, habe ich auch diesen Monat kein Buch gekauft. Angekommen sind nur zwei Zeitschriften, die aber beide schon gelesen sind.

Macht also vorerst +-0 Bücher.

Stricken

Das Sommertop aus diesem fürchterlich spleißenden Garn habe ich vorerst eingemottet und die Fertigstellung auf das nächste Jahr verschoben. Jetzt sind die Temperaturen eh sehr herbstlich und es würde auch im fertigen Zustand monatelang aufs Getragenwerden warten. (Das ist natürlich der vollkommen einzige Grund hüstel.)

Woodlark Shawl aus Finkhof-Wolle

Der Woodlark-Shawl, von dem ich im Rückblick für Juni/ Juli erzählt habe, ist im August fertig geworden. Er gefällt mir sehr gut und ich freue mich schon darauf, mich bei den passenden Temperaturen darin einzumuckeln.

Das Tuch wird in der Runde gestrickt und anschließend aufgeschnitten (= Steek). Das klingt gruseliger als es ist und ich mag so eigentlich ganz gerne stricken. Es ist jedenfalls deutlich einfacher, als mit verschiedenen Farben in Rückreihen zu hantieren.

Ich weiß gerade gar nicht, ob ich schon mal davon erzählt habe, deswegen hier noch mal in epischer Breite:

Seit ein paar Jahren packe ich mir zum Ende des Jahres Päckchen mit einem oder maximal zwei Strängen Garn und einer passenden Anleitung dazu. Im Laufe des nächsten Jahres ziehe ich dann in vorher festgelegten Abständen ein Päckchen und habe so ein kleines, selbstgebasteltes Garn-Abo.

Dieses Jahr wurde das dann in der Ravelry-Gruppe “Podcasting auf Deutsch” aufgegriffen. In jedem Quartal wurde eine Nummer ausgelost.

Simple Lines aus Schoppel Wool finest

Im dritten Quartal waren bei mir zwei Stränge von Schoppel drin. (Ein traumhaftes Garn übrigens.)

Daraus ist eine etwas vergrößerte Variante des Tuches “Simple Lines” geworden. Ein toll zu tragendes und auch schön zu strickendes Tuch.

Wenn du auf der Suche nach einem stricktrefftauglichem Projekt bist, das trotzdem nicht langweilig ist – das hier ist meine Empfehlung.

Dieses Garn kann ich nicht von meinem Stash abziehen, da ich die Päckchen 2019 gepackt hatte, als ich noch keine Inventur gemacht habe.

Davon abgesehen ist “nur” noch ein Paar Stinos fertig geworden, von denen ich gerade kein Foto zur Hand habe. Gestrickt habe ich diese aus Opal-Sockenwolle, die mir eine liebe Strickfreundin zum Geburtstag geschenkt hat.

Aktuell stricke ich noch am “Wool and Honey” Sweater, mal wieder aus Finkhof-Wolle. Naturgemäß bleibt die Garnmenge bis zur endgültigen Fertigstellung im Stash stehen.

Gekauft habe ich übrigens einiges:

Meine Geburtstagsgutscheine habe ich im örtlichen Woll-Geschäft “investiert” und eine Pullovermenge “Zitron Echt” (100% Baumwolle), sowie einen Strang “Zitron Filisik” und einen Strang “Zitron Unisono” gekauft.

NBK Superwash Merino Fingering

In der ravelry-Gruppe von “Lanaphilia” gibt es außerdem nun regelmäßige KALs und ich lasse mich zu so was meistens mit Vergnügen hinreißen. Nach dem “Herr der Ringe KAL”, der am 30.09. endet, stricken wir das Tuch “Earthstar“. Dafür habe ich bei Lanaphilia eingekauft: Je zwei Stränge “NBK Superwash Merino Fingering” in den Farben Tang und Potion.

Damit aber weiterhin nicht genug.

Diese Woche ist noch eine Spontanbestellung angekommen. Ich bin meine Wollvorräte durchgegangen und habe Projekte zusammengestellt. – Immerhin möchte ich so langsam schon meine Quartalsprojekte 2021 sammeln. Dabei sind mir zwei spontan gekaufte Stränge BC Garn Bio-Balance in die Hände gefallen. Nachdem ich nichts gefunden habe, was ich aus den beiden Strängen machen könnte, habe ich vier Stränge in einem Mittelgrau bestellt. Alles zusammen soll eine Art Sommer-Ravello mit kurzen Ärmeln werden. – Natürlich nächstes Jahr erst. Vorbereitung und so… hüstel.

Summa Summarum ergibt das also einen Stash von 17,75 kg bei einer Lauflänge von 53,86 km. Im Vergleich zu den 16,91 kg/ 51,68 km ein deutlich größeres Plus, als ich erwartet hätte.

Dazu kommt, dass nach dem “Earthstar-KAL” ab November der KAL “Flauschig Kuschelig” startet und ich diesen nutzen möchte, um endlich eine längere Strickjacke mit Taschen zu stricken. Ich weiß auch schon welche Anleitung und welches Garn ich dafür nehmen möchte. Leider sind weder das eine noch das andere Dinge aus meinem Stash…

Ich bleibe aber erstmal optimistisch, dass ich doch noch ein (winzig-)kleines Minus irgendwo herzaubern kann.

Spinnen

Dieses Jahr gab es zwei Mal die Tour de Fleece: Ein Mal zu dem Zeitpunkt, an dem sie eigentlich stattgefunden hätte, aber Corona-bedingt ausgefallen ist und ein Mal zu dem Zeitpunkt, an dem sie wirklich stattgefunden hat. An dem zweiten Termin habe ich teilgenommen und tatsächlich fast zwei Spulen in der Zeit gesponnen. Es fehlt nur noch ein kleines bisschen auf der 2. Spule. Ich werde das Garn Navajoverzwirnen und möchte mir daraus eine Strickjacke machen. Dazu werde ich aber bestimmt noch mindestens eine dritte Spule brauchen, eventuell eine vierte.

So richtig fertig ist damit nichts geworden, aber immerhin bin ich auf dem besten Wege.

Nähen

Yeah! Ich habe genäht!

Das war die gute Nachricht. Bisher bin ich noch nicht fertig geworden. Entsprechend gibt es noch kein Minus zu verzeichnen.

Gekauft habe ich nur eine Spule Nähgarn für das aktuelle Blusenprojekt und das zugehörige Schnittmuster.

Anleitungen

Ein paar Anleitungen sind in meine Favoriten gewandert, aber bis auf die Anleitung für den “Earthstar” habe ich nichts gekauft.

Die Anleitung für den “Wool and Honey“-Sweater habe ich tatsächlich schon im November 2019 gekauft. Seitdem hat sie zusammen mit dem Garn auf ihre Bestimmung gewartet. Da der Sweater noch nicht fertig ist, zählt die Anleitung allerdings auch noch nicht als genutzt.

Dann gab es noch eine kostenfreie Anleitung, die ich mir heruntergeladen habe.

Die Anleitung für den “Simple Lines“-Shawl war kostenlos und befand sich bereits seit gefühlten Äonen in meiner Bibliothek.

Macht alles in allem also + 1 Anleitung.

Sonstige Ausgaben

So, hier gibt es jetzt wieder mehr zu verzeichnen:

Meine aktuelle Achillesferse ist offensichtlich der Garten. Wir haben am Freitag extra Urlaub genommen um ein paar Gartenmärkte unserer niederländischen Nachbarn abzuklappern. Die Läden waren angenehm leer und man konnte anderen gut aus dem Weg gehen. Dennoch war es sehr seltsam, dass dort keine Maskenpflicht herrscht und wir entsprechend viele Leute ohne Maske gesehen haben.

Nach drei sehr unterschiedlich ausgestatteten Gartenmärkten und einem reichhaltigen, wenn auch verspätetem Mittagessen sind wir dann todmüde nach Hause gekommen. Einkaufen strengt immer so an.

Erstmal ausladen und gießen.
Wellness für Blumen nach der langen Fahrt.

In mein kleines, schnuckeliges Autochen haben wir aber tatsächlich ganze 42 Pflanzen und fünf Beutel Blumenzwiebeln gepackt bekommen. Was ein Raumwunder!

Heute dann haben wir alles eingepflanzt. – Wobei: Alles stimmt so nicht. Im Wohnzimmer liegen noch ein paar Packungen Blumenzwiebeln herum. Die haben wir beim besten Willen nicht alle geschafft, einzubuddeln.

Vor dem Einbuddeln kam nämlich erst das rausrupfen.

Da sowohl mein Mann, als auch ich seit Monaten beruflich sehr eingespannt sind, ist der Garten sträflich vernachlässigt worden.

Meine Freizeit habe ich tatsächlich lieber strickend auf der Couch verbracht und mein Mann hat zur Entspannung gezockt.

Da wir immer noch mit dem “wundervollen” Ackerboden zu kämpfen haben, den wir geliefert bekamen, als wir den Garten angelegt haben, sprießen diverse Beikräuter stärker als es schön ist. Zwischendurch eine Distel oder hier und da ein bisschen ungewolltes Zeug ist ja ok. Wenn wir aber zwei Wochen in Folge nicht jäten, sind die Blumen unter einem Urwald verschwunden. Wir packen regelmäßig Bio- und Restmülltonne voll (je nachdem um welches Kraut es sich handelt) und haben schon Queckewurzeln entfernt, die sicherlich von hier bis zum Mond reichen würden.

Entsprechend sind wir heute auch nicht komplett fertig geworden, aber wir sind weit genug gekommen.

In vier Wochen ist außerdem (hoffentlich) noch eine Lieferung von Blaukissen und Kissenglockenblumen für den Vorgarten angekündigt. Wenn das alles drin ist, heißt es für uns erstmal nur den Status Quo beizubehalten.

Fazit

Das “nicht kaufen” klappt so gar nicht. Trotzdem merke ich, dass ich länger über einen Kauf nachdenke und überlege, ob etwas bereits Vorhandenes nicht auch ausreicht.

Im Großen und Ganzen also doch die Entwicklung, die ich haben wollte.

Ich kauf nix – Fazit Juni – Juli 2020

Herzlich Willkommen zu “Schöner Scheitern mit dem Bäumchen”.

Ich war der festen Überzeugung, dass ich den (fertigen) Artikel für Juni längst veröffentlicht habe. Wie du siehst: War wohl nix. Deswegen fasse ich die letzten zwei Monate zusammen und du musst dieses Mal nicht mit einem langen, sondern einem ultra-langem Beitrag leben. – Sorry!

Zunächst ein kleines mentales Fazit: Langsam nimmt das “normale” Leben wieder Fahrt auf. Langsam und vorsichtig, aber erkennbar:
Mein Strickcafé bei der örtlichen Familienbildungsstätte hat wieder stattgefunden, ein KAL dort ebenfalls und der Nähkurs startete auch wieder durch. In den Sommerferien ist alles an festen Terminen ja sowieso reduziert, so dass fast ein Gefühl von Normalität aufgekommen ist. Leider steigen jetzt zum Ende der Ferien die Corona-Fälle wieder an und ich denke nicht, dass wir noch lange mit diesem “alles halb so schlimm”-Gefühl leben werden.

Ansonsten: Gesundheitlich war ich im Juni im wahrsten Sinne angeknackst. Ich habe mir im unteren Rücken irgendwas geklemmt (warscheinlich das ISG), was zu einer kompletten Muskelverhärtung drumherum geführt hat. Erst nach ein paar Tagen konnte ich wieder halbwegs normal sitzen. Dafür habe ich in tagelang ordentlich Meter gemacht und war viel in den Feldern hinter unserem Haus unterwegs. Schlussendlich führte das dann zu einer Überlastung des Kniegelenks. So musste ich nach den Tagen voller Herumgerenne eine lange Pause auf der Couch einlegen. Eine komplette Vollbremsund quasi. War kein guter Monat.

Der Juli brachte dagegen Sommerferien pur: Größtenteils Sonne, viel Arbeit und dafür wenig private Termine und Verpflichtungen.

Die Lage in der Welt hingegen hat keine Sommerpause geboten. 2020 wird nicht langweilig…

Ich komme lieber zu meinen Zielen; da gibt es wenigstens ein paar gute Sachen:

Tee

Ich habe eine Packung schwarzen Tee im Beutel gekauft, da ich der festen Meinung war, eine Packung aufgebraucht zu haben. Ich hätte lieber vor dem Einkauf nachgeschaut, denn die Packung Zuhause ist noch fast voll. Da ich meinen Vorrat im Büro aber wieder auffüllen musste, ist das nur halb so schlimm.

Mittlerweile ist die nachgekaufte Packung auch angefangen. Der Juli brauchte viele Momente zum innehalten und durchatmen.

Lesen

Im Mai habe ich “Alan Bradley – I am half-sick of Shadows” angefangen und im Juni beendet.

Vorgarten 2020

Dann hatte ich ja ein Buch bei Frau Pratolina gewonnen und dies nun endlich gelesen: “Tjards Wendebourg – Der Kies muss weg”. Was soll ich groß dazu sagen? Der Autor spricht mir aus der Seele. Diese fiesen Schotterwüsten, die leider viele als Vorgärten haben, missfallen mir nicht nur. Nein, es gibt auch objektive Gründe, warum diese Art der Gartengestaltung nicht gut ist. Wendebourg führt dies in dem Büchlein gut und mit Beispielen aus.

Aktuell liest mein Mann noch das Buch und ich überlege, ob ich das Buch anschließend weiterziehen lassen soll. Vielleicht kommt es in einen öffentlichen Bücherschrank? – Mal schauen.

Außerdem habe ich ein weiteres Buch angefangen: “Kate Moore – The Radium Girls”. Es ist gut geschrieben und liest sich flüssig. Thematisch nimmt es mich aber sehr mit und deswegen kann ich es nur für eine relativ kurze Zeit am Stück lesen. Im Juli hatte ich dann akute Lese-Unlust und nur ein paar Seiten weitergelesen.

Gekauft habe ich seit Juni Monat nur Zeitschriften, keine Bücher.
Macht entsprechend -2 Bücher.

Stricken

Da musste ich erst einmal bei ravelry nachschauen. Gefühlt habe ich mal wieder nichts beendet.

Ich stricke nämlich seit einer gefühlten Ewigkeit an einem Sommertop aus der Sandnes Garn Tynn Line, aus der ich auch den Edie gestrickt habe.
Eigentlich wollten dieses Garn und ich ja vorerst getrennte Wege gehen. Dann war mir aber nach einem Sommeroberteil und kein anderes Sommergarn im Stash zu finden. Immerhin habe ich mittlerweile die Ärmel abgetrennt und etwa 5 cm vom Körper gestrickt.
Irgendwer hielt es ja für eine gute Idee, in das Oberteil noch einen Lace-Teil mit überzogenen Maschen einzubauen…
Bei einem Garn dass sich gefühlt bei jeder zehnten Masche aufspleißt – echt eine super Idee. Aber gut, jetzt muss ich da eben durch. Selbstgewähltes Elend und so.

Dafür habe ich im Juni und Juli folgendes beendet:

MKAL Maylik

Der MKAL “Maylik” ist ein hübsches Tuch geworden, dass leider etwas klein ist. Aber bei nur einem Strang Garn hätte ich das wissen müssen. Ich hoffe noch darauf, dass es eine größere Version des Tuches geben wird. Das Garn habe ich übrigens bis auf den letzten Meter verbraucht und musste beim Abketten noch ein wenig tricksen. Das sind dann also -100g, bzw. -366m im Stash.

Copilot

Aus einem Strang handgefärbtem Merino-Single ist dann der einfache Cowl “Copilot” geworden, der sich wunderbar und ohne groß nachzudenken auf der Couch stricken lies. Eigentlich hätte ich dafür gar keine Anleitung benötigt, aber ich wollte so wirklich gar nicht großartig nachdenken. Hier habe ich auch den kompletten Strang verbraucht: -100g, bzw. -420m.

Waiting for Rain – tolles Tuch, doofes Foto

Im Juli habe ich endlich das Tuch “Waiting for Rain” gestrickt. Das Muster hat sich schon lange auf meiner To Do-Liste befunden. Wenn man das Prinzip einmal verstanden hat, ist das Muster nicht gerade blind zu stricken, aber doch recht einfach.

Waiting for Rain

“Waiting for Rain” ist größer geworden als erwartet. Deswegen gibt es nur ein schlechtes Foto vom Spannen und einem etwas schönerem Bild auf dem das Tuch aber nicht in seiner ganzen Schönheit zu sehen ist. Zu einem schöneren Bild hat es noch nicht gereicht. Das Garn habe ich selbst gefärbt und bin mit dem ersten Versuch sehr zufrieden.
Aus dem Stash verschwindet dieses Mal kein Garn, denn die paar ungefärbten Stränge, die in einer Kiste lagerten habe ich nicht miterfasst.

Woodlark Shawl

Direkt danach habe ich ein weiteres Tuch angefangen, mit dem ich schon länger geliebäugelt habe.

Allerdings habe ich im Juli dafür dann Wolle gekauft und das nicht einmal so wenig. Bestellt habe ich beim Finkhof. Natürlich konnte ich mich nicht beherrschen und habe mehr Garn bestellt, als für das Tuch gebraucht wird.
Ich verarbeite und trage Finkhof-Garne so gerne, dass ich den Rest bestimmt auch in absehbarer Zeit verarbeitet haben werde.
Das Tuch heißt übrigens “Woodlark Shawl” und ist ein Colourwork-Tuch, dass gesteekt wird.

Eine liebe Freundin hat mir nachträglich zum Geburtstag nicht nur eine geniale (Projekt-)Tasche geschenkt, sondern dazu auch noch ein Knäuel Sockenwolle aus dem Opal-Abo. (+100g/ 420m)

Ein weiteres Plus im Stash macht dann noch ein Verlegenheitskauf in einem kleinen Handarbeitsgeschäft in Winterswijk: 2 Knäuel Drops Fabel (+2x50g = 100g/
+2x205m = 410m).

Ebenfalls im Juli ist dann auch meine Bestellung bei John Arbon Textiles angekommen. Ich hatte deren neues Heft zusammen mit Garn und Fasern im April (glaube ich – auf jeden Fall eher Anfang des Jahres) bestellt. Durch Corona hat sich der Druck des Heftes verzögert, sodass die Lieferung erst im Sommer ankam. Ich bin von Garn und Fasern sehr angetan und freue mich auch schon auf die Verarbeitung.

Macht also im Summe einen Rest von 16,91 kg bei einer Lauflänge von 51,68 km und damit ein deutliches Plus.

Spinnen

Die Rolags sind versponnen, verzwirnt und gewaschen.

Dann kam mir mein Rücken in die Quere und ich habe mich im Juni nicht mehr ans Spinnrad setzen können.

Gewaschene Rohwolle vom Jakobschaf

Von dem Cousin einer Arbeitskollegin habe ich ein ganzes Vlies Jakobschaf geschenkt bekommen und von einer Freundin noch einen großen Sack (gewaschenes) Texel.

Kardiertes Texel

Die liebe Lanaphilia hat mir ihre Kardiermaschine geliehen und so habe ich bisher immerhin die Hälfte des Texel kardiert und auch schon eine halbe Spule angesponnen. Trotzdem natürlich ein Tropfen auf dem heißen Stein.

Aber immerhin habe ich da ein paar hübsche Wölkchen vom Kardierer geholt, oder?

Fasern aus der Bestellung bei John Arbon Textiles

Die oben schon genannte Bestellung von John Arbon Textiles fällt bei der Menge schon fast gar nicht mehr ins Gewicht. Aber natürlich vergrößert sich mein Stash dadurch trotzdem um einiges. Ich habe mich sehr gefreut, als ich alles ausgepackt habe. Die Farben sind einfach toll und ich bin schon sehr gespannt, wie die Fasern versponnen aussehen werden.

Mehr Plus geht quasi schon gar nicht mehr im Stash. Da ich die Rohwolle nicht gewogen habe, kann ich keine genaue Angabe machen. Ich schätze aber, dass es alles in allem ein Zuwachs von 4-5 kg sind. Ich glaube, das hole ich dieses Jahr nicht mehr raus.

Nähen

Yeah! Ich habe den Stoff von dem ich im Mai erzählt habe zu einem Kimono Tee vernäht, sowie ein weiteres Kimono Tee genäht und ein weiteres Teil angefangen. – Immerhin ein Vorrat, der schrumpft.

Gekauft habe ich nichts.

Anleitungen

Zwei der Anleitungen, die ich verstrickt habe, waren kostenfrei und ich hatte sie auch vorher nicht in meinen Favoriten. Die Anleitung für den “Waiting for Rain” hatte ich schon vor einiger Zeit gekauft und nun endlich gestrickt. Dafür habe ich die Anleitung für den “Woodlark Shawl” gekauft.

In meiner Library auf Ravelry habe ich insgesamt sieben neue Strickanleitungen gespeichert. Drei davon habe ich gekauft, der Rest war kostenfrei.

Das Kimono-Tee, dass ich genäht habe, habe ich auch schon häufiger genäht.

Insgesamt ergibt das also +7 Anleitungen.

Sonstige Ausgaben

Nach langen Überlegungen habe ich mir ein Zeitschriften-Abo gegönnt. Bislang sind zwei Ausgaben der Gartenzeitschrift angekommen und ich bin weiterhin sehr angetan davon.

Außerdem brauchte ich ein paar Basic-Klamotten: Ich habe zwei T-Shirts, vier Capri-Leggins und ein Top, alles in fröhlichem Schwarz, sowie zwei Kleider im Sommerschlussverkauf gekauft. Wenn ich schon nicht selber nähe, kaufe ich wenigstens Qualitätsware, dachte ich mir. Ich will hoffen, dass die Klamotten das halten, was der Preis verspricht. Jetzt möchte ich aber wieder verstärkt nähen – sobald mich die Sonne wieder in meinem Zimmerchen unterm Dach arbeiten lässt.

Eine absolut ungeplante Ausgabe, waren Putzmittel. Ich habe mich zu einer Putzparty per Messenger überreden lassen und zwei Produkte bestellt. Eins habe ich bisher ausprobiert und bin semi-begeistert. Mal schauen, ob mich das Ganze noch überzeugen kann.

Natürlich konnte ich es auch dieses Mal nicht lassen und habe Geld im Gartenmarkt gelassen. Einen Teil der Pflanzen habe ich verschenkt oder werde ich noch verschenken. Das meiste Geld ist jedoch für Blumenerde und neue Übertöpfe draufgegangen. Dafür habe ich einen großen Teil unserer Zimmerpflanzen umgetopft und seitdem sehen sie wesentlich besser aus.

Fazit

Alles in Allem also ein paar sehr durchwachsene Monate. Ich habe mich häufiger spontan umentschieden und einiges ist mir auch einfach “zugelaufen”; sprich: ich konnte nicht “nein” sagen. Bisher gilt aber: Ich mag meinen Stash. Es ist egal, welchen ich mir anschaue – alles darin ist super und ich freue mich darauf, es zu verarbeiten.

Einzig die Gesamtmenge setzt mich unter Druck aber vielleicht sollte ich es auch als Möglichkeit sehen, an diesem Thema zu arbeiten und zu versuchen, mich davon eben nicht mehr unter Druck setzen zu lassen.

Ich wünsche dir jedenfalls noch ein paar schöne Sommertage und danke dir, dass du bis hierhin durchgehalten hast.

Ich kauf nix – Fazit Mai 2020

Hm, wo fange ich an?

Der Mai stand immer noch im Zeichen Corona. Die Beschränkungen wurden in Deutschland langsam gelockert. – In ganz Deutschland?
Nein, nicht in dem Kreis, in dem ich wohne. Denn hier traten gehäuft Fälle in einem Fleischverarbeitungsbetrieb auf. (Leider nicht überraschend, wenn man sich nur ansatzweise mit den Bedingungen in Schlachthöfen befasst.)
Also traten die Lockerungen hier um eine Woche verspätet in Kraft.
In Anspruch genommen habe ich diese Lockerungen nur ein Mal: Mein Mann und ich sind in den Zoo gefahren.

Außer, dass ich nicht mehr gerne einkaufen gehe, ich meine Strickdamen schmerzlich vermisse und meine Eltern weiterhin nur noch per Videokonferenz sehe, hat sich sonst weiterhin nicht wirklich viel verändert.

Dafür war ich weiter produktiv – auch wenn mir langsam Podcastfolgen und Serien ausgehen, wird es mir bislang nicht langweilig.

Mental hatte ich zwischenzeitlich einen großen Durchhänger und ich war sehr froh, als ich endlich Urlaub hatte. Die erste Urlaubswoche habe ich dann damit verbracht, mich geistig zu sortieren und vor allen Dingen zu schlafen. In den ersten Junitagen bin ich dann noch einige Male von der fiesen Migräne überfallen worden. Ich hoffe, dass es jetzt wieder bergauf geht.

Dann also mein Fazit:

Tee

Da ich kaum noch einkaufen gehe und ich Tee ungern online bestelle, läuft der Abbau hier gut. Die Kräutertees sind weiter dezimiert und ich trinke im Moment fast jeden Tag einen großen Becher schwarzen Tee.

Lesen

Ich habe “Alte weiße Männer” von Sophie Passmann beendet und fand es – gerade im Hinblick auf das Thema – kurzweilig und gut zu lesen.

Danach habe ich wieder zu einem englischsprachigen Buch gegriffen: “I am half-sick of shadows” von Alan Bradley. Kurzweilig sind seine Geschichten auch, aber das etwas angestaubte Upper-Class-English bremst meine Lesegeschwindigkeit stark ab. Dennoch habe ich im Mai etwa 3/4 des Buches gelesen.

Da ich aktuell Lust auf feministische Literatur habe, ist dann doch noch ein Buch neu bei mir eingezogen: “Untenrum frei” von Margarete Stokowski.

Macht also: +- 0 auf dem SuB.

Stricken

Ravello der II.

Der Ravello ist fertig! 364,6 g und 947,96 m sind damit aus meinem Stash verschwunden. Gewaschen ist das gute Stück ebenfalls schon und jetzt wird der Pullover bis zum nächsten Herbst eingemottet.

Ich habe Wolle von Schaf im Schrank verwendet. Ein bisschen was ist noch übrig geblieben. Ich denke, ich werde daraus im kommenden Herbst noch eine Weste oder einen Pullunder stricken.

Edie

Dank Corona habe ich davor auch noch den Edie beendet. Mit 228,8 g und 1006,72 m ist er ein echtes Leichtgewicht.

Das Stricken hat jedoch leider kaum Spaß gemacht. Das Garn spleißt leicht beim Stricken und mit der Zusammensetzung ist das Ganze auch eine ziemlich rutschige Angelegenheit, was bei mir zu einigen Verspannungen geführt hat. Ich war sehr froh, dass ich das Oberteil so schnell von den Nadeln bekommen hatte und ich von dem Garn erstmal eine Pause machen konnte. Trotzdem mag ich das Muster und werde es bestimmt noch mal stricken.

Dann ist noch “nebenbei” ein Cowl von Nicolor fertig und auch schon fleißig getragen worden: Don’t touch your face.
Es gab ja einen ziemlichen Strick-Hype auf Instagram um das Muster und ich weiß gar nicht, mit wie vielen Bildern ich dazu täglich überflutet worden bin. Eine Freundin hat den Cowl ebenfalls gestrickt und hat mir erklärt, dass da keine kleinen Verzopfungen im Muster sind. Damit war mein Zweifel, ob ich das Ding auch stricken soll, weg und ich habe losgelegt.

Wie auch der “Wolkig” letzten Monat war der Cowl ultraschnell fertig: 7 Tage, inklusive waschen und vernähen. (Und 2 Tage auf der Wäscheleine vergessen…) Fluffige 115,5 g wiegt das Teilchen und ist kuschelig warm. Ein vernünftiges Foto habe ich bisher allerdings noch nicht gemacht.

Gleiches gilt für einen zweiten “Hitchhiker“, den ich aus Single-Merino von Regenbogenwolle gestrickt habe. Der liegt momentan noch in der Wäsche.

Ich war meinen Vorsätzen untreu und habe Wolle bei Lanaphilia gekauft: Je einen Strang Zen Yarn Garden Serenity 20 (100 g, 365 m) und String Theory Caper Sock (114 g, 366 m), sowie eine Rundstricknadel in 3,75.

Den Strang Serenity 20 habe ich direkt gewickelt und angefangen das MKAL-Tuch “Maylik” von Daniela Johannsenova mitzustricken. Aktuell bin ich mit Teil 11 von 13 fertig. Der Strang wird also im Juni direkt wieder aus dem Stash verschwinden.

Aus dem anderen Strang soll auch ein Tuch werden. Eine konkrete Idee habe ich allerdings noch nicht.

Bleibt für Mai also ein Minus von 594,4 g, bzw. 1.993,28 m. Im Stash befinden sich damit noch 14,96 kg Garn mit einer Lauflänge von 47,06 km.

Spinnen

Viel zu vermelden gibt es hier nicht. Ich habe angefangen Rolags zu verspinnen, die ich in einer Wichtelaktion zu Weihnachten 2019 bekommen habe. Bisher ist knapp die Hälfte versponnen und ich freue mich sehr auf das Ergebnis.

Nähen

Ich wollte einen bestimmten Stoff vernähen und nach einigem Herumprobieren, fiel mir auch wieder ein, warum ich den Jersey noch nicht vernäht hatte: Er reicht nicht aus.

Ähm, ja. Also habe ich schwarzen Jersey zum Kombinieren bestellt. Und da man schwarzen Jersey auch eigentlich immer gebrauchen kann, habe ich ein bisschen mehr bestellt. Und nachdem zwei Stoffpanele wieder verfügbar waren, die ich schon versucht hatte, letztes Jahr zu kaufen, mussten die natürlich auch noch mit…
Und wie der dunkelblaue Musselin, den ich schon mal vernäht hatte, in den Warenkorb gehüpft ist, weiß ich auch nicht so richtig…

Will sagen: Ich habe Stoffe bestellt.

Anleitungen

Den Ravello habe ich schon einmal gestrickt. Daher zählt die Anleitung nicht als “verbraucht”. Dafür habe ich “Wolkig”, “Edie” und “Don’t touch your face” erstmalig gestrickt und damit – 3 Anleitungen für diesen Monat zu verbuchen.

Sonstige Ausgaben

Diesen Monat ist wieder einiges für das Haus “draufgegangen” und ich habe ein etwas größeres Geburtstagsgeschenk gekauft.

Dafür haben wir es nun endlich geschafft, unseren Vorgarten fertigzustellen. Nach den Arbeiten, über die ich schon im April-Fazit geschrieben hatte, waren wir jede Menge Pflanzen kaufen. Über drei Stunden habe ich gebraucht, um diese einzugraben. (Mein Mann hat natürlich fleißig geholfen. Aber bei Pflanzen bin ich eigen. Mehr als Handlangerarbeiten durfte er nicht machen. Das wurde dann direkt durch einen heftigen Muskelkater mit Zerrung bestraft.)

Ein bisschen Platz ist trotzdem noch. Im Herbst folgt dann also der 2. Teil der Pflanzaktion. Da nicht mehr so viel fehlt, sollte das aber entspannter ablaufen.

Weitere Ausgaben waren ein Sonnenhut für mich – nachdem ich mir (alle Jahre wieder…) einen Sonnenbrand auf dem Kopf zugezogen hatte – und der nun monatlich anfallende Mitgliedsbeitrag für die örtliche SoLaWi.

SoLaWi bedeutet “Solidarische Landwirtschaft”. Es gibt ein Feld, auf dem Obst und Gemüse angebaut werden. Alle zahlen ein, alle helfen mit und teilen sich die Erträge dann. Im Prinzip also eine Gemüse-Genossenschaft.

Bewirtschaftet wird üblicherweise nach Bio-Prinzipien. Bei der SoLaWi, bei der wir jetzt Mitglied sind, wird Permakultur betrieben. Entsprechend steht nicht alles in “Reih und Glied”, sondern wild – aber geplant – “durcheinander”. Das Chaos hat System, wirkt aber auf jemanden, der sich nicht damit beschäftigt, unter Umständen seltsam oder sogar verlottert.

Es ist aber faszinierend zu beobachten, wie sich das Mikroklima ändert und sich die einzelnen Pflanzen unterstützen. So wächst z.B. Spinat unter Sträuchern: Der Spinat dient als Bodendecker und schützt damit den Boden um die Sträucher. Die Sträucher hingegen spenden dem Spinat ausreichend Schatten. Ich bin sehr gespannt, wie wir damit klarkommen und ob das was für uns ist. Vorerst sind wir für ein Jahr Mitglieder geworden.

Mit dem Mai ist also ein weiterer durchwachsener Monat vergangen. Trotz des Garnkaufes bin ich mit dem Abbau sehr zufrieden.

Ich kauf nix – Fazit April 2020

Der Ausnahmezustand ist zur Normalität geworden und ich weiß noch nicht, wie ich das finden soll. Spannend finde ich auf jeden Fall, dass wir uns – sowohl als Individuum als auch als Gesellschaft – vergleichsweise schnell anpassen können und aus der neuen Situation so zügig das neue Normal entsteht.

Emotional gab es bei mir eine kleine Achterbahnfahrt. Ich habe darüber mit einigen Kolleginnen gesprochen und denen ging es ganz genau so. Von “Zuhause bleiben ist voll ok und ich bin damit zufrieden.” bis “Ich mag einfach nicht mehr. Alles blöd und voller Probleme hier und mir fällt die Decke auf den Kopf.” war alles mit dabei.

Dazu kommt, die anfangs sehr spannungsgeladene Stimmung auf der Arbeit. Irgendwie schwebte immer ein Damoklesschwert über uns: Was, wenn es bei uns auch Fälle gibt? Was und wo werde ich arbeiten? Wie geht es weiter? – All diese und noch mehr Fragen haben mich sehr beschäftigt und beschäftigen und auch immer noch. Dennoch ist auch hier schon eine Art Routine angekommen und zwischendurch kann man – verhalten – etwas durchatmen. Das hilft.

Tee

Ich war brav und habe ausschließlich Vorräte aufgebraucht. Eine viertel Teebeutelpackung mit schwarzem Tee habe ich mit zur Arbeit genommen, da meine Vorräte dort aufgebraucht waren. Auch wenn ich im Moment nicht immer vom Büro aus arbeite, schmelzen die Vorräte dort zuverlässig. Da die Teebeutel im Büro inzwischen aufgebraucht sind, macht das eine leere Packung.

An Kräutertee war ich recht monogam, sodass ich hier schon ein gutes Stück von der 100 g-Packung geleert habe.

Außerdem hatte ich letztes Jahr einen Adventskalender mit schwarzem Tee von meinem Mann geschenkt bekommen. An jedem Tag waren 20g Tee in dem Kalender. Einige Packungen haben wir letztes Jahr gemeinsam aufgebraucht, aber der Mann mag Tee nicht so gerne und so ist der Verbrauch ein wenig ins Stocken gekommen. Im April habe ich aber wieder etwas mehr davon getrunken und eine Packung aufgebraucht.

Lesen

Mit meiner Konzentrationsfähigkeit ist es immer noch nicht weit her. Dennoch habe ich es ein paar Mal geschafft, mich mit Buch (und Tee) auf die Terasse zu setzen und ein paar Seiten zu lesen. “Equal Rites” habe ich in der letzten Aprilwoche beendet.

Dann habe ich als Geburtstagsgeschenk ein Buch im örtlichen Buchhandel bestellt und mir von dort liefern lassen. (Das haben die übrigens schon vor Corona gemacht. Wie so viele im Ort, habe ich es aber da noch nicht genutzt.) Bücher zum Verschenken zählen aber nicht für mich, finde ich.

Da Bücher allerdings nicht alleine reisen können (räusper), ist noch das Buch “Tücher in Runden stricken” von Andrea Brauneis für mich mitgereist.

Außerdem habe ich direkt ein neues Buch angefangen: Sophie Passmann “Alte weiße Männer”. Feministische Literatur für mich. Bisher unterhält es mich sehr gut.

Das macht also für April plusmins null Bücher.

Stricken

Ich verpacke ja am Ende des Jahres immer ein paar Einzelknäuel zusammen mit einer passenden Anleitung. In jedem Quartal des folgenden Jahres ziehe ich dann ein Päckchen und freue mich über die “neue” Wolle. Denn was ich genau in welches Päckchen gepackt habe, habe ich spätestens im Januar vergessen.

Dieses Jahr gibt es so eine Aktion in der Podcasting auf Deutsch-Gruppe bei Ravelry und ich mache mit.

In diesem Quartal war ein Strang Sockenwolle vom Wolldackel, den ich 2019 auf dem Düsseldorfer Wollfestival gekauft hatte, in der “Überraschungstüte”. Daraus habe ich Socken gestrickt; das Muster war Strickleiter/ Rope Ladder . Mit Wolle und Muster bin ich sehr zufrieden und ziehe 100g Sockenwolle von meinem Stash ab.

Dann habe ich an dem Ravello weitergestrickt und bin auch mit dem Körper fertig geworden. Bei der Hälfte des ersten Ärmels hat mich dann aber die Lust verlassen. Auf einen Winterpulli bei 23°C hatte ich einfach keine Lust. Im Moment liegt der Ravello noch in einer Tasche auf der Couch, aber ich überlege ihn bis zum Herbst einzumotten. Mal schauen.

Momentan ist mir ja eher nach Sommer zumute. Also habe ich das Oberteil Edie von Isabell Kraemer angefangen. Hier ziehe ich noch nichts aus meinem Stash ab, da ich noch nicht weit gekommen bin.

Sieht seltsam aus, lässt sich auch schlecht fotografieren, aber trägt sich sehr angenehm.

Dafür habe ich recht spontan den Cowl Wolkig von Martina Behm angeschlagen und innerhalb von 3 Tagen auch beendet. Verbraucht habe ich 100g Zitron Unisono und zwar vollständig.

Und zu guter letzt stricke ich ja zusammen mit einer Gruppe aus Dülmen einen Jahresschal. Jeden Monat gibt es ein neues Muster und ich habe etwas hinterhergehangen. Die Muster für März und April waren noch offen, aber ich habe beide beendet und bin jetzt auf den Mai gespannt. Für den Schal habe ich jetzt den 2. Strang Sockenwolle von PondeRosa gewickelt. Ich nehme damit also die ersten 100 g aus meinem Stash.

Den Ley Lines hatte ich letzten Monat nicht mit in meine Berechnung aufgenommen, da ich das Tuch da noch nicht gewogen hatte: 247,5 g.

Macht summa summarum -547,5 g und folgenden Endstand:
15,77 kg Garn im Stash mit 49,78 km Lauflänge.

Spinnen

Regenbogenwolle mit schwarzem Merino verzwirnt.

Auch im April war ich wieder fleißig. Zwar habe ich auf der Terasse wenig gelesen, aber dafür viel gesponnen:

  • 100 g Weißes Bergschaf
  • 100 g Rauwolliges Pommersches Landschaf
  • 100 g Regenbogen-Märchenwolle
  • 100 g Merino (schwarz)

Sind also stolze – 400 g!

Nähen

Genäht habe ich nicht viel. In der Hauptsache habe ich Masken gemacht, was mir aber überhaupt keinen Spaß gemacht hat. Da ich auf der Arbeit aber welche tragen muss und mein Mann auch welche für die Fahrt mit den Öffis braucht, kam ich um diese Pflichtübung nicht herum.

Dafür habe ich nichts gekauft. Ist doch auch mal was.

Anleitungen

Ich bin standhaft geblieben und habe einen großen Bogen um neue, reduzierte oder kostenfreie Anleitungen gemacht.

Dafür habe ich die bereits erwähnten Anleitungen Strickleiter/ Rope Ladder, Wolkig und die März und April-Muster des Jahresschals verwendet.

Das sind demnach – 4 Anleitungen.

Sonstige Ausgaben

Der April steht mit seinem Quartalsbeginn hauptsächlich für Pflichtausgaben. Diverse Versicherungen wollten eine Menge Kohle haben…

Die Stiefmütterchen säen sich jetzt selbst aus.
Sooooooo schön!

Der größte Teil der sonstigen Ausgaben, den ich sonst noch hatte, waren Garten- und Baumärkte. Ich habe Erde, Samen und einige Pflanzen gekauft. Dann brauchte ich noch ein (biologisches) Mittel gegen Ungeziefer an den Zimmerpflanzen. Außerdem bin ich an Bio-Salatsetzlinge gekommen, die jetzt im Garten fröhlich vor sich hinwachsen.

Vom “Hausbudget” sind dann noch Bestellungen beim Baustoffhandel dabei gewesen, die ein großes Loch ins Budget gerissen haben. Natürlich war das geplant, denn wir möchten ja einen schönen Vorgarten haben. Da wir aufgrund einer “Umplanung” der Straßenhöhe leider einen ungeplanten Höhenunterschied von fast 40 cm ausgleichen müssen, mussten wir den Vorgarten nach vorne hin etwas abstützen, damit bei einem Regenguss nicht die ganze Erde auf die Straße geschwemmt wird. Außerdem haben wir noch Erde aufgefüllt, denn das was der Baugrund hergibt, ist einfach der letzte Sch…
Für die Versäuberungsschicht wollen wir nun noch Steine kaufen und dann kann es ans Bepflanzen gehen. Davon erzähle ich dir dann aber lieber separat.

Bei dem Rest bin ich “brav” gewesen und habe nur Lebensmittel eingekauft.

Fazit

Im April habe ich vergleichsweise wenig konsumiert. Trotzdem weint mein Konto – allein wegen der ganzen Fixkosten. Sparen wird also erst im Mai wieder machbar sein.

Dafür haben wir ganz viel in und am Haus abarbeiten können. Natürlich ist noch genug übrig – mit einem Haus ist man schließlich nie ganz fertig.

So suche ich immer noch einen hübschen kleinen Buffetschrank, den ich aufarbeiten möchte. Dann muss der Keller noch gestrichen werden und sowohl Vorgarten als auch Garten sind auch noch nicht “fertig”.

“Nix kaufen” hat also absolut nicht geklappt. Trotzdem bin ich sehr zufrieden. Ich habe so gut wie keine Sponankäufe getätigt und freue mich immer noch, welche Schätze ich da in meinen Vorräten habe und was ich daraus alles machen kann.
Ein kleiner Wermutstropfen ist, dass ich so gut wie keine Sommergarne habe und ich fürchte, dass ich hier in nächster Zeit schwach werde. Versorgt bin ich in dieser Hinsicht aber erstmal trotzdem, sodass ich schon mit meinem ersten Sommeroberteil dieses Jahr anfangen konnte.

Ich kauf nix – Fazit März 2020

Momentan hält uns ja alle ein ganz anderes Thema in Atem. So sehr der Rückzug der gesunden Menschen ins Private der Umwelt nützt, so groß sind auch Unsicherheit und Aufregung in der Bevölkerung.

Für mich persönlich steht auf der positiven Seite, die Reaktion vieler, vieler handarbeitender Menschen. Es gibt Aktionen, Online-Stricktreffs und viel Miteinander ohne sich direkt gegenüberzusitzen. Und wenn ich ehrlich bin: Im normalen Alltag besteht mein Leben auch hauptsächlich aus Arbeit – Einkaufen – Zuhause herumpröddeln. Eingeschränkt fühle ich mich (momentan) nicht viel.

Auf der negativen Seite stehen neben den Kranken und Toten, dem egomanischen Verhalten zu vieler Menschen für mich persönlich auch der Wegfall eines signifikanten Anteils meiner Arbeit, mit allen Unsicherheiten und Problemen.
Persönlich vermisse ich aber auch die direkten Kontakte und auch wenn ich nicht jeden Tag zu meinen Eltern gefahren bin oder mich mit meinen Strickdamen getroffen habe, vermisse ich die Möglichkeit dies zu tun. Onlinetreffen sind da eine Möglichkeit, aber dennoch nicht dasselbe.

Vielleicht gerade deswegen möchte ich mich innerlich etwas ablenken und erzähle dir lieber, wie es diesen Monat mit meinem Konsum gelaufen ist:

Tee

Auch ich habe Hamsterkäufe im kleinen Rahmen getätigt. Neben einer Nudelschwemme, die ehrlicherweise versehentlich passiert ist (“Da war noch eine nicht ausgeräumte Tüte in der Ecke??? – Mist!”), habe ich mich mit Tee eingedeckt. Hinzugekommen sind also 200g loser Kräutertee. Dafür habe ich eine Packung schwarzen Tee (Beutel) leergemacht und zwei Packungen Kräutertee sind auch fast alle. Summa Summarum also + eine Packung.

Lesen

Ich habe die Graphic Novel “Watchmen” beendet. Zwischen den Comic-Bereichen gibt es zu jedem Kapitel einleitende, erklärende oder ergänzende Texte, die mich im Lesefluss etwas aufgehalten haben. Ich kannte ja vorher schon den Film und habe daher immer ein bisschen verglichen. Mein Fazit ist, dass der Film auch im Vergleich zur literarischen Vorlage sehr gut ist, das Buch aber natürlich mehr in die Tiefe geht und Hintergrundinformationen bietet. Alles in Allem aber vielleicht nicht die optimalste Geschichte, die man in Zeiten wie diesen lesen sollte.

Außerdem habe ich ein Buch angefangen: “Equal Rites” von Terry Pratchett. Was soll ich sagen? Pratchett halt. Schade, dass er nicht mehr unter uns weilt und weiter so wunderbare, verschrobene und witzige Geschichten schreibt. Hier bin ich mittlerweile auch schon bei der Mitte des Buches angelangt.

Dann habe ich beschlossen, dass ich auch Hörbücher hier erwähnen möchte. Davon habe ich nämlich auch einen virtuellen Stapel, auch wenn der nicht so groß ist, wie der physische. Ich höre seit Monaten immer mal wieder an “Die drei Sonnen” von Liu Cixin. Zwischendrin wurde es richtig zäh, weswegen ich das Hören immer etwas vor mich hinprokrastiniert habe. Durch fast zwei Wochen Krankschreibung (nichts ernstes, alles wieder gut) bin gut vorwärts gekommen: 1 h 44 m sind noch übrig und jetzt macht die Geschichte auch wieder Spaß.

Das Ergebnis bei den Büchern ist also -1 und viel Fortschritt bei den angefangenen Büchern.

Stricken

Ancasta aus Sockenwolle vom Finkhof – hier noch ohne vernähte Fäden…

Mein Ancasta-Kleid ist fertig!

Ich vermelde damit ein Minus von 624,2 g oder 1.560,5 m Garn. Zusätzlich habe ich einige Garne zum Basteln an eine Nachbarin verschenkt. Insgesamt habe ich damit ~ 17,24 kg bzw. ~ 54,12 km Garn in meinem Vorrat.

Daneben stricke ich gerade an einem Paar Socken, sowie einem weiteren Ravello. Beides ist hoffentlich Ende April fertig und nimmt noch mal einige Gramm Wolle aus dem Stash.

Spinnen

Sonne tanken und spinnen!

Das blaue Polwarth ist fertig versponnen und ich habe dazu noch schwarzes Merino versponnen. Ein Teil davon ist mit dem Polarth verzwirnt worden, den anderen Teil habe ich Navajo-gezwirnt. Aus den ganzen unterschiedlichen Variationen soll ein Tuch entstehen. Gewogen habe ich die Garne noch nicht, es werden aber so zwischen 200 und 250 g sein.

Ebenfalls fertig versponnen sind 100g braunes Bergschaf und ebenfalls 100g Alpines Steinschaf. Momentan überlege ich, ob ich nun mit dem weißen Bergschaf oder dem Rauwolligem Pommerschen Landschaf weitermachen soll.

Definitiv gibt es hier also ein Minus im Stash.

Nähen

Ich fühle mich gerade akut überfordert darin, mir das nächste Nähprojekt auszusuchen. Daher habe ich erst einmal beschlossen, die ungewaschenen Stoffe zu waschen und in der Zwischenzeit noch mal in mich zu gehen.

Ich habe außerdem zwei Mal Bündchenstoff gekauft (jeweils 30 cm) und zwei Packungen Nähmaschinennadeln.

Anleitungen

Ley Lines aus Merino-Garn von der Zauberwiese. Auch hier sind die Fäden mittlerweile vernäht.
Ich liebe diese Farbe!

Viele Designer haben auf ravelry Anleitungen kostenfrei herausgegeben und ich bin hier schwach geworden. Zwölf (!) Anleitungen sind daher in meine Bibliothek gewandert. Daher habe ich aufgehört in die einschlägigen Threads und Foren zu schauen. Das will ja alles auch genutzt werden.

Auf der “Minus-Liste”, weil beendet, steht die Anleitung zum Ancasta Dress.
Außerdem habe ich endlich den Ley Lines benndet, der schon seit dem Erscheinen auf meiner imaginären To Do-Liste steht. Aber gut, hat ja nur fünf Jahre gebraucht…

Das sind also insgesamt +10 Anleitungen.

Sonstige Ausgaben

Es wird Frühling und ich habe Blumensamen gekauft. Der Garten ist immer noch nicht so bepflanzt und bewachsen, wie ich das gerne möchte und so lange werden die Lücken von einjährigen Blumen gefüllt. Die Insekten und Vögel freuen sich.

Außerdem ist im März noch ein RÅSKOG samt diversem Zubehör von IKEA bei mir eingezogen und weil eine Strickfreundin und ich eh schon in Dortmund waren, haben wir auch bei Stoff & Stil eingekauft. Ich nenne jetzt also endlich eine Schneiderschere mein Eigen, sowie ein zweites Crasy Trio Set, dieses Mal in 2,0 mm.

Dringend nötig hingegen war es, ein Paar Stiefeletten reparieren zu lassen. Die Schuhe sind erst ca. ein Jahr alt und auf einer Seite hat sich die Sohle abgelöst. Und weil die Schuhsohle sowieso ziemlich dünn ist, habe ich die Schuhe direkt neu besohlen lassen. Der örtliche Schlüsseldienst/ Schuhservice hat sich schnell und gut darum gekümmert und ich hoffe, dass die Schuhe nun noch ein paar Jahre halten.

Fazit

Ich hatte viel Zeit und nach anfänglicher Motivation dann leider einen ganz schönen Durchhänger. Trotzdem habe ich eine Menge geschafft und “abgearbeitet”.

Ich hatte viele Kaufimpulse und habe auch etlichen nachgegeben. Einiges davon war sicherlich notwendig (wie die Schuhe) oder wenigstens hilfreich (wie der RÅSKOG, den ich sehr zu schätzen weiß). Andere Ausgaben hätte ich auf jeden Fall bleiben lassen können.

Nur, gerade im Moment möchte ich so viele Menschen unterstützen. Den Läden vor Ort bricht gerade die Laufkundschaft weg. Es gibt vor Ort einen Zusammenschluss von Geschäften, die einen Lieferdienst anbieten, was ich für eine tolle Idee halte. Auch im Handarbeitsbereich gibt es Handfärber, Stoffhändler und viele, viele andere, die unterstützenswert sind.

Leider habe ich nur begrenzte Mittel zu Verfügung und natürlich widerspricht das auch meinem Vorhaben. Das ist also gerade ein Zwiespalt, in dem ich stecke.

Ich halte dich weiter auf dem Laufenden und wünsche dir, dass du die aktuelle Situation gut überstehst und auch, dass du gesund bleibst.

Pass gut auf dich auf!

Ich kauf nix 2020

Gut, das ist natürlich etwas übertrieben – und ja, auch heute gibt’s kein direktes Wollthema bei mir. Instagram ist da (leider?!) einfacher und direkter. Ganz ohne Handarbeiten und Wolle geht es hier aber bestimmt nicht und es wird irgendwann wieder mehr werden.

Seit so ca. Mitte letzten Jahres springt mich neben dem Thema “Nachhaltigkeit” auch immer wieder das Thema “einfacher leben” an. Ich sehe das bei vielen Menschen in meiner Filterblase. Eigentlich sind viele satt, viele wollen nicht mehr blind konsumieren, sondern bewusst und dafür weniger.

Wie dich wenig überraschen wird, schleicht sich das also immer mehr in mein Leben und ich habe ebenfalls seit Jahren dieses Übersättigungsgefühl.

So sehen knappe 17 Kilo Garn aus…

Nachdem ich Anfang Februar meinen Stash auf einen Haufen geworfen, sortiert und katalogisiert habe, habe ich mein Gefühl des Zuviel schwarz auf weiß. Mir ging es vor ein paar Jahren ja schonmal so. Da hatte ich aber viele Spontankäufe und alte Schätzchen im Wollvorrat, die ich nicht mehr verstricken wollte. Meine Lösung war, alles ungeliebte (aber qualitativ hochwertige) Garn an den Strickkreis des örtlichen Tierheims zu spenden. So habe ich nicht nur meinen Stash verkleinert, sondern auch noch was Gutes getan.

Dieses Mal ist die Lage etwas anders. Bis auf eine verschwindend geringe Anzahl an Einzelknäulen mag ich meine Wolle und möchte sie auch auf jeden Fall verarbeiten.


Auch bin ich nicht der Typ für den ebenfalls aktuellen Minimalismustrend. Den Stash komplett verkaufen/ verschenken geht also auch nicht.

Also heißt meine Lösung: Verarbeiten vor Kaufen. Das passt auch wunderbar zum Projekt Kleiderschrank, denn statt Energie aufzuwenden neue Dinge zu kaufen, kann ich diese dafür verwenden, die vorhandenen Sachen zu verarbeiten um sie anschließend auch zu benutzen.

Tatsächlich neige ich in einigen Bereichen zum horten. Gut, Messi-Ausmaße nimmt es lange nicht an und für die laufenden Kosten ist auch ausreichend Geld übrig, aber dennoch möchte ich es jetzt wieder ernsthafter angehen, alles zu reduzieren. Ein weiterer Nebeneffekt dürfte sein, dass ich Geld spare. – Das hoffe ich jedenfalls.

Deswegen hier meine Regeln für meinen persönlichen Konsumverzicht bis Ende 2020

Generell achte ich in den allermeisten Fällen darauf, ob der Kauf notwendig ist. Große Anschaffungen bespreche ich natürlich auch ausgiebig mit meinem Mann. Hier sehe ich also keinen besonderen Handlungsbedarf.

Meine Achillesfersen sind allerdings für meinen Geschmack zu zahlreich. Deswegen möchte ich besonders auf diese Dinge achten:

  • Tee
    Ziel: Verbrauchen.
    Nur noch 6 Sorten (mit jeweils einer Packung…) im Haus zu haben. Zwei davon sind für Fenchel- und Pfefferminztee gesetzt.
    Den wirklich leckeren Adventskalendertee aus 2019 verbrauchen.
  • Bücher
    Ziel: SuB verkleinern.
    Bücher, die nicht mehr gelesen werden, verschenken/ verkaufen.
    Maximal ein neues Buch pro Monat kaufen.
    Ausnahme: Fachbücher
  • Garne
    Ziel: Stash verkleinern.
    Neukäufe gehen nur, wenn vorhandenes Garn verarbeitet oder verschenkt/ verkauft wurde.
  • Fasern
    Ziel: Machen!
    Mindestens 4 Spinnprojekte beenden.
    Nichts neu kaufen.
    Ausnahme: Für Recherchezwecke dürfen Fasern lokaler Schafrassen gekauft, müssen aber auch zeitnah verarbeitet werden.
  • Stoffe
    Ziel: Nähen!
    Vorräte im Sinne des Projekt Kleiderschrank verarbeiten.
    Bis zum 31.03. konkreten Plan aufstellen, was im Kleiderschrank fehlt und was davon aus bereits gekauften Stoffen genäht werden kann.
  • Anleitungen
    Ziel: Vorhandenes verwenden.
    Erst die schon vorhandenen Anleitungen durchschauen, ob was Passendes dabei ist.
    Keine “Oh, das ist ja gerade reduziert!”-Käufe mehr!

Ich halte dich auf dem Laufenden, wie gut das Ganze klappt.

Jahresziele, Monatsziele – nötig oder überflüssig?

Ich hoffe, dass du gut ins neue Jahr gestartet bist. Der Januar hatte ja schon so einiges “zu bieten” – leider vor allen Dingen schlechte Nachrichten aus der Welt.

Andererseits: Wann sind einem je überwiegend gute Nachrichten aus den Medien entgegengeschwappt? Es liegt auf jeden Fall viel im Argen, keine Frage und für die Betroffenen in Australien oder China ist es auch kein Trost, wenn es woanders gut läuft. Dennoch: Die Welle an Unterstützung und Hilfen aus aller Welt ist in all der Zerstörung dann doch wieder eine gute Nachricht.

Der seit Jahren anhaltende Hygge-Trend ist ein Zeichen dafür, dass sich die Menschen – zumindest in der westlichen Welt – wieder mehr in sich selbst zurückziehen. Je komplizierter die Welt ist, desto lieber zieht man sich in das Bekannte zurück. Das kann eben von Hygge reichen (was ja erstmal was positives ist, denn es tut dem Einzelnen gut) aber geht leider auf der anderen Seite auch bis zur Furcht vor allem Neuen, allem was anders ist. Ersteres ist hübsch und plüschig und letzteres dann voller Hass und Verachtung.

Da die Welt nicht schlagartig simpel und “wie in den guten alten Zeiten” wird, braucht der eine oder andere eben andere Strategien. (Wobei das mit “früher war alles besser” auch ein anderes Thema ist. – Um es mit Volker Pispers zu sagen: “Früher war nicht alles besser, früher war nur alles früher.”)

Lange Rede, kurzer Sinn: Ich finde persönliche Ziele sinnvoll und ich erkläre dir auch warum das meine Meinung ist – und in welchen Fällen sie es dann doch nicht sind.

Neben all den Nachrichten strömen so viele Dinge auf uns ein. Alles ist jederzeit verfügbar – das schließt auch Menschen ein. Glücklicherweise ist es bei mir nicht der Fall, aber wie viele Chefs und Kollegen schreiben oder rufen Mitarbeitende im Feierabend oder im Urlaub an? Klar gibt es Fälle, in denen es gerechtfertigt ist. Ich behaupte aber, dass der allergrößte Anteil Kinkerlitzchen sind, die man genau so gut am nächsten Tag oder nach dem Wochenende, nach dem Urlaub, etc. besprechen kann.
Beeinflussen kann man so etwas leider nicht immer.

Das, zusammen mit “Freizeitstress” und einer höher-schneller-weiter-Mentalität, kann leider mächtig schief gehen.

Viel zu schnell landet man im Hamsterrad und findet den Ausstieg nicht mehr. – Mehr dazu z.B. in diesem Artikel auf der Zeit-Seite.

Ich bin auch so ein Kandidat dafür. Mein Perfektionismus und mein Pflichtgefühl stehen mir da leider oft im Weg.

Deswegen sind Ziele für mich so wichtig. Ich lege damit Prioritäten fest, eben auch für meine Freizeit. So laufe ich nicht Gefahr, vor meiner Wolle zu stehen und völlig überfordert zu sein weil ich nicht weiß, wo ich anfangen und wo ich aufhören soll. Denn auch hier gibt es so viele Einflüsse: Wie viele Handfärber möchte man eigentlich unbedingt mal ausprobieren, wie viele Anleitungen hast du so gekauft und dann doch nie genutzt?

Ich habe mir mittlerweile angewöhnt, mich mindestens alle 2 Wochen hinzusetzen, einen Wochen-, oder Monatsplan zu schreiben und zu sortieren, was ich noch machen will. Haben sich z.B. meine Prioritäten geändert und ich sollte alte Ziele aussortieren? Bin ich auf dem Weg, auf dem ich sein möchte? Aber auch: Bin ich irgendwo abgebogen und stelle fest, dass es hier doch viel schöner ist als gedacht?

Denn gerade letzteres finde ich wichtig. Denn wenn man bei seinen persönlichen Zielen auch in den Perfektionismus gleitet, wird das alles auch wieder stressig. – Glaub mir, ich spreche da aus eigener Erfahrung. An einmal gesetzten Zielen mit aller Kraft festzuhalten und sich verbissen da durchzukämpfen bringt in beruflichen Zusammenhängen genau so wenig, wie in privaten. Und dabei spreche ich nicht davon, tausend Dinge anzufangen und nichts zu beenden, sondern eher von dem berühmten (und ja, auch schon recht abgelutschtem) Spruch von dem Cowboy und dem toten Pferd, von dem man irgendwann absteigen sollte.

Vielleicht ist also der Begriff “Ziele setzen” nicht ganz passend. Vielleicht sollte man es eher “Kompass” nennen, oder “Richtlinien”?

Denn klar ist: Ich erreiche meine Ziele nicht immer. Manchmal nehme ich mir vor eine Mütze zu stricken und dann endet es damit, das aus der Wolle Socken werden.
Genau das ist in diesem Monat nämlich passiert. – Ein Foto kann ich dir allerdings noch nicht zeigen, denn die Socken liegen gerade in der Wäsche.

In der Podcasting auf Deutsch-Gruppe bei ravelry, haben wir pro Jahr einen Thread mit Monatszielen. Wenn du in den Thread von 2019 hineinschaust, wirst du sehen, dass ich meine Ziele oft nicht erreicht habe. Aber wenigstens habe ich in diesen Fällen eine bewusste Entscheidung getroffen. Und manchmal ist ein Sonntag auf der Couch eben wichtiger, als unbedingt einen Pullover zu einem Stichtag fertigzubekommen.

So wie heute. Ein Tag, an dem ich lieber dieses hier schreibe, als – wie geplant – mein T-Shirt fertig zu nähen. Bei dem Wetter brauche ich eh noch keins. 😉

In diesem Sinne: Trete einen Schritt zurück, sammel und sortier dich, setz dir Ziele und werfe sie im Zweifel auch ruhig mal über Bord.